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    1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

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    Susanne Gavenis
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    1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Susanne Gavenis am Mi Sep 30, 2015 6:27 pm

    Hier könnt ihr etwas zum Prolog schreiben.
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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Drachenprinzessin am So Okt 11, 2015 12:43 pm

    Erste

    Hallo Susanne!

    Ich fand beide Prologe sehr spannend und sie haben auch das jeweilige Wesen von Kronot bzw. Rohn gut zum Ausdruck gebracht.
    Der Reihe nach zuerst zu Kronot. Er scheint ein richtig netter König zu sein, dem sowohl seine Familie als auch sein Volk am Herzen liegen. Er hat mich manches Mal zum Schmunzeln gebracht Very Happy Auch Vailia, Thor und Menelk sind mir auf Anhieb sympathisch.
    Kronot's tiefe Sorge um das Schicksal seines Sohns Dayin wird in der Eröffnungsszene von dem eisigen Sturm untermalt. Das ist eine gelungene Eröffnung in meinen Augen. Außerdem zeigst Du auch sehr schön (ist nen falsch gewähltes Wort in dem Zusammenhang), wie Dayin's von der Seherin offenbartes Schicksal Kronot und Vailia belastet.
    Was mir aufgefallen ist, ist dass Kronot am Anfang eine einzige Träne weint als er an Dayin denkt. Das finde ich trotz des kalten Wetters und des Sturms eher unwahrscheinlich. Was mir außerdem komisch vorgekommen ist, ist der Wetterumschwung nachdem die Seherin die Prophezeiung verkündet hat. Für mich hat es so geklungen, als ob auf einmal ein Sturm heraufzieht, obwohl der Himmel doch vorher strahlend blau gewesen ist. Fand ich leicht verwirrend.

    Im zweiten Prolog geht es ja um Rohn und das Königreich Lumaar. Hier erwacht die Natur in den ersten Strahlen der Frühlingssonne langsam zum Leben. (Kommt es mir nur so vor oder ist das Wetter sowas wie ein Abbild der frohen/traurigen Prophezeiungen der Seherinnen?) Ich muss zugeben, ich hab beim Lesen des ersten Prologs befürchtet, dass Rohn ein richtiger Tyrann ist, was sich dann zum Glück als nicht ganz richtig herausgestellt hat. Er ist gehässig, regiert sein Volk mit strenger Hand und hat eine abwertende Haltung Frauen gegenüber (so scheint es mir), aber er ist eben kein Tyrann. Ich will nicht sagen, dass er mir sympathisch ist, ich finde es aber trotzdem gut, dass sowohl Kronot als auch Rohn nicht die typischen "guter König, böser König" Plätze einnehmen.
    Bei dem Zeremoniell, bei dem die Seherin das Schicksal von Rohn's Tochter Lilell verkündet, hatte ich das Gefühl, dass mehr Gardisten anwesend waren als bei Dayin's Zeremonie. Zugegeben, ich hab beide Prologe nicht direkt hintereinander gelesen, vielleicht liegt es daran...
    Fiéla mag ich sehr und ich finde es gut, dass sie Rohn nicht alles durchgehen lässt.

    Generell scheinen sich ja die Menschen beider Königreiche sehr auf die Seherinnen zu verlassen. Gemessen an dem, was ich bisher gelesen habe, würde ich sie sogar als abhängig bezeichnen. Es ist fast so, als ob sie ein Ersatz für eine anscheinend nicht forhandene Religion sind. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie's weiter geht


    Liebe Grüße
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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Susanne Gavenis am So Okt 11, 2015 1:48 pm

    Hallo ebenfalls!

    Schön, dass du gut in die Geschichte reingekommen bist. Das ist ja gerade bei einem so umfangreichen Roman enorm wichtig. Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, aber der Prolog folgt genau dem gleichen Muster wie der von "Shaans Bürde" - die Protagonisten werden geboren, und der Leser erfährt, welche Wünsche, Hoffnungen und Ängste die Haupt-Nebenfiguren jeweils mit dieser Geburt verbinden, damit man bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem die Hauptfiguren noch keine eigentlichen Handlungsträger sein können, ein erstes Gefühl für ihre zentralen Konflikte bekommt, die den weiteren Verlauf der Handlung prägen werden. Bei "Shaans Bürde" war das Gefflans Verlust seiner Frau bei Shaans Geburt, der die Weichen für Shaans komplette zukünftige Entwicklung und seine Persönlichkeit gestellt hat, bei Dayin und Lilell sind es die Reaktionen Kronots, Rohns und ihrer Frauen, die bestimmen, wie sich Dayins und Lilells Persönlichkeiten ausformen und welche Probleme sie aufgrund dieser Figuren- und Bedürfniskonstellation schon bald bekommen werden.

    Ich hoffe schon, dass es mir gelungen ist, Kronot und Rohn nicht lediglich schwarz oder weiß zu zeichnen. Natürlich ist Rohn als Antagonist konzipiert, allerdings war es mir wichtig, dass er trotz aller charakterlicher Schwächen auch ein Stück weit eine tragische Figur ist (ebenso wie Kronot - obwohl er insgesamt ein netter Kerl ist - gerade durch seine Schwächen ebenfalls eine tragische Note erhalten soll). Ich finde es witzig, dass dich Kronot zum Schmunzeln gebracht hat. Beim Schreiben ist mir das nämlich nicht bei ihm, sondern bei Rohn das eine oder andere Mal so ergangen (obwohl es eigentlich keine humorvollen Stellen waren, aber wenn Rohn aus Frustration wieder einmal mit seinen Fingernägeln die Armlehnen seines Throns zerkratzt, dann war das für mich manchmal einfach so schrullig, dass ich grinsen musste. Das war übrigens eine Eigenart, die nicht geplant war, sondern die Rohn selbst beim Schreiben seiner Szenen spontan in die Story eingebracht hat).

    Das mit dem Wetter war zweifellos am Anfang ein wichtiges Stilmittel für mich, um die Gefühle der Figuren indirekt zu spiegeln oder symbolisch etwas darzustellen. Dasselbe habe ich auch bei "Shaans Bürde" gemacht, wenn es z.B. um das Auftreten von Licht und Wasser ging, etwa wenn das Sonnenlicht die Regentropfen auf der Fensterscheibe von Gefflans Studierzimmer wegbrennt, während er mit Shaan in seinen Armen davorsteht. Das mag man als neckische Spielerei ansehen, aber ich finde so etwas immer ganz schön, gerade weil es indirekt ist und mehr über die emotionale Schiene vermittelt wird - der Leser spürt die Bedrohung, die sich ankündigt, ohne dass man es offen aussprechen müsste.

    Mit der Rolle der Seherinnen hast du komplett recht. Das würde ich ebenfalls als einen Religionsersatz betrachten, der stark in Richtung Abhängigkeit geht. Diese Konzeption der Seherinnen und ihrer Visionen war für die Geschichte extrem wichtig, damit den Figuren kein Schlupfloch bleibt, das ihre Konflikte hätte abmildern können. Hätte Kronot beispielsweise beim Verkünden der Prophezeiung einfach mit den Schultern zucken und sagen können: "Und wenn schon? Diesen alten Wachteln glaubt doch eh keiner, also was soll's?", wäre der zentrale Konflikt für Dayin in dieser Form überhaupt nicht möglich gewesen. Nur dadurch, dass die Seherinnen mit ihren Worten über einen absoluten Wahrheitsanspruch verfügen, der von niemandem in Frage gestellt wird, erhält die Prophezeiung vom Vatermörder ihr monströses Gewicht, und auch wirklich alle relevanten Figuren werden in den Strudel dieser Prophezeiung hineingezogen. Gleichzeitig wird dadurch auch die Frage aufgeworfen, was eine eigenständige Identität ausmacht und unter welchen Bedingungen sie überhaupt entstehen kann. Auch das ist ein Thema, das über die gesamte Handlung hinweg eine wichtige Rolle spielt.


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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Drachenprinzessin am So Okt 11, 2015 2:31 pm

    Susanne Gavenis schrieb:Hallo ebenfalls!Schön, dass du gut in die Geschichte reingekommen bist. Das ist ja gerade bei einem so umfangreichen Roman enorm wichtig. Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, aber der Prolog folgt genau dem gleichen Muster wie der von "Shaans Bürde" - die Protagonisten werden geboren, und der Leser erfährt, welche Wünsche, Hoffnungen und Ängste die Haupt-Nebenfiguren jeweils mit dieser Geburt verbinden, damit man bereits zu einem Zeitpunkt, zu dem die Hauptfiguren noch keine eigentlichen Handlungsträger sein können, ein erstes Gefühl für ihre zentralen Konflikte bekommt, die den weiteren Verlauf der Handlung prägen werden. Bei "Shaans Bürde" war das Gefflans Verlust seiner Frau bei Shaans Geburt, der die Weichen für Shaans komplette zukünftige Entwicklung und seine Persönlichkeit gestellt hat, bei Dayin und Lilell sind es die Reaktionen Kronots, Rohns und ihrer Frauen, die bestimmen, wie sich Dayins und Lilells Persönlichkeiten ausformen und welche Probleme sie aufgrund dieser Figuren- und Bedürfniskonstellation schon bald bekommen werden.
    Ja, das ist mir aufgefallen, ich hab es aber eher als deine persönliche Art Geschichten zu schreiben interpretiert und daher nichts dazu gesagt. Ich finde sowieso, dass diese beiden Prologe und der von "Shaan's Bürde" eher so etwas wie Kapitel 0 darstellen. Hab ich das eigentlich bereits bei der letzten Leserunde erwähnt?  

    Susanne Gavenis schrieb:Ich hoffe schon, dass es mir gelungen ist, Kronot und Rohn nicht lediglich schwarz oder weiß zu zeichnen. Natürlich ist Rohn als Antagonist konzipiert, allerdings war es mir wichtig, dass er trotz aller charakterlicher Schwächen auch ein Stück weit eine tragische Figur ist (ebenso wie Kronot - obwohl er insgesamt ein netter Kerl ist - gerade durch seine Schwächen ebenfalls eine tragische Note erhalten soll). Ich finde es witzig, dass dich Kronot zum Schmunzeln gebracht hat. Beim Schreiben ist mir das nämlich nicht bei ihm, sondern bei Rohn das eine oder andere Mal so ergangen (obwohl es eigentlich keine humorvollen Stellen waren, aber wenn Rohn aus Frustration wieder einmal mit seinen Fingernägeln die Armlehnen seines Throns zerkratzt, dann war das für mich manchmal einfach so schrullig, dass ich grinsen musste. Das war übrigens eine Eigenart, die nicht geplant war, sondern die Rohn selbst beim Schreiben seiner Szenen spontan in die Story eingebracht hat).
    Hihi, ich liebe es wenn beim Schreiben meine Figuren auf einmal Eigenarten entwickeln, von denen ich vorher nichts gewusst hab

    Susanne Gavenis schrieb:Das mit dem Wetter war zweifellos am Anfang ein wichtiges Stilmittel für mich, um die Gefühle der Figuren indirekt zu spiegeln oder symbolisch etwas darzustellen. Dasselbe habe ich auch bei "Shaans Bürde" gemacht, wenn es z.B. um das Auftreten von Licht und Wasser ging, etwa wenn das Sonnenlicht die Regentropfen auf der Fensterscheibe von Gefflans Studierzimmer wegbrennt, während er mit Shaan in seinen Armen davorsteht. Das mag man als neckische Spielerei ansehen, aber ich finde so etwas immer ganz schön, gerade weil es indirekt ist und mehr über die emotionale Schiene vermittelt wird - der Leser spürt die Bedrohung, die sich ankündigt, ohne dass man es offen aussprechen müsste.
    Bei "Shaan's Bürde" habe ich das nie so empfunden. Ein Grund dafür ist, dass ich mich langsam verändere, weil ich merke, dass mich immer mehr Ereignisse/Geschichten/Musik usw. auf emotionaler Ebene berühren (wenn auch noch schwach), was vorher nicht der Fall gewesen ist. Hätte ich z.B. die beiden Gwailor Prologe zur selben Zeit wie "Shaan's Bürde" gelesen, wäre mir das nie aufgefallen und Kronot hätte mich mit Sicherheit auch nicht zum Schmunzeln gebracht.

    Susanne Gavenis schrieb:Mit der Rolle der Seherinnen hast du komplett recht. Das würde ich ebenfalls als einen Religionsersatz betrachten, der stark in Richtung Abhängigkeit geht. Diese Konzeption der Seherinnen und ihrer Visionen war für die Geschichte extrem wichtig, damit den Figuren kein Schlupfloch bleibt, das ihre Konflikte hätte abmildern können. Hätte Kronot beispielsweise beim Verkünden der Prophezeiung einfach mit den Schultern zucken und sagen können: "Und wenn schon? Diesen alten Wachteln glaubt doch eh keiner, also was soll's?", wäre der zentrale Konflikt für Dayin in dieser Form überhaupt nicht möglich gewesen. Nur dadurch, dass die Seherinnen mit ihren Worten über einen absoluten Wahrheitsanspruch verfügen, der von niemandem in Frage gestellt wird, erhält die Prophezeiung vom Vatermörder ihr monströses Gewicht, und auch wirklich alle relevanten Figuren werden in den Strudel dieser Prophezeiung hineingezogen. Gleichzeitig wird dadurch auch die Frage aufgeworfen, was eine eigenständige Identität ausmacht und unter welchen Bedingungen sie überhaupt entstehen kann. Auch das ist ein Thema, das über die gesamte Handlung hinweg eine wichtige Rolle spielt.
    Ich glaube schon, dass Dayin eine eigene Identität hat und für mich ist es noch gar nicht klar, ob er wirklich zum Vatermörder werden wird. Allerdings freue ich mich auch schon darauf, wie das deine Figuren sehen und wie die Handlung im allgemeinen weitergeht


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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Susanne Gavenis am Mo Okt 12, 2015 5:35 pm

    Ja, du hast sicherlich recht. Zumindest was den Umfang betrifft, gehen die beiden Prologe (bei "Shaans Bürde" und Gwailor) schon ein wenig über einen gewöhnlichen Prolog hinaus. Dennoch empfinde ich sie mehr als Prolog und weniger als erstes oder nulltes Kapitel, da die eigentlichen Protagonisten hier noch keine Rolle spielen und lediglich der Boden für den zentralen Konflikt bereitet wird, mit dem sie sich später herumschlagen müssen. Bei beiden Geschichten gibt es nach den Prologen einen Zeitsprung (wobei der bei Shaan mit fast 16 Jahren deutlich üppiger ausfällt als bei Dayin und Lilell), und die Prologe beider Geschichten sollen neugierig machen, was die darin beschriebenen Ausgangssituationen mit den späteren Hauptfiguren anstellen und wie sie ihren jeweiligen Charakter beeinflussen werden.

    Der Unterschied zwischen Shaan und der Gwailor-Chronik ist, dass bei Shaan ein einziger größerer Zeitsprung genügt hat, um dem Leser seine Grundkonflikte und seine problematische Beziehung zu seinem Vater nahe zu bringen (woraufhin die eigentliche Geschichte losgehen konnte), während ich bei Dayin zeigen wollte, wie die Ausgangssituation mit der Prophezeiung die gesamte Kindheit und Jugend überschattet und verändert. Die Gwailor-Chronik ist die einzige meiner Geschichten, wo ich so eine ausführliche Längsschnitt-Darstellung versucht habe (weshalb die Geschichte auch so lang geworden ist).

    Das mit dem Vatermörder war ein richtig kniffliger Spagat für mich. Einerseits sollen die Leser sich natürlich mit Dayin identifizieren und mit ihm mitfühlen, andererseits hat ja keine der Figuren auch nur den geringsten Zweifel, dass eine Seherin stets die Wahrheit sieht. Die wichtigste Aufgabe war deshalb für mich, dass die Leser trotz einer solchen scheinbar universellen Gültigkeitsaussage ihre eigenen Bedenken vergessen und Sympathie zu Dayin aufbauen, statt sich auf die Seite der Zweifler und potenziellen Attentäter zu schlagen. Ich bin gespannt, inwieweit ihr das Gefühl habt, dass mir das gelungen ist.

    Die Sache mit den Eigenarten, die Figuren plötzlich entwickeln, ist schon manchmal witzig (und grenzt zuweilen fast an Magie). Eine der für mich seltsamsten (und ein wenig unheimlichen) Erfahrungen diesbezüglich war, als ich mal eine Geschichte mit einem bösen König geschrieben habe. Der Prolog sollte diesen König sofort plastisch machen und dem Leser einen Einblick in seine Psyche und seine Emotionen geben. Bereits bei den ersten paar Sätzen bin ich von der Bösartigkeit dieses Kerls praktisch weggeschwemmt worden, und seine Präsenz in all ihrer schillernden Widerwärtigkeit war so dominant, wie ich es bisher bei keiner anderen Figur erlebt habe. Nachdem ich den Prolog fertig geschrieben hatte, war sowohl mir als auch meinen Probelesern sofort klar, dass diese Seiten niemals in die Hände potenzieller Leser gelangen durften und dringend überarbeitungsbedürftig waren. Ich habe den Prolog immer noch als "Böser Prolog" auf meinem Computer gespeichert, weil die Darstellung des Königs - obwohl komplett über das Ziel hinausgeschossen - dennoch irgendwie authentisch war und ich es nicht übers Herz gebracht habe, diese Abscheulichkeit zu löschen. Ansonsten ist die Sache mit dem Eigenleben der Figuren aber eigentlich immer eine faszinierende und schöne Angelegenheit, die nicht so krasse Blüten treibt.


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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Lindenblüte am Fr Okt 16, 2015 10:45 am

    Und da bin ich endlich!
    Eine Sache, die mir gleich positiv aufgefallen ist, sind deine Beschreibungen. Da steckt ein Sinn für feine Details drin, die ja heutezutage nicht mehr hip und cool sind, wenn man dem Mainstream-Rudel glauben darf, die aber für mich einfach zur Fantasy dazu gehören. Dabei zerfließt das ganze jedoch nicht zu einem ausufernden, langweiligen Wortstrom.
    Die Unterschiede zwischen beiden Königreichen und ihren Königen treten klar heraus, ohne dass jedoch der eine gut und der andere böse ist (auch wenn sich natürlcih gewissen Tendenzen abzeichnen).
    Die Geschichte wird durch viele kleine Sachen lebendig, die einerseits lustiger Art sind (zum Beispiel der wütende König mit seinen Stuhllehnen), andererseits überhaupt nur unterschwellig auffallen, aber elegant die Unterschiede zwischen den beiden Königshäusern herausstellen. (So sind in Tarell, wenn ich mich recht erinnere, nur zehn Wachen vor der Verkündung der Prophezeiung anwesend, in Lumaar sind es hingegen ganze dreißig. Außerdem wird der Saal in Tarell nur kurz erwähnt, der Großteil der Beschreibung beschäftigt sich mit den Personen darin, in Lumaar liegt hingegen das Haupfaugenmerk auf dem pompösen Saal und auf den Wachen in dem Sinne, dass sie als lebendige Zierde vor diesem bereits reich geschmückten Hintergrund wirken. Der Unterschied in der Persönlichkeit der beiden Könige kommt beispielsweise auch dadurch zum Ausdruck, dass Kronot sich auf seinen Berater und den Waffenmeister verlässt und sich von ihnen beraten lässt. Rohn trifft dagegen seine Entscheidungen (zumindest bis jetzt) noch allein und gesteht selbst seiner Frau kein Mitbestimmungsrecht zu.)
    Die Emotionen durch das Wetter auszudrücken, ist eine charmante Art und Weise. Obwohl ich (ohne irgendetwas von Wetter zu wissen) mich frage, ob ein strahlend blauer Himmel wirklich so schnell zu einem ausgewachsenen Sturm werden kann... ginge natürlich, wenn es da Föhnwolken gibt. Liegt Treffnor in einer Berglandschaft? Warte, da steht... „Doch noch bedeckte der Schnee wie ein weißes Totengewand den Burgberg Genaiden, die Ebene Verjaidell...“ Also gibt es da nur einen Berg, und auf dem steht die Burg. Wenn der jetzt hoch genug wäre, könnten da dann Föhnwolken dran hängen bleiben, und das könnte zu schnellen Wetterumbrüchen führen?
    Btt. Vergessen wir am besten einfach das Wetter.
    Die Stellung der Prophezeiungen bzw. der Seherinnen in Gwainor finde ich sehr interessant. Nur in diesem Setting kann es etwas geben wie das Schicksal Dayins, das ihm von Geburt an als Damoklesschwert über dem Kopf schwebt.
    Ich habe zwar noch nicht weiter gelesen als bis zum Ende der Prologe, nehme aber einfach mal an, dass seine Mutter versuchen wird, sich nicht deswegen von ihm zu distanzieren, während es seinem Vater (der ja das Opfer des Attentats werden soll) da deutlich schwerer fallen dürfte.
    Wenn sie jetzt gerade noch ein zweites Kind bekommen, wird der arme Dayin vermutlich völlig links liegen gelassen, dann braucht man ihn ja auch als Thronfolger nicht mehr... o_o
    Gleiches gilt da auch für Lilell – wenn sie einen kleinen Bruder kriegt, möchte Rohn vermutlich auch nichts mehr von ihr wissen. Jetzt ist natürlich die Frage, ob genau das passieren wird und beide dann irgendwie damit klar kommen müssen, dass man sie auf die Reservebank verpflanzt hat, oder beide Königshäuser keine Nachkommen mehr kriegen und deshalb Lilill und Dayin nach ihren Eltern über das Land herrschen müssen, damit die Linie nicht ausstirbt. Das hieße dann für Dayin, dass er sich irgendwie gegen die Prophezeiung durchsetzen und beweisen muss, dass er kein Vatermörder ist, was ihm aber vermutlich erst mal niemand glauben wird. Lilill würde vermutlich von ihrem Vater als einzige Erbin dann die Aufmerksamkeit übertragen bekommen, mit der er sich sonst um die Erziehung seines Sohnes gekümmert hätte...
    (Interessant wäre auch die Möglichkeit gewesen, dass Dayins Vater in Wirklichkeit einfach jemand ganz anders ist (z. B.irgendein Antiheld, den er dan tatsächlich umbringt), als gedacht, aber die Option hast du ja bereits dadurch ausgeschlossen, dass die Seherinnen keine Orakelspürche empfangen, sondern in Bildern sehen.)
    Beides interessante Aussichten. Ich bin gespannt, wie es weiter geht! Smile
    LG Blütchen


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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Susanne Gavenis am Fr Okt 16, 2015 3:32 pm

    Oho! Drachenprinzessin und du seid wirklich gute Beobachter. Bei den beiden Prologen habe ich mich in der Tat bemüht, die jeweils eigene Atmosphäre, die in beiden Königreichen herrscht, durch verschiedene Details spürbar zu machen. Dazu gehören neben der Beschreibung des Thronsaals auch die Anzahl der Gardisten. Ich wollte deutlich machen (auch wenn man es vielleicht gar nicht so bewusst wahrnimmt), dass Kronot und Rohn einfach sehr unterschiedliche Charaktere sind, die das Lebensgefühl in der Burg sehr stark prägen. Das zeigt sich u.a. auch daran, dass es bei Kronot viel familiärer zugeht als bei Rohn. Kronot hat Vertraute und Freunde, die ihm am Herzen liegen, während Rohn letztlich niemandem wirklich vertraut und innerlich einsam ist. Rohn umgibt sich mit militärischem Pomp, Kronot mit seinen Freunden. Diese unterschiedliche Konstellation sollte auch dazu dienen, die späteren Konflikte für Dayin bzw. Lilell zu verstärken. Gerade dass Kronot viele Freunde hat, die um sein Wohl besorgt sind, wird für Dayin zum Problem (was anders wäre, wenn Kronot von allen verachtet oder gefürchtet werden würde), während für Lilell die Tatsache schwerer wiegt, dass Rohn zu allen Menschen eine so starke Distanz aufgebaut hat. Gleiches gilt für die spätere Geschwisterkonstellation von Dayin bzw. Lilell. Dazu kann ich später auf jeden Fall noch mehr schreiben. Ich bin gespannt, wie ihr das sehen werdet.

    Bei der Sache mit dem Wetter ist mir bewusst, dass ich die Meteorologie zuweilen im Interesse der künstlerischen Freiheit ein wenig strapaziere. Ich denke aber, dass ich mir insgesamt nicht ZU krass das Wetter symbolhaft zurecht biege, wie ich es gerade brauche (der Scheich wird depressiv, und eine Sekunde später ziehen in der Wüste graue Wolken auf, und es beginnt zu schneien. DAS wäre sogar mir zu dick aufgetragen!).


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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Susanne Gavenis am Mo Okt 19, 2015 11:46 am

    Mhm, Elandor? Hast du den Prolog schon angefangen?
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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Susanne Gavenis am Do Okt 22, 2015 12:24 pm

    Also ich würde mal sagen, Drachenprinzessin und Lindenblüte, ihr könnt die Abschnitte so schnell lesen, wie ihr wollt. Elandor kann sich ja einfach dranhängen, so schnell er es schafft. Ich fürchte nämlich, wenn wir in dem Tempo mit der Leserunde weitermachen, sind wir Weihnachten 2029 noch nicht fertig (und kurz, bevor wir alle mit dem Epilog anfangen, trifft der fette Asteroid Apophis doch die Erde, und das war's dann mit der Leserunde (und der Erde) affraid  ).
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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Élandor am Fr Okt 23, 2015 6:57 pm

    Wie immer pünktlich zu spät kommt hier nun auch meine Rückmeldung.

    Ich habe ja ebenfalls Shaans Bürde gelesen, versuche aber, die beiden Werke getrennt zu betrachten, damit ich nicht später zufällig verschiedene Dinge miteinander vermische und vertausche.
    Also, kommen wir zuerst zu unseren beidem Königen, plus Familie und Vertraute.
    Kronot: Ich lasse die Zusammenfassung der Charaktereigenschaften und Äußerlichkeiten jetzt mal weg und konzentriere mich auf das, was ich wahrgenommen habe.
    Kronot wirkt von vornherein sympathisch und natürlich. So wie du ihn dargestellt hast, kommt er authetisch rüber und ist vollkommen nachvollziehbar in seinen Gefühlen und Handlungen. Zudem finde ich die Darstellung seines Verhältnisses zu Frau und Kind sehr gelungen. So wird auch seine Reaktion auf die Prophezeiung und das Warten darauf logisch und verständlich. Von vernherein möchte man ihn kennenlernen und verfolgen.
    Rohn: Wie schon gesagt wird hier sehr ein sehr schöner Antagonist geschaffen. Er ist nicht das eindeutige "Arschloch" auf Gutdeutsch, sondern einfach eine andere Art von Herrscher, strenger, intriganter und all solche Dinge. Gelungen finde ich hier, wie du sein Verständnis von Familienehre und Verwandtschaft darstellst, indem du die Geschichte des Landes und seiner Herrscherinnen erzählst. Als dann seine Tochter zur Welt kommt ist seine Raktion auch hier an irgendeinem Punkt nachvollziehbar, wenn man sein Denken darüber betrachtet. Sehr besonders finde ich zum Ende dieses Prologs hin auch den Unterschied zwischen Kronot und Rohn in Sachen Feindseligkeit. Kronot lässt keine Anzeichen zu, dass ihm die Trennung der beiden Reiche sonderlich missfällt und Rohn versucht Tarell wiederzuerlangen, ohne eine Heirat seiner Tochter mit Kronots Sohn zuzulassen.

    Nun zum Inhalt und den Stil, die Technik: Zu Beginn des Prologs fiel mir vor allem der teilweise zu kräftige Gebrauch von Adjektiven und Beschreibungen auf. An einigen Stellen wurde dem Text so die Wirkung genommen, da er zwanghaft versucht hat, alles detailliert und ausführlich zu beschreiben. Das könnte aber auch daran liegen, dass sich dein Stil natürlich von anderen unterscheidet. Ab Mitte des ersten Prologs wurde es dann aber deutlich angenehmer und auch schöner. Allgemein kann man sagen, dass du einem immer wieder ein schönes Bild der Umgebung und der Menschen in den Kopf setzt.

    Im Anbetracht der beiden Kapitel wirkt es ganz so, als würden in diesem Buch eine führende Rolle der Prophezeiung des Dayin verliehen und dem Versuch Rohns, Tarell zurückzuerobern. Ich nin auf jeden Fall gespannt was kommt king

    Liebe Grüße
    Élandor


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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Susanne Gavenis am Sa Okt 24, 2015 2:27 pm

    Hallo Elandor! Schön, dass du jetzt auch mit dabei bist.

    Freut mich, dass du die Unterschiede zwischen Kronot und Rohn plausibel und nachvollziehbar findest. Diese Unterschiede darzustellen, war ja eine wesentliche Aufgabe der beiden Prologe. Es wäre sicherlich für die Geschichte dumm gewesen, wenn bei den Lesern bereits an einer so frühen Stelle der Handlung Zweifel an den Reaktionen und Gefühlen der Figuren aufgekommen wären. Gerade Kronots und Rohns Motivation, was ihren Umgang mit ihren Kindern und ihre Sicht aufs Regieren angeht, ist ja immer wieder ein wichtiger Motor, der die Ereignisse voranbringt, sowie generell ein wesentliches Fundament, auf dem die gesamte Geschichte aufgebaut ist.

    Die Unterschiede zwischen Kronot und Rohn sollen auch ganz klar zeigen, was für eine Art von König (und von Mensch) sie sind bzw. sein wollen. Für Kronot gibt es aufgrund seiner Persönlichkeit viel stärker als für Rohn den Konflikt zwischen seiner Verantwortung für sein Land und sein Volk und der Verantwortung für seine Familie, und ein Großteil der Probleme, die sich für ihn ergeben, resultiert letztlich aus der Diskrepanz zwischen seinen Wünschen als Vater und den Verpflichtungen, die er glaubt, als König erfüllen zu müssen. Für Rohn hingegen sind seine persönlichen Wünsche als Mensch und seine Vorstellungen, was er als König für sein Land will, im Grunde ein- und dasselbe. Für ihn existiert in dieser Hinsicht kein Unterschied - was sicherlich auch ein Grund ist, warum Rohn von euch allen als unsympathischer als Kronot empfunden wird. Kronot ringt mit den widersprüchlichen Anforderungen seiner Rollen, während Rohn solche Momente mehr als persönliche Kränkung erlebt, auf die er mit Zorn reagiert.

    Ach ja, die lieben Adjektive! Ich habe ja schon mehrfach meine Meinung dazu ausführlichst kundgetan, sodass ich hier nicht abermals in einen mehrseitigen Monolog verfallen möchte. Ich denke zwar nicht, dass ich durch den Gebrauch von (zu vielen) Adjektiven "zwanghaft" versuche, alles detailliert zu beschreiben, und dadurch dem Text die Wirkung nehme, aber ich stimme dir zu, dass für mich Adjektive und Adverbien ein wichtiges Stilmittel sind, um meine Geschichte plastisch und kraftvoll zu machen. Es ist sicherlich eine Frage des persönlichen Geschmacks, ab welchem Punkt jemand den Gebrauch von Adjektiven als "too much" empfindet oder es für ihn noch eine farbige und anschauliche Beschreibung ist. Was ich bei dir irgendwie witzig finde, ist, dass du ja auch meinen "Wächter des Elfenhains" gelesen hast und der dir offenbar ja gefallen hat. Dabei habe ich bei keinem meiner Romane eine so bildhafte und mit wertenden Adjektiven und Adverbien angereicherte Sprache wie dort benutzt. Ich finde es erstaunlich, dass dir die Sprache bei Andion und seinen Erlebnissen bei den Elfen nicht auch zu überladen und "zwanghaft detailliert" vorgekommen ist (das hätte ich nämlich viel mehr verstanden).


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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Élandor am Sa Okt 24, 2015 5:40 pm

    Achja, "Wächter des Elfenhains". Irgendwo habe ich meine Meinung dazu ja schon mitgeteilt, wenn auch nicht so ausführlich, wie in dieser Leserunde zu "Gwailor". Als ich dieses Buch gelesen habe, war ich sowieso konplett in der Famtasy-Schiene versunken, weshalb ich an den starken Gebrauch von Adjektiven und Adverben von vornherein gewöhnt war. Momentan lese ich eher Romane in Richtung Science-Fiction und Thriller, welche ja ganz anders arbeiten, als phantastische und historische Bücher. Auf jeden Fall bin ich jetzt wieder drin in dieser fabelhaften Welt, ich muss zugeben, sie vermisst zu haben.


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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Susanne Gavenis am Sa Okt 24, 2015 7:00 pm

    Ja, Science Fiction und Thriller sind natürlich etwas völlig anderes als Fantasy, das ist keine Frage. Obwohl ich glaube, dass die Verwendung von Adjektiven und Adverbien in der SF (mit Thrillern kenne ich mich nicht wirklich aus) gar nicht so sehr eine Frage von "wenig" oder "viel" ist, sondern mehr von "anders". Während in der Fantasy wertende Begriffe wie Adjektive ja oft mit dem Ziel gebraucht werden, eine märchenhafte und üppig-detaillierte Atmosphäre und Stimmung zu erzeugen, geht es bei der SF eher darum (ich vereinfache jetzt mal ganz mutig und lasse die vielen Spielarten, die es in der SF gibt, unberücksichtigt), mit denselben Wortarten ein technisch-wissenschaftliches bzw. Weltraum-Flair zu vermitteln. Manchmal - wenn ich z.B. an Peter Hamiltons Romane wie etwa den "Armageddon-Zyklus" denke - steht der Gebrauch von Adjektiven und Adverbien in SF-Romanen, was seine Häufigkeit angeht, dem in Fantasy-Romanen m.E. in nichts nach. Letztlich macht das aber natürlich auch Sinn, denn als Autor benutzt man ja bestimmte Stilmittel, um eine bestimmte Wirkung damit zu erzielen, und bei dem Ziel "plastische und figurennahe Beschreibungen" sind Adjektive und Adverbien - auf die richtige Weise verwendet - ein hervorragendes Mittel, um genau das zu erreichen (auf die falsche Weise verwendet sind sie allerdings eine ebenso hervorragende Möglichkeit, bei der Darstellung seiner Figuren an der Oberfläche zu bleiben, etwa wenn ich lediglich schreibe: "Er war ein interessanter Mann " oder "Sie war eine schöne Frau" oder "Er war zornig" und es damit genug sein lasse in dem Glauben, dass der Leser diese oberflächlichen Plattitüden schon mit seiner eigenen Phantasie mit Leben füllen wird).


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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Lindenblüte am Mo Okt 26, 2015 6:03 pm

    Bei den beiden Prologen habe ich mich in der Tat bemüht, die jeweils eigene Atmosphäre, die in beiden Königreichen herrscht, durch verschiedene Details spürbar zu machen. Dazu gehören neben der Beschreibung des Thronsaals auch die Anzahl der Gardisten. Ich wollte deutlich machen (auch wenn man es vielleicht gar nicht so bewusst wahrnimmt), dass Kronot und Rohn einfach sehr unterschiedliche Charaktere sind, die das Lebensgefühl in der Burg sehr stark prägen. Das zeigt sich u.a. auch daran, dass es bei Kronot viel familiärer zugeht als bei Rohn. Kronot hat Vertraute und Freunde, die ihm am Herzen liegen, während Rohn letztlich niemandem wirklich vertraut und innerlich einsam ist. Rohn umgibt sich mit militärischem Pomp, Kronot mit seinen Freunden.
    Gerade das finde ich an den Prologen auch sehr gut gelungen. Vor allem, dass der Leser nicht konstant mit der Nase drauf gestoßen wird, sondern diese Sachen eher indirekt rüber gebracht werden.

    Ich denke aber, dass ich mir insgesamt nicht ZU krass das Wetter symbolhaft zurecht biege, wie ich es gerade brauche (der Scheich wird depressiv, und eine Sekunde später ziehen in der Wüste graue Wolken auf, und es beginnt zu schneien. DAS wäre sogar mir zu dick aufgetragen!).
    Es gibt ja einige Hollywood-Filme, die so ungefähr nach dem Motto arbeiten... wenn jemand den Prota sitzen lässt, gibt es plötzlich wolkenbruchartiges Regenwetter, egal, wo man sich gerade befindet und wie das Wetter in den letzten Minuten war. Das regt mich auf.
    Jetzt habe ich übrigens gerade extrem Lust, einen Text über diesen Scheich zu schreiben.
    LG Blütchen


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    "And the behaviour of the cat was somewhat peculiar. It was soon noticed that when there was work to be done, the cat could never be found. She would vanish for hours on end, and then reappear at meal-times, or in the evening after work was over, as if nothing had happened. But she always made such excellent excuses, and purred so affectionately, that it was impossible not to believe in her good intentions."
    (Animal Farm von George Orwell)
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    Re: 1. Abschnitt: Prolog (Tarell/Lumaar) - Die Geburt der Königskinder

    Beitrag von Susanne Gavenis am Mi Okt 28, 2015 12:53 pm

    Für deine Scheich-Geschichte würde ich mich freiwillig als Probeleser zur Verfügung stellen!

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