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    Beitrag von Alastor am Mi Jul 01, 2020 8:11 pm

    (Für User dieses Forums: Wer dazu etwas sagen möchte kann Tarija83 eine PN schicken oder ein Thema im entsprechenden Forenbereich erstellen)


    Die Vorstellung eines neuen Romans von unserem Mitglied Tarija; in ihren Worten verfasst:



    Band 1 einer Trilogie


    Die Miremer Saga - Geist der Alten, Melanie Häcker Die_mi10



    Klappentext:


    Die Lords ächzen unter der Tyrannei Barquats, aber keiner wagt es sich gegen ihn zu stellen. Keiner außer Wojalf. Ein junger Mann, dessen Vergangenheit eine bedeutende Rolle im Reich spielt. Doch sein aufbegehren, gegen den Herrscher, unternimmt er nicht allein. Er entführt Barquats Lieblingssklavin Sheren, die deutlich die Zeichen der brutalen Hand des Herrschers auf ihrer Haut trägt. Wojalf schenkt ihr ein neues Leben, neue Hoffnung und sucht mit ihr an der Seite nach weiteren Verbündeten für seine Interessen. Das gepeinigte Reich von der Tyrannei befreien.


    Leseprobe:
       Kapitel 1
       Der Dieb
         Er wog den vergoldeten, mit Rubinen besetzten Kelch entspannt in der Rechten. Sein Ellbogen ruhte auf der breiten stählernen Lehne des Thrones. Spielend ließ Barkat die Hand kreisen, sodass die Blume des würzigen Weines seine Nase kitzelte. Das Aroma auf der Zunge schmeckend trank er einen kräftigen Schluck. Gedankenvoll betrachtete er die Narben, die deutlich von der gebräunten Haut abstachen. Zeugnisse der zahlreichen Kämpfe und Schlachten, in denen er sie erlangt hatte. Wahrlich, diese Pranken haben manches Gefecht geschlagen und glorreich gesiegt, bedachte er und spannte die Muskeln an. Mittlerweile war er nicht mehr der Jüngste mit fünfzig Sommern. Trotz alledem zeigte sich sein Körper wie der eines unbezwingbaren Kriegers.
         Den Oberkörper ein Stück nach vorne neigend, glitt sein Blick über die Gesichter der Anwesenden. Keiner wagte es, ein Wort zu sagen. Wartend sahen sie zu ihm auf. Zu ihm. Ihrem Herrscher.
         Sein Zeigefinger strich bedächtig die breite Narbe entlang, die von der linksseitigen Hälfte oberhalb des Nasenrückens, knapp unter dem rechten Auge zur Wange verlief. Es war eine von unzähligen Spuren, die auf seinem ganzen Körper verteilt waren. Sie alle zeigten, wie er gekämpft hatte. Er hielt nun die Fäden in der Hand, mit denen er die Lords steuerte. Manch einer von ihnen saß vor ihm, wenn nicht ein Vertreter. Sie alle warteten darauf, dass er sprach.
         Mit selbstgefälligem Lächeln sank er in das purpurfarbene Polster zurück. Gedachte eines Moments der Rebellen, die er entlang der Handelsroute hatte kreuzigen lassen, bevor er einen weiteren Schluck aus dem Kelch trank. Das ist den Abtrünnigen eine Warnung, wenn sie sehen, wie ihr Gesinde elendig verdursten, sinnierte er, seinen Blick unweigerlich auf einen gewissen Mann richtend. Der Einzige, der bis heute eine Gefahr für ihn darstellte. Den er unter keinen Umständen unterschätzen durfte. Wojalf vom Volk der Wölfe aus den hohen Nordlanden. Dieser Bursche war ein ausgezeichneter Krieger. Muskulös, trotz allem athletisch gebaut.
         Im Kampf agierte Wojalf geschickt mit seinem Schwert, das er mit tödlicher Präzision zu führen wusste. Ferner hantierte er spielend mit Pfeil und Bogen, so wie mit den beiden unscheinbaren Dolchen, die er ständig am Gürtel trug. Wojalf, sein Volk, die hohen nördlichen Burgen waren die Letzten, die Barkat bezwang. Mit unbarmherziger Hand zählte er sie nun zu seinen Untertanen. Dafür er zahlreiche Verluste seinerseits hinnahm. Er erinnerte sich an die harte Schlacht um Kafrot. An die Vorteile, welche die Burgherren besaßen, deren Soldaten sich bestens in dem ungeheuren Waldgebiet auskannten, das Kafrot umgab.
         Kafrot war unbestreitbar eine gewaltige Festung, die ihresgleichen suchte. In der gesamten Mitte des Landes stellte sie allein seine Burg mit all seinen Ausmaßen in den Schatten.
         Den Burschen weiterhin betrachtend, der in der Rolle des Vertreters von Kafrot hier an der Tafel saß, schwenkte er auf ein Neues den Kelch. Er beneidete den Kerl um den athletischen Körper, den dieser mit dicken Tierfellen verdeckte. Durch jene Kleidung, die er zu tragen pflegte, die Art, wie er anderen gegenüber auftrat, täuschte Wojalf gerne seine Gegner. Barkat dagegen nicht mehr. Er hatte unausweichlich Erfahrungen mit ebendiesem Krieger erlangt. Zu der Zeit des Krieges belächelte er ihn. Verhöhnte sein Volk. Erachtete ihn nicht als einen ernst zu nehmenden Kämpfer, bis er ein Gespür dafür bekam, wie sich Wojalf im Kampf verhielt. Wie gegen ein ungebändigtes Tier anzukämpfen, so war es ihm vorgekommen. Nicht gegen einen Krieger. Bis heute, sooft er ihn ansah, überkam ihn das sonderbare Gefühl, dass mit diesem Burschen etwas nicht stimmte.
         Mit einem weiteren Schluck des würzigen Weines ließ er seine grüblerischen Gedanken von dem Mann abgleiten. Er hielt den leeren Kelch seiner kostbarsten Sklavin hin, die einer Statue gleich neben dem Thron stand. Zu ihr schielend beobachtete er, wie sie den Becher füllte, wobei er in dem Moment am liebsten ihren Körper unter sich gelüstete, anstatt hier vor den Abgesandten zu sitzen.
         Sie war eine Augenweide. Er bereute bisher keinen Augenblick, sie vor zwei Sommern einem Sklavenhändler abgekauft zu haben. Zwar für einen stolzen Preis, trotz alledem war sie jeden Taler wert, den er ausgegeben hatte. Sie war nicht wie die anderen Sklavinnen, willig sowohl gehorsam. Nein. Sheren widersetzte sich ihm gerne, zeigte ihre Kralle, was er an ihr liebte. Die Wildheit. Ihr Wille, sich nicht unterzuordnen. Es versprach ihm Abwechslung zu den zahmen Sklavinnen, wobei ihr Temperament zugegeben langsam nachließ. Seine Augen glitten über ihren wohlgeformten Körper, der von einem halbdurchsichtigen, eng geschnittenen Kleid verhüllt war. Breite Träger ohne Ärmel gewährten einen Blick auf ihre schmalen Schultern. Er wählte bewusst dieses Gewand. Denn dadurch sah er deutlich ihre reizvolle Hüfte mit dem knackigen Hintern. Die schlanke Taille. Den straffen Bauch ebenso die rundlichen Brüste, die er zu gerne mit den Händen packte. Aus dem Augenwinkel erkannte er, dass sie nicht nur seine Blicke anzog, sondern ebenfalls die der anwesenden Herren, was ihn köstlich amüsierte. Ein Grund weswegen er sie neben sich verlangte. Er benutzte sie ab und zu, um Skeptiker zu locken, auf seine Seite zu ziehen, indem er sie für eine Nacht auslieh. Was ihm zwar schwerfiel, ihm bisher trotz alledem nur Nutzbringendes erbracht hatte.
         Langsam führte er den Kelch an seine Brust und richtete die Aufmerksamkeit nach vorne zu dem langen Tisch. Aus dem Augenwinkel bemerkte er, dass Wojalf ebenfalls von der Schönheit Sherens angezogen zu sein schien. Mit einem hinterlistigen Lächeln überdachte er, ob er Sheren zum Vorteil nutzte, indem er sie Wojalf auslieh. Vorstellbar das er den Burschen für sich gewann. Abgesehen davon, hatte er den Rat abzuhalten, weswegen die Abgesandten alle an der Tafel hockten. Mancher schaute ihn voller Erwartung an, was heute auf einen zukam, doch die anderen zeigten die unterschiedlichsten Gesichtsregungen. Er war sich bewusst, dass manch einer der Lords, oder Vertreter nur nach außen hin ihm wohlgesinnt war. Hatte Kenntnis von den Intrigen, die sie gegen ihn spannen, wobei er dieses Spiel liebte.
         Barkat setzte sich bequemer auf seinen Thron, trank einen Schluck Wein, der ihm wohltuend die Kehle hinunterrann, musterte dabei aus reiner Gewohnheit jeden einzelnen, bevor er mit tiefer, brummender Stimme sprach: „Ich bin angetan, dass es wahrlich viele Lords, deren Vertreter und abgesehen davon, meine getreuen Vasallen es geschafft haben hierherzukommen. Heute, da alle nach harten Zeiten vereint an dieser Tafel erschienen sind, komme ich gleich zu den wichtigsten Anliegen.“ Mit einem Zug leerte er den Kelch und stellte ihn ruppig auf den Tisch. „Die neuen Regeln, ebenso die Gesetze, die von dem heutigen Tag an für jegliche Reiche gelten.“ Er legte ein drohendes Knurren in seine Stimme, um dem Letzten in dem Raum zu verdeutlichen, dass er keine Widerrede duldete.
         „Ein Jahr ist vergangen, seit die übrig geblieben Lords kapituliert haben. Ihre Ländereien in meiner Hand sind. Es ist daher an der Zeit, dass ich die Zügel Eurer Herrschaft über den Besitz straffer ziehe. Ab sofort zahlt Ihr den vollen Tribut an mich ab. Wenn nicht, ergeht es Euch wie einigen anderen Lords und einer meiner Vasallen übernimmt die Kontrolle der Besitztümer. Wehe dem, der nicht löhnt, gegen ein Gesetz widrigenfalls eine Regel verstößt, der lernt meinen Zorn kennen. Nicht er für sich, sondern obendrein die Übrigen ebenso!“ Wie er es liebte, die Reaktionen in den Gesichtern der versammelten Herren zu beobachten. Mancher erstarrten buchstäblich zu Stein. Bei anderen brach der Schweiß aus, der im Licht der herein scheinenden Sonne auf den Stirnen schimmerte. Wieder andere blieben nach außen hin beherrscht auf ihren Stühlen sitzen, doch Barkat ahnte, dass es in ihnen drinnen brodelte. Sei es aus Angst, oder aus Hass. Ein paar rutschten unstet auf dem Platz umher, versteckten ihre Hände unter dem Tisch, damit er nicht das nervöse Zittern sah. Er erblickte zugleich geballte Fäuste und hastig geleerte Gläser, um unbehagliche Regungen zu vertuschen. Wenngleich keiner von ihnen einen Mucks von sich gab.

       §



     Indem der Tyrann Barkat mit gelassener Stimme die Regeln, wie Gesetze aufstellte, erläuterte wie die Steuern nebst den jährlichen Abgaben aussahen, erlaubte sich Wojalf, jeden an dem Tisch abschätzend zu mustern. Es war erst die zweite Versammlung, zu der Bakusch ihn geschickt hatte, woraufhin er weitere der Lords, zugleich, deren Vertreter sah. Er versuchte einzuschätzen, wer von ihnen ein Vasall Barkats war, oder ein unterdrückter Lord, was ihm schwerfiel. Ungeachtet dessen hatte er etwas herauszufinden, was in diesem Augenblick kinderleicht war, denn er brauchte lediglich die Gesichtsregungen zu beobachtet. Jedoch, seine Konzentration blieb nicht lange auf die Abgesandten gerichtet. Ständig schweifte sein Blick zu der braunhaarigen Schönheit. Haftete für einen Moment an ihrem Körper. Sie war ihm bereits bei der ersten Versammlung aufgefallen, als sie einer Statue gleich neben dem Thron verharrte. Heute hatte sie wieder dem Tyrannen zu Diensten zu sein, was ihn zu seiner eigenen Überraschung empörte.
     Dahingehend, dass Barkat es nicht zu deutlich mitbekam, betrachtete er sich diese Schönheit genauer. Durch den halbdurchsichtigen Stoff erkannte Wojalf, dass Barkat sie nicht sanft behandelte. Ab und an blitzte ein blauer Fleck durch das Gespinst. An ihren Armen bemerkte er verkrustete Schrammen, und ihm war nicht die Beule an ihrer Stirn entgangen, die sie mit ihren langen Haaren verdeckte. Mit einem starren, teilnahmslosen Ausdruck stand sie da, rührte keinen Finger, außer wenn sie den Kelch befüllte. Ungeachtet dessen entging ihm nicht, dass ein ungebändigtes Feuer aus Wut zugleich Hass in ihren grünen Augen schimmerte.
     Im Saal ebbte das Stimmengewirr stetig ab. Wojalf hatte das unliebsame Gefühl, das man ihn beobachtete.
     Als er den Blick von ihr abwendete, erkannte er, dass er mit der Vermutung nicht falsch lag. Barkat sah ihn mit einem belustigten, schiefen Lächeln an. Erst in dem Augenblick merkte Wojalf, dass er die Sklavin an Barkats Seite zulange, ohnehin zu eindeutig musterte.
     Mist. Wieso habe ich das zugelassen. Dieser Fehler ist unverzeihlich, schimpfte er sich in Gedanken. Gleichzeitig behielt er Barkat voll Argwohn im Auge.
     Barkat beugte seinen Oberkörper mehr zu der Sklavin hin, um mit einem Kopfnicken, zugleich mit den Worten auf sie zu deuten: „Wie ich sehe, habt Ihr gefallen an meiner Sklavin Sheren gefunden, oder irre ich mich?“, grinste Barkat hämisch, indem er weiter sagte: „Ja, ja. Sie ist eine Schönheit, wenngleich hin und wieder ein ungebändigtes Biest!“ Dabei packte er sie grob am Gesäß, weswegen sie den Krug um ein Haar aus den Händen verlor, ihn aber rechtzeitig auffing, wogegen ein paar Tropfen zu Boden tropften. Barkat lachte daraufhin donnernd. Sie dagegen reckte trotzig ihr Kinn. Wojalf bemerkte zugleich ein Aufbegehren in ihren Augen. Er hat sie noch nicht komplett gebrochen, schoss es ihm durch den Kopf, woraufhin eine sonderbare Idee in ihm aufkeimte. Ehe er diesen Gedanken weiterverfolgte, grollte Barkat amüsiert: „Hättet Ihr Lust, sie für Euch zu haben?“
     Wojalf entging der lauernde Unterton nicht. Abgesehen davon erlangte er unverhofft eine Gelegenheit, seine aufkeimende Eingebung umzusetzen. Er gab vor, wie wenn er über das Angebot nachdachte, bevor er nickte. Er beobachtete wie Barkat ihr Gesäß begehrlich tätschelte, grinsend ausholte, um ihr einen Klaps zu verpassen. Erneut entglitt ihr die Karaffe um ein Haar aus den Händen. Kehlig lachend, entwand Barkat ihr den Krug und deutete mit einem Kopfnicken auf Wojalf.
     „Sheren. Heute Abend hast du einen wahren Glücksfang erlangt. Du bekommst das Vergnügen dem Freund hier dein Temperament zu zeigen.“ Er schob sie bestimmend nach vorne und lachte grölend. Zugleich trat sie widerwillig auf Wojalf zu.
     Wojalf schluckte unweigerlich bei ihren betörenden Bewegungen. Sie fing an, ihm zu gefallen. Trotz alledem, es war ihm vergönnt eine Nacht über sie zu verfügen. Bewundernd sah er sie an, ehe sie mit steifer Haltung auf seinen Oberschenkel sank. Er drückte ihren Körper zögernd gegen sich, legte unbeholfen einen Arm um ihre Taille, die Hand auf ihren Schenkel, als Barkat schallend lachte.
     „Wojalf. Ich gab die Erlaubnis, Euch mit ihr zurückzuziehen, um Euren Spaß zu haben. Denn ich sage es nicht zweimal. Ich gebe sie ausschließlich für eine Nacht her. Sie ist meine wertvollste Sklavin. Behandelt sie daher sorgsam, nicht das mir morgen Klagen zu Ohren kommen.“
     Sein dröhnendes Gelächter steckte zögernd ein paar der Anwesenden an, was Wojalf zunehmend missfiel. Er schob die Sklavin von sich, stand auf und bedeutete ihr, mit einem knappen Kopfnicken ihm zu folgen. Das Johlen der Abgesandten war weithin im Gang zu vernehmen, weswegen er seine Schritte beschleunigte, um außer Hörweite zu kommen. Er sah zur Seite, wo sie gehorsam einherging, gleichzeitig drängte sich eine Frage in seine Gedanken. Wie setzte er in einer Nacht die Idee um?
     Er hielt vor der Tür zu dem Gemach inne, dass den Vertretern von Kafrot, wenn nicht Lord Bakusch zugeteilt war. Beherzt ergriff er die Klinge und trat hinein. Nach ihr schloss er hastig die Tür, drehte sich auf dem Absatz herum, um sie eingehend, sowohl gründlicher zu mustern. Wojalf entdeckte weitere blaue Flecken, zugleich Schrammen. Dafür, dass sie sein Liebling ist, behandelt er sie nicht pfleglich, grollte er. Er schritt an einen Stuhl heran, an dessen Lehne eine Wildledertasche hing. Diese öffnete er, suchte eine Tonphiole, gleichzeitig ein weiches, säuberliches Tuch. Er klemmte den Korken der Phiole zwischen seinen Zähnen ein, zog ihn quietschend heraus, parallel winkte er sie herbei.
     „Zieh das Gewand aus“, befahl er sanft nuschelnd, den Pfropfen weiterhin mit den Zähnen haltend.


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    Ein Mann stand auf einer Klippe und beobachtete, wie sein Heimatland zu Staub zerfiel.
    Das Wasser brandete unter ihm, so tief unter ihm.
    Und er hörte ein Kind weinen.
    Es waren seine eigenen Tränen.

    Gesammelt am vierten Tanates im Jahr 1171, dreißig Sekunden vor dem Tod" - aus Weg der Könige von Brandon Sanderson

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr Aug 14, 2020 3:11 pm