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Alastor

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    2. Akt - Im Jadereich

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    TKarn
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    2. Akt - Im Jadereich

    Beitrag von TKarn am Mo Jun 19, 2017 8:21 pm

    09. Ilari'Orosas 1404, Mittag

    Quendi war das Glück hold. Zwar sah es eine Weile so aus, als ob Kaebjorg den Pott gewinnen würde, doch mit einem glücklichen Wurf konnte die Pygmaei doch das Blatt für sich wenden. Das Spiel hielt euch so sehr gefangen, dass ihr die Ankuft am Ju'Manal fast verpasst hättet. Doch die aufkommende Geschäftigkeit der Crew riss euch aus eurer kurzweiligen Beschäftigung heraus. Bald legte das Schiff an einem der beiden Liegeplätze an. Die "Windschreiter" wurde vertäut und Hafenarbeiter erkundigten sich, ob Ladung be- oder entladen werden sollte. Ihr gingt unter Deck, um eure Habseligkeiten zu holen. Die Mannschaft verabschiedete sich von euch und ihr betratet endlich das Plateau auf der Bergspitze. Ein kurzer Blick in die Runde machte euch mit der Umgebung vertraut. Neben einem weiteren Liegeplatz gab es ein großes Lagerhaus, für Waren, die umgeschlagen werden sollen, den "Fremden Reisenden" - ein Gasthaus, in dem wartende Reisende ihre Zeit verbringen konnten und einen Platz zum schlafen fanden.  Es gab "Xian's Maultierstation" und "Gipfelstürmers Transporte aller Art", aus dessen Gebäude ein Hämmern und Zischen erklang, das Quendis Herz höher schlagen lies. Ein eisiger Wind pfiff euch um die Ohren, diese Kälte hattet ihr an Bord des Schiffes nicht gespürt. Damit hattet ihr die erste Etappe eurer Reise geschafft.


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    Re: 2. Akt - Im Jadereich

    Beitrag von Sue am Di Jun 20, 2017 6:27 pm

    Fast hätte Kaebjorg es geschafft, das Würfelspiel zu gewinnen. Doch dann, verdammt und zugespleißt, schlug ihn Quendi doch noch mit einem sagenhaften Wurf. Naja, bei den Spielregeln machte das auch nichts aus - andererseits kam es ihm nicht richtig vor, dass er kein Geld verloren hatte. Aber so brauchte er vor den anderen wenigstens nicht seinen prallen Beutel zu zücken.



    Er streckte sich ausgiebig und ließ seinen Blick in die Ferne schweifen - doch da war keine Ferne mehr! Das Schiff befand sich dicht über einer zerklüfteten Felslandschaft, die schlimmer aussah als das Gebiss eines Khof'Ghot*. Ganz in der Nähe ragte ein gewaltiger Berggipfel aus dem Ganzen hervor, und er sah ein paar bescheidene Dächer darauf sitzen. Dort würden sie doch nicht etwa landen? Dass diese Magiewellen auch so ungeschickt verlaufen mussten!

    Als er sich über die Reling beugte und hinabsah, entdeckte er einen schmalen Pfad, der sich durch die steinige Landschaft schlängelte. Gebirge waren ihm zwar vertraut, aber die Leute, die hier herumklettern mussten, beneidete er nicht im Mindesten! Dann erinnerte er sich an eine gewisse Passage im Tagebuch... und an Maultiere...
    Doch was sollte die Grübelei? Nicht, dass er sich das noch angewöhnte! Es war eindeutig Zeit für ein Bier, erst recht bei dieser lausigen Kälte.
    Die Mannschaft hatte alle Hände voll zu tun und der Abschied fiel kurz aus, aber Kaebjorg würde sich auch so zurechtfinden. Sein Orientierungssinn hatte noch immer den nächsten Ausschank gefunden, und dort würde er Schnellmesser und die Gidwerg aus der Mannschaft später bestimmt wiedertreffen.

    Zusammen mit Raya, Quendi, Andrel und Lylla verließ er das Schiff und fand sich in der Mitte eines kleinen Platzes wieder. Die eine Seite wurde von Piers und Lagerhallen gesäumt, auf der anderen gab es noch drei weitere Gebäude. Eines davon war das Gasthaus, und es hatte einen langweiligen Namen - Zum Fremden Reisenden. Aber für Essen, und besonders Trinken, würde dort sicher trotzdem gesorgt sein - Leute, die in so einer Einöde lebten, hatten immer einen guten Schluck bei sich.

    "Ist euch auch nach 'ner ordentlichen Einkehr?", fragte er in die Runde.


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    CheshireCat
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    Re: 2. Akt - Im Jadereich

    Beitrag von CheshireCat am Mi Jun 21, 2017 10:11 am

    Lylla bedachte den Gidwerg mit einem mitleidigen Blick. Im Fremden Reisenden würde er sicher einiges bechern müssen, bevor die angenehmen Schwaden der Trunkenheit ihn selig stimmten. Sie sah sich auf dem Platz um, der ihr wohl bekannt war. Überall sah sie Erinnerungen. Dort, nicht unweit von ihrem Anlegeplatz, hatte sie damals gestanden und die Berge angegafft. Verliebt bis über ihre spitzen Ohren war sie gewesen. Wenn sie die Berge heute ansah, musste sie schlucken. Sie wollte nicht gern dort hinauf. Zu kahles Land, viel zu wenig Baumwuchs. Es war verrückt, was für ein Traditionalist aus einem wurde, wenn man in die Ferne ging.
    "Yo, lass uns einen heben", stimmte sie zu. "Ich empfehle den Wein." Was anderes wird auch schwer zu bekommen sein, murmelte sie kaum hörbar, während sie sich bückte. Es war ein schnuckeliges Tavernchen, sie wollte es nicht in Verruf bringen. Außerdem hatte sie beim Packen ihren Flachmann wieder gefüllt. Sie grinste beim Gedanken, dem brummigen Gidwerg ein Lächeln abzuringen, indem sie ihm seinen Wein etwas aufhübschte.
    Als sie in die unentschlossenen Gesichter um sich herum blickte, stellte sie ihr Gepäck noch einmal ab.


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    Ich schreibe die Geschichte, die Geschichte schreibt mich.

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