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    Was haben Menschen den Elfen voraus?

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    Was haben Menschen den Elfen voraus? Empty Was haben Menschen den Elfen voraus?

    Beitrag von Strato Incendus am So Jun 28, 2020 10:13 pm

    Unter Shadiversitys Video zur Frage, wie Menschen am besten gegen Elfen kämpfen könnten, die ihnen ja scheinbar in jeder Hinsicht überlegen sind, meinte ein Nutzer frei übersetzt: "Keine Sorge - ihr seht doch an den gängigen Geschichten, elfische Frauen verlieben sich andauernd in menschliche Männer. Damit bleiben weniger für die elfischen Männer." Lösung also: Die Menschen besiegen die Elfen einfach auf demografischer Ebene per Stärke durch Überzahl. Eventuelle Nebenprodukte: Elfische Rechtsextreme, die befürchten, von Menschen "ausgetauscht" zu werden.

    Aber im Ernst, insbesondere bei Herr-der-Ringe-Elfen, die den Menschen gegenüber viele Vorteile, aber keine Nachteile zu haben scheinen, stellt sich schon die Frage, was ein Elf an einem Menschen finden kann. Eine Freundschaft oder gar Beziehung, die eher "karitativer" Natur ist, also ein einseitiges Kosten-Nutzen-Verhältnis, kann zwar vorübergehend entstehen, ist aber wohl kaum langfristig stabil. (Quote Jenna Moreci: "That's not a friend - that's a pain in the a*s!")

    Die Beobachtung, dass man häufiger Elfenfrau + Menschenmann sieht als umgekehrt, könnte man intuitiv ja erst einmal damit erklären, dass der typische Elf eher dem weiblichen Schönheitsideal entspricht als dem männlichen. Sowohl Menschen- als auch Elfenmänner fänden demnach elfische Frauen hübscher als menschliche, und sowohl Menschen- als auch Elfenfrauen fänden die menschlichen Männer attraktiver. Ein Elf mag zwar im rein ästhetischen Sinne "schöner" sein (reinere Haut, keine Falten etc.), aber er hätte viele der typisch männlichen äußeren Merkmale nicht (schmalere Schultern, schlankerer Körperbau / weniger Muskelmasse, geringere Körpergröße, keinen Bartwuchs etc.).

    Allerdings haben Elfen viele andere Vorteile: Sie werden deutlich älter und können damit mehr Lebenserfahrung sammeln, haben dementsprechend auch mehr Zeit, jede beliebige Fähigkeit zu trainieren und sie infolge besser zu beherrschen. Sie sind außerdem oft magisch begabt. Wenn man all diese Fähigkeiten zusammennimmt, sind sie in der Folge wohl auch auf dem Arbeitsmarkt kompetitiver, wodurch sie mehr Geld verdienen würden.

    Aufgrund der drastischen Unterschiede zwischen der menschlichen und elfischen Lebensspanne kann es zudem bei einem halb-elfischen Kind mitunter vorkommen, das dieses noch vor seinem elfischen Elternteil stirbt (aber natürlich erst lange nach dem Tod des menschlichen Elternteils). Ein menschlicher Vater stirbt also womöglich, lange bevor sein halb-elfisches Kind (zumindest kulturell gesehen) erwachsen ist, und lässt eine alleinerziehende elfische Mutter zurück, die in einem mittelalterlichen Setting noch größere Schwierigkeiten als heute haben würde, dieses Kind zu versorgen.

    Da braucht es also schon einige triftige Gründe für einen Elfen, sich mit einem Menschen einzulassen. Diese werden natürlich meistens nicht rational bewusst sein. Die meisten Personen werden zuerst ihre Gefühle erleben und dann bestenfalls rückwirkend rationalisieren, warum sie diese vielleicht entwickelt haben könnten. Für Außenstehende dagegen - und das sind wir als Erzähler ja - sind die Motive oft leichter ersichtlich. Also sollten wir sie glaubhaft schreiben.

    Die meisten Menschen werden umgekehrt bei ihrem ersten Zusammentreffen mit einem ihnen in anscheinend so vielerlei Hinsicht überlegenen Elfen erst einmal überwältigt sein. Handelt es sich dabei um die gefühlt deutlich häufigere Kombination von menschlichem Mann und elfischer Frau, wird ihn dazu verleiten, sie "auf ein Podest zu stellen". Sie wird sich dadurch bestenfalls von seinen Hoffnungen und Ansprüchen überfordert fühlen, wahrscheinlich aber vor allem auf ihn herabblicken (Stichwort Hypergamie, also dass Frauen sich Männer von mindestens gleichem, meistens jedoch höherem Status suchen als sich selbst - was meistens bedeutet, dass diese Männer auch deutlich älter sind).

    Die Hypergamie ist demnach ein fundamentales Problem solcher Beziehungen, da erwachsene Elfen eigentlich per Definition zum Zeitpunkt des Kennenlernens bereits deutlich älter sein werden als erwachsene Menschen - nicht selten 100 Jahre oder darüber.


    Natürlich könnte der Mensch in gewisserlei Hinsicht erfahrener, emotional reifer o.ä. sein. Allerdings müsste er diese Erfahrung dann in unglaublich kurzer Zeit gesammelt haben, schneller als die meisten anderen Menschen, um überhaupt mit der jahrzehntelangen Lebenserfahrung eines Elfen mithalten zu können, geschweigedenn den Elfen darin zu übertreffen.

    Der Herr der Ringe:
    Was Arwen an Aragorn findet, ist noch relativ einfach zu erklären - naja, zumindest am Ende, wo er wieder König ist. Damit ist er schließlich eindeutig am oberen Ende der menschlichen Hierarchie, also der "Top Dog". Bis dahin müssen sein Mut und seine außerordentliche Selbstständigkeit / Überlebenskunst / Unabhängigkeit als "Landstreicher" genügen.

    Nur auf die Filme bezogen hat Arwen zwar Kampfszenen, wie etwa als sie Frodo vor den Ringgeistern beschützt. Aber sie ist natürlich bei weitem nicht so eine "Kampfsau" wie Aragorn, sodass er in der Rolle ihres Beschützers noch plausibel ist.

    In einem Gespräch mit Eowyn wird aber auch angedeutet, dass Aragorn technisch gesehen gar kein "reiner" Mensch, sondern ein Halb-Elf sein könnte.

    Eragon (alle vier Teile):
    Und jetzt zu dem anderen Elfenliebhaber, dessen Name nur minimal anders klingt. Wink

    Das Machtgefälle zwischen Arya und Eragon wird nie wirklich behoben - immerhin ist die Geschichte dann aber auch so konsequent, dass die beiden nie wirklich zusammenkommen, sondern nur ihre Drachen sich kurz miteinander vergnügen.

    Eragon rettet Arya im ersten Teil aus der Gefangenschaft, doch sobald sie wieder bei Bewusstsein ist, ist er im Handumdrehen in der oben erwähnten "Podest-Anbeter"-Rolle. Im zweiten Teil erfährt er dann, dass sie eine Prinzessin ist, also die Tochter der amtierenden Königin Islanzadi. Deutlich älter und in magischen Dingen erfahrener als er ist sie sowieso. Nach einem bestimmten Ritual wird er zwar selbst mehr und mehr wie ein Elf, und auch seine magischen Kenntnisse wachsen natürlich im Verlauf der Geschichte.

    Am Ende jedoch verliert er auch noch den einzigen "Vorsprung", den er bis dahin vor ihr hatte (das klingt jetzt, als stünden sie im Wettbewerb miteinander, aber es ist eher im Sinne von "was kann er ihr bieten): Bisher war er eben ein Drachenreiter und sie nicht. Am Ende vom vierten Teil wird Arya ebenfalls zur Drachenreiterin, sodass sie jetzt Reiterin und Königin zugleich ist.

    Ich gehe allerdings davon aus, dass Christopher Paolinis Entscheidung, Eragon und Arya nicht am Ende zusammenzubringen, eher auf die Ähnlichkeit seiner Geschichte mit Star Wars zurückgeht: Weder Luke noch Eragon kriegen am Ende die Prinzessin, und beide gehen fort, um eine neue Generation von (Jedi-/Drachen-)Rittern auszubilden.

    Dennoch: Der Verlauf beider Geschichten bis zu diesem Zeitpunkt macht einen solchen Ausgang plausibel, da weder Luke noch Eragon eine nennenswerte Entwicklung im romantischen Sinne durchlaufen. Dann kann es diesbezüglich auch keine Fortschritte geben.



    Bei mir ist es vor allem so, dass Menschen schneller lernen als Elfen, sich also neues Wissen und neue Fertigkeiten zügiger aneigenen können. Da gibt es allerdings einen "speed-accuracy-trade-off", d.h. die Menschen sind weniger pingelig und geben sich schneller mit Resultaten zufrieden, sodass sie dann weitergehen können zum nächsten Problem.

    Der Elf hingegen ist es gewohnt, mehr Zeit zu haben als alle anderen Humanoiden, also nimmt er sich diese Zeit, um seinen perfektionistischen Ansprüchen gerecht zu werden. Während er also weiter am selben Problem arbeitet, vernachlässigt er andere Probleme.

    Dadurch braucht es dann länger, bis Elfen erwachsen sind (nicht nur körperlich, sondern auch geistig, d.h. bis sie über all die notwendigen Fähigkeiten zum selbstständigen Leben verfügen). Und auch im Erwachsenenalter angekommen entwickeln sie sich natürlich langsamer weiter. Wenn z.B. eine 120 Jahre alte Elfe in etwa einer menschlichen Frau Anfang 20 entspricht und 200 Elfenjahre etwa 30 Menschenjahren entsprächen, dann bleibt diese Elfe sehr lange in diesem "Anfang-20"-Status und Mindset.

    Das mag bezüglich ihrer Attraktivität auf das andere Geschlecht natürlich von Vorteil sein. Es führt jedoch dazu, dass ein Mensch, obwohl er in absoluten Jahren so viel jünger ist als sie, sie bezüglich seiner geistigen Entwicklung "überholen" kann, wenn er regulär in wenigen Jahren von Anfang 20 auf Mitte und dann Ende 20 geht.

    Nichtdestotrotz - das Machtgefälle zwischen Menschen und Elfen ist immer noch enorm. Schneller zu lernen als ein Elf bringt einem Menschen nur bedingt viel, wenn das Ausgangslevel der meisten erdenklichen Fähigkeiten beim Elfen zum Zeitpunkt des Kennenlernens einfach aufgrund seiner langen Lebensspanne, und damit seiner größeren Übung, schon so viel höher ist.



    Die elfische Love Interest in meiner Geschichte befindet sich daher zur Mitte von Teil 2 von 4 auf dem Höhepunkt ihrer Macht; danach geht es steil bergab, weil sie von einer Situation in die nächste geworfen wird, wo sie trotz ihres überlegenen Wissensstandes und ihrer magischen Fähigkeiten aufgeschmissen ist. Sei es, weil sie mit ihr prinzipiell durchaus unterlegenen Kulturen konfrontiert ist (Menschen, Zwergen, Orks etc.), die ihre Sichtweise nicht verstehen, sodass sie bei ihnen bestenfalls gegen die Wand redet und schlimmstenfalls durch die Überzahl Angehöriger anderer Völker in Gefahr gerät; sei es, weil sie in ihrer zivilisierten Heimat eine ausgeprägte Tötungshemmung entwickelt hat, die Angehörige dieser anderen Völker nicht haben, weil sie unter härteren Umständen leben; oder sei es, weil sie auf einen noch mächtigeren Magier trifft, der ihre Kräfte unterdrücken kann.

    Der menschliche Prota dagegen fängt wie üblich, nachdem seine Heimat niedergebrannt wurde, ganz unten an. Von dort muss er sich langsam nach oben kämpfen, um seine Ziele zu erreichen: Jeden einzelnen Zauber, den er entlang seines Weges lernt (es sind nicht viele), muss er sich hart erarbeiten; wann immer er mit Feuer konfrontiert wird, kommt das Trauma der Zerstörung seiner Heimat wieder hoch und er erlebt Panikattacken - d.h. er hat eine Phobie, die er überwinden muss. Über das meiste, was er zur Erreichung seiner Ziele benötigt, weiß er nichts, sodass er zuweilen auch einfach mal mehr Bücher wälzen muss als in seinem gesamten Leben zuvor. Aber all diese Dinge tut er eben nicht so langsam, wie ein Elf es täte. Er wird mit lauter Schwierigkeiten konfrontiert, die die Elfe bis dahin so nicht erlebt hat. So bekommt er eine Gelegenheit nach der anderen, an seinen Herausforderungen zu wachsen - oftmals ohne dass die Elfe das überhaupt wirklich mitbekommt.

    Sie fällt also langsam, er steigt langsam auf, und irgendwann treffen sich beide in der Mitte. Wink Beziehungsweise ein bisschen nach der Mitte, denn sie muss ja noch ein wenig weiter fallen, damit er sie wieder hochziehen kann.

    Wie gesagt: Hypergamie eben. Wink

    Was können eure Menschen besser als Elfen? Und wie wirkt sich das aus, nicht nur auf Romanzen, sondern auch auf die beiden Gesellschaften allgemein, Politik, Handel, Militär...?


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    Was haben Menschen den Elfen voraus? Empty Re: Was haben Menschen den Elfen voraus?

    Beitrag von Neclus Mandarius am So Jun 28, 2020 11:47 pm

    Gut, bei mir gibt es diese Art von Elfen nicht und da die Menschen meines Universums nur mit Elben und ein paar wenigen Zwergenrassen (nämlich diejenigen, die mit Menschen gemeinsame Vorfahren haben) genetisch kompatibel sind, ist auch das Romanzenproblem kaum vorhanden (mit ihrer grünen Haut sind meine Elfen für Menschen auch nicht besonders ästhetisch).

    Dennoch bleibt das grundlegende Balancing-Problem auch bei mir, da Menschen zusammen mit Trollen und Zwergen zu den kurzlebigsten und magisch unbegabtesten intelligenten Völkern gehören. Deswegen verallgemeiner ich die Frage einfach mal in die Richtung.

    Was können Menschen besser als magisch begabtere Wesen?
    Ich habe mich hier zu einer ähnlichen Lösung wie du entschieden, nämlich zu einem Großteil die Lern- und Anpassungsfähigkeit des Menschen. Menschen entwickeln sich schneller (da bei magischen Wesen die sehr komplexen, magiewirkenden Gehirnteile den globalen Entwicklungsprozess sehr stark hemmen) und sind einfach ehrgeiziger bzw. gönnen sich für das Lernen weniger Zeit und beschränken sich auf die nötigsten Grundlagen (suchen sich also automatisch den effizientesten Lernweg "auf Lücke"). Das ist halt bei motorischen und rein geistigen Fertigkeiten ein großer Vorteil, bei magischen Fertigkeiten ein deutlicher Nachteil.
    Da Elfen und Dshinn als die langlebigsten meiner menschenähnlichen Wesenarten auch nur um die 500 Jahre alt werden und die auf magischen Welten lebenden Menschen um die 120 (teils sogar 150), ist der effektive Lernunterschied auch nicht so gravierend wie bei unsterblichen Elben/Elfen á la Tolkien/Paolini.
    Hinzu kommt: Da die "alten Köpfe" von Politik und Wissenschaft länger bleiben, kommt es seltener als bei Menschen zu dramatischen Paradigmenwechseln; d.h. politische Systeme erhalten sich länger, gerade gegenüber Völkern mit kürzerer Lebenserwartung hat man Schwierigkeiten, deren Veränderungen im Blick zu behalten, und die Wissenschaft braucht mehr Zeit, um sich aus Sackgassen zu befreien oder neue Ideen zu entwickeln.
    Das heißt, der Anpassungsprozess ist nicht nur auf dem Individuum zu betrachten, sondern auf der gesamten Kultur.

    Als nächstes: Die "Reproduktionsrate". Trotz ihrer längeren Lebensdauer bekommen die meisten magischen Lebewesen nur genauso viele Kinder wie Menschen (bzw. hier auch Zwergen und Trollen) in ihren durchschnittlich 120 Jahren. Das liegt zum einen an der deutlich verspätet eintretenden Geschlechtsreife, zum anderen an einer viel früher eintretenden hormonellen Umstellung (gerade bei Elfen sehr extrem, hier gibt es nur sehr spezifische Phasen, in denen Elfenfrauen Kinder bekommen können) und einer längeren Schwangerschaft. Außerdem kommt es wesentlich seltener zu Zwillingen/Drillingen/... als beim Menschen.
    Ich habe sogar ein historisches Ereignis ausgearbeitet, bei dem die Elfen die in Reservate gesperrten Menschen schlichtweg "vergessen" hatten (bzw. ignoriert). Da der Platz hier relativ schnell eng wurde (immer mehr Kriminalität, Hunger, Krankheiten), kam es schließlich zu einer Rebellion. Die Elfen, bei denen in der Zeit vielleicht drei Generationen vergangen waren und die die Menschen im Grunde einfach sich selbst überließen (die hatten keine Waffen, waren ungebildet, lebten ein fünftel so kurz etc.), wurden davon so überrascht, dass die (sich natürlich vorher abgesprochenen) Menschen die paar Wächter ihrer Reservate einfach überwältigen und ihre Waffen stehlen konnten. Dann haben sie ein paar Bergwerke und Städte übernommen, konnten sich ihre eigenen Waffen und Kriegsgeräte herstellen, und haben das Elfenreich bis in den südlichsten Zipfel des Landes zurückgedrängt.
    So mal als Beispiel, wo verschiedene Vorteile der Menschen (bzw. Nachteile der Elfen) kombiniert vorkommen.

    Dann nenne ich mal noch einen letzten Vorteil, der in ähnlichen Maßen auch auf Zwerge zutrifft: Der Mangel an magischer Begabung. Das liest sich vielleicht nicht unbedingt als Nachteil, aber hohe magische Begabung einer Spezies kann in bestimmten Situationen/an bestimmten Orten gravierende Nebenwirkungen haben.
    Für magische Wesen ist es evolutionär sehr viel besser, wenn sie ihre Körperfunktionen mit Magie unterstützen; das hilft gegen Verletzungen, Krankheiten, vereinfacht die Regeneration von altem Gewebe etc. Genau dadurch resultiert die hohe Lebenserwartung der Wesen mit hoher magischer Begabung: Ihr Nervensystem wendet Magie andauernd an, um Körperfunktionen in Betrieb zu halten und zu verbessern. Das ist auch bei Menschen der Fall, aber in viel geringerem Umfang, d.h. die Menge an Magie, die der menschliche Körper braucht, lässt sich praktisch nicht vergleichen mit der eines Dshinn.
    Das sorgt gleichzeitig dafür, dass Elfen, Dshinn, Drachen etc. in Gebieten mit wenig Magie (bsp. kaum magischen Planeten) möglicherweise nicht mehr genug Magie bekommen, als dass ihr Körper damit auskäme. Hier sinken ihre Robustheit und körperlichen sowie kognitiven Fähigkeiten stetig, während Menschen und Zwerge kaum beeinträchtigt werden.
    Was in meinem Universum zugleich eine Erklärung bietet, warum von den magisch begabten Wesen praktisch keine außerhalb der magischen Welten auftauchen, und wenn doch, nur als temporäre Flüchtlinge. An diesen Orten sind Menschen auf lange Sicht einfach durchsetzungsfähiger.

    Viele Grüße
    Neclus


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    Was haben Menschen den Elfen voraus? Empty Re: Was haben Menschen den Elfen voraus?

    Beitrag von Schattenbrecher am Mo Jun 29, 2020 4:03 pm

    Hallo Leute.
    Ich habe zu diesem Thema an sich nichts beizutragen, aber möchte ein paar Dinge nennen, die häufig übersehen werden. Größtenteils gehe ich darauf ein, wodurch Probleme entstehen, wenn man verschiedene Systeme/Geschichten miteinander vergleicht oder Völker von jemandem übernimmt.

    @Strato Incendius
    klassische Elfen nach Tolkien:
    Bei den "Superelfen" wie man sie aus Mittelerde kennt, muss man dazusagen, dass sie im Silmarillion im Vergleich mit dem "späteren Volk" der Menschen eine symbolische Rolle spielen. (So wie alle anderen auch.) Tolkien hat sich sehr, sehr viel mit Weltenbau auseinandergesetzt - das machte ihn ja zum Vorzeigebeispiel für High Fantasy. Er schreibt aber kein Hard-Magic-System. Das nachträglich realistisch detailliert zu erläutern hat nicht viel Sinn, wenn man mich fragt.
    Tolkiens Aufmerksamkeit lag beim Geschichtenerzählen: Was machen die Völker, wo kommen sie her, welche Beziehungen hatten sie zueinander und wo stehen sie im Verhältnis zum Metaplot.

    Das eine oder andere mal geht es um die Annäherung und Verbündung von Volksgruppen (was häufig an deren Oberhäuptern festgemacht wurde - in Tolkiens Welt gibt es viele Hierarchien), aber die Vereinigung von Individuen war thematisch eher die Ausnahme. Aber bei diesen handelt es sich immer um besondere Ausnahmen - wer das Silmarillion gelesen oder das Hörbuch gehört hat, weiß das.

    Bei Beren und Luthien handelt es sich nicht nur um eine Liebesgeschichte, sondern um Helden, die große Gefahren eingehen und beispielloses leisten - und das mehrmals. Was das angeht machte Tolkien keinen Unterschied zwischen Elfen und Menschen. Aber ebenso bei den anderen Völkern und Stämmen und Anführern usw. Jeder hat seine eigenen Taten und Künste und eine Rolle (im Verlauf der Geschichte) die keinem anderen zuteil wird.

    Aragorn und Arwen (in HdR) sind gar nicht so weit voneinander entfernt, was den Unterschied zwischen Mensch-Elfen betrifft. Arwen ist die Tochter von Elrond, einem Halbelfen - und Aragorn gehört zu dem menschlichen Volk der Numenor, die auf einer geweihten Insel im Westen von Mittelerde leben, wo sie mehrere Jahrhunderte alt wurden.
    Was die Eigenschaften und Attribute von Menschen, Elfen oder auch Zwergen, Orks, Wargen, Drachen und Balrogs (und allem anderen) angeht: Es variiert sehr stark abhängig von der Zeit, dem Ort und der Geschichte die Tolkien erzählen wollte. Das hat viel weniger damit zu tun, von welchem Volk sie waren (wohl aber, welche Interessen sie vertreten, aber das kann sich mit jeder Interaktion ändern). Tolkien hat immer Gründe dafür gefunden, dass sie zu etwas in der Lage waren. Und da kommen die anderen Völker, Götter und Magie ins Spiel.
    Eine einfache "realistische" Erklärung gibt es dafür nicht. Die Verantwortung können wir als Autoren nicht übernehmen, wenn wir Tolkiens Version von Elfen übernehmen, aber ganz anders mit ihnen umgehen als er das getan hat.
    häufige Logikfehler:
    Hier spielt es jetzt keine Rolle, ob es um Elfen der irgendein anderes Volk oder Auserwählte, Halbgötter, Götter, elementare Wesen oder was auch immer geht.
    - Es ist immer eine Frage der Umsetzung. Daher halte ich es oftmals für problematisch, wenn jemand versucht alles unter einem Begriff zu erklären. Das funktioniert einfach nicht. Sprichst du jetzt von den Elfen bei Tolkien oder Paolini? Die beiden schreiben völlig unterschiedlich. Vermeintliche Parallelen entstehen zufällig - und selbst wenn Paolini jetzt bei Tolkien geklaut hätte, bedeutet das nicht, dass er 1. die Vorlage verstanden und 2. das so umgesetzt hätte, dass es zum Rest seines eigenen Konzepts passt.

    - Die Tatsache, dass jemand lange lebt oder dass jemand das Potential besitzt etwas oder mehrere Sachen zu erlernen - und zu meistern - ist nicht damit gleichzusetzen, dass es auch dazu kommt. Das hängt von vielen Faktoren ab. Darauf gehe ich später noch ein.
    - Talent und verliehene Fähigkeiten (sei es vom Autor oder einem magischen Gegenstand o.ä.) müssen von durch Fleiß erlernte Fähigkeiten unterschieden werden. Beides hängt von verschiedenen Faktoren ab.
    - Faktoren werden je nach Autor und dessen System unterschiedlich beleuchtet, übersehen, miteinander verwechselt oder absichtlich außer Acht gelassen. Deswegen wird ja auch nach Hard- und Soft-Magic und so was kategorisiert. Die Unterscheidung zwischen solchen Kategorisierungen ist aber auch je nach Definition, Handhabung und Blickwinkel umstritten. Ich hielte es also für sehr hilfreich, wenn du mehr spezifizieren würdest, welche Absicht du mit diesem Thema verfolgst, was du dir davon erhoffst, warum du diese Beispiele gewählt hast, etc.

    "Darauf gehe ich später noch ein":
    - Gehen wir von folgenden Umständen aus:
    1. Elfen werden sehr viel älter als Menschen.
    2. Elfen vermehren sich eher spärlich.
    3. Elfen besitzen gutes Genmaterial (ein Begriff, der wenig mit Fantasie selbst zu tun hat).

    Daraus folgere ich bereits zwei Dinge:
    1. Vorausgesetzt, die Elfen möchten a) das Überleben ihres Volkes sichern und b) sind distanziert gegenüber anderen Völkern, ergibt sich daraus Isolation. (So ist es bei den Dunkelelfen in der Hobbit.)
    Isolation führt zu einem Mangel an Austausch, ganz speziellen besonderen Ressourcen (wie Eisen-Erz, Heilpflanzen, Quellwasser und Tieren zum Beispiel) und verhindert, dass dieses Volk gebildeter wird als andere - oder auch nur mit ihnen mithalten kann. Sowohl wissenschaftlich als auch industriell. Ein Waldelf kann kein Meisterschmied sein. Er hat einfach nicht das Zeug dazu - unabhängig davon, welche Fähigkeiten er besitzt und wie er sie sich aneignet. Daher spielen Überlieferungen und Erbstücke und folglich Traditionen eine noch größere Rolle.
    2. Das einer etwas besitzt oder kann, schließt nicht aus, dass jemand anderes das nicht auch tut - egal auf welchem Wege.
    Menschen werden häufig als reisefreudiges und abenteuerlustiges, munteres Volk dargestellt. So sehe ich sie selbst auch gerne. Aber das kann genauso für jedes andere Volk so sein oder Individuen oder Kleingruppen (wie ein Tross von Gefährten in einer Geschichte), die schlichtweg Fernweh bekommen haben - oder eine Mission zu erfüllen haben.

    Und zum Schluss noch einmal.
    Wie auch bei Tolkien: Hilfe von Dritten macht einen riesigen Unterschied.
    Seien es nun Götter, Magier, Artefakte, Nebencharaktere oder Diebesbeute/Erbstücke/ö.ä...
    ein Umstand oder auch zwei oder drei bedeuten noch lange nicht, dass etwas sein, können oder kommen muss.
    Ist es wahrscheinlich, dass Hobbits den Einen Ring in einen Vulkan am anderen Ende von Mittelerde fallen lassen? Offensichtlich nicht. Geschafft haben sie es trotzdem. Hätte die Aufgabe auch jemand anders übernehmen können? Ja. Hätte das ein anderes Ende für den Ring bedeutet? Nicht unbedingt.

    Zu den romantischen Beziehungen sage ich nur folgendes:
    Die Liebe ist so kompliziert wie diejenigen, die verliebt sind.
    Noch dazu hängt das nicht nur mit Psychologie zusammen, sondern vor allem den Absichten und Interessen des Autors.
    Völker in meinem Roman:
    Was können eure Menschen besser als Elfen? Und wie wirkt sich das aus, nicht nur auf Romanzen, sondern auch auf die beiden Gesellschaften allgemein, Politik, Handel, Militär...?
    In meinem System sind alle Völker im Grunde Menschen. Sie sehen nur anders aus und haben sich ein wenig an ihre bevorzugte Umgebung angepasst. Es gibt also keine fundamentalen Unterschiede.
    Die großen Unterschiede zeigen sich in Kultur, Religion und Verhalten, die von ihrer Welt, ihrer Familie, ihren Wechselbeziehungen und vor allem ihrer persönlichen Geschichte abhängig sind.
    Ich unterscheide also nicht klassisch zwischen verschiedenen Völkern mit unterschiedlichen Eigenschaften und Fähigkeiten. Jeder hat das Potential sich so zu entwickeln wie jeder andere auch.

    In meiner Geschichte geht es um Glauben und Politik - und die laufen je nach Welt unterschiedlich ab, weil die Leute dort anders ticken. Das hier auszuführen dauert mir aber ehrlich gesagt zu lange. Und weil mein System ziemlich eigenartig ist, hat das letzten Endes auch nichts mehr damit zu tun, weshalb du danach fragst. Ich kann nur noch mal sagen:
    In meinem System sind im Grunde alle Völker Menschen.
    Sie haben verschiedene Eigenheiten und Markenzeichen (und daher entsprechende Erfahrungen und hervorragende Stärken), aber das hat mehr damit zu tun, wie ich die einzelnen Charaktere schreiben möchte. Ihre Herkunft soll ihnen eine bestimmte Note verleihen, aber sie bestimmt nicht darüber, wer sie sind oder was sie können. Das bestimmen sie ganz allein.


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    Was haben Menschen den Elfen voraus? Empty Re: Was haben Menschen den Elfen voraus?

    Beitrag von Strato Incendus am Mo Jun 29, 2020 5:40 pm

    Dass sich Elfen von Setting zu Setting sehr stark unterscheiden, stimmt natürlich. Wink Ich habe mir speziell die Langlebigkeit herausgegriffen, weil die neben den spitzen Ohren einer der wenigen gemeinsamen Nenner zu sein scheint.

    Der Aussage "In meinem System sind alle Völker im Grunde Menschen" würde ich auch für meine Geschichte zustimmen: So gibt es bei mir auch keine "inhärent bösen" Spezies oder angeboren magisch-begabte Spezies (außer Hexenmeistern, bei denen ist das quasi eine Spontanmutation wie bei den X-Men, wobei diese dann vererbt werden kann).

    Epigenetik ist allerdings ein Faktor, d.h. wenn jemand von einem Volk abstammt, dessen Angehörige die Magie bereits vor längerer Zeit entdeckt haben als andere und darin mehr Übung hatten, dann haben sie diese gelernten Fähigkeiten auch wieder ein Stück weit an ihre Nachkommen weitergegeben. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Spontanmutation, die einem eine angeborene magische Begabung verleiht, ist also trotzdem höher, wenn man von einer Spezies abstammt, die bereits in der Vergangenheit mehr mit Magie zu tun hatte.

    Kein Volk "böse geboren" zu machen ist einer der Schritte, den Paolini Tolkien im Sinne moderner Sensibilitäten "voraus" hatte. Im Herrn der Ringe gibt es keine "guten" Orks, aber bei Eragon gibt es nachher "gute" Urgals.
    Das ist aber natürlich auch nicht verwunderlich, weil beide Geschichten aus verschiedenen Jahrtausenden stammen und entsprechend in einem völlig anderen Kontext geschrieben wurden.

    Dass inhärent-böse Charaktere in modernen Geschichten eher zugunsten moralisch-vielschichtigerer Charaktere verworfen werden, hat zwar vielleicht teilweise mit Political Correctness zu tun (niemand will sich hinstellen lassen mit der Aussage "alle X sind böse und damit ist es gerechtfertigt, sie zu töten" o.ä.), aber vor allem wahrscheinlich einfach damit, dass heutigen Lesern solche "cartoonmäßig-bösen" Antagonisten zu plump und zu simpel sind.



    Ich würde also keine direkte Kausalität zwischen der Biologie eines Volkes und einem Individuum herstellen, das diesem Volk angehört (kein biologischer Determinismus im Sinne von "Biologie --> individuelles Verhalten"). Allerdings kann eine indirekte Verbindung gezogen werden über den Mediator Kultur.

    Also "Biologie --> Kultur --> Individuum". Nimmt man ein gegebenes Individuum jetzt aus seinem biologischen Umfeld heraus und lässt es in einer anderen Kultur aufwachsen - z.B. ein elfisches oder orkisches Waisenkind, das unter Menschen aufwächst - dann wird die diese Person umgebende Kultur vermutlich einen deutlich größeren Einfluss auf die Entwicklung haben als die Biologie. Dieser Elf oder Ork wird sich später in vielen Situationen eher wie ein Mensch verhalten (es sei denn, er wird von den Menschen ausgegrenzt, findet seine Bedeutung in seiner Herkunft und versucht dann, noch elfischer/orkischer zu sein als jene, die tatsächlich unter Elfen/Orks aufgewachsen sind). Nur ab und an kommt dann nochmal seine biologische Disposition durch.

    Solch extreme biologische Unterschiede wie drastische Differenzen in der Lebensspanne werden sich jedoch garantiert in der Kultur niederschlagen.
    Und das zeigt sich ja auch schon an den Beispielen, die ihr angeführt habt, wie etwa den Elfen, die eine Gruppe von Menschen einfach mal für 2-3 Generationen in ihrem Ghetto versauern lassen, ehe sie fragen "Oh, wer hat denn da an der Uhr gedreht, schon wieder ein Jahrhundert rum?" Was haben Menschen den Elfen voraus? 3402984712

    Und wie eingangs gesagt: Langlebigkeit scheint eins der wenigen Merkmale zu sein, das Elfen ziemlich Geschichten-übergreifend gemeinsam haben. Very Happy

    Also kann und sollte man sich über den Einfluss dieses Faktors durchaus generelle Gedanken machen. Wink


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    Was haben Menschen den Elfen voraus? Empty Re: Was haben Menschen den Elfen voraus?

    Beitrag von Schattenbrecher am Mi Jul 01, 2020 11:20 am

    @Strato:
    Jau, damit kann ich dir zustimmen.
    Dein Konzept von Magievererbung (bzw Talentvererbung) gefällt mir!

    Also "Biologie --> Kultur --> Individuum".
    Schön dargestellt! Sowas wünsche ich mir häufiger im Forum! Das macht alles viel übersichtlicher und einfacher.

    Langlebigkeit scheint eins der wenigen Merkmale zu sein, das Elfen ziemlich Geschichten-übergreifend gemeinsam haben.
    Allerdings.
    Was also die Kultur angeht: Würden sie sich dann nicht für andere langlebige Wesen interessieren wie z.B. Geister? Wie könnte sich das auf Zeremonien, Feste und Rituale auswirken?
    Ich würde nur gern ein paar Ideen von euch hören.
    Und würde etwas dagegen sprechen, Langzeitprojekte mit Menschen oder diesem aufgezogenen Ork zusammen zu machen?
    Ich habe dabei vor Augen, wie ein Elf einen Turm als Kunstwerk baut und jeden seiner Freunde daran teilhaben lässt oder so. Wäre doch auch ein schönes Andenken an diejenigen, die er überlebt hat.
    Was sind eure Ideen?


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    Was haben Menschen den Elfen voraus? Empty Re: Was haben Menschen den Elfen voraus?

    Beitrag von TKarn am Do Jul 02, 2020 10:15 am

    Nunja, geht man mal von Darwin aus, können sich Menschen, auf Grund ihrer höheren Reproduktionsrate und schnellerem Generationenwechsel viel besser an neue Verhältnisse anpassen und sind so eigentlich die evolutionär Überlegegenen.


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    Was haben Menschen den Elfen voraus? Empty Re: Was haben Menschen den Elfen voraus?

    Beitrag von Neclus Mandarius am Do Jul 02, 2020 4:10 pm

    @Schattenbrecher schrieb:Was also die Kultur angeht: Würden sie sich dann nicht für andere langlebige Wesen interessieren wie z.B. Geister? Wie könnte sich das auf Zeremonien, Feste und Rituale auswirken?

    Ich glaube ehrlich gesagt, dass eine höhere Lebensspanne wenig Einfluss auf den Alltag hat. Die Zeit vergeht für langlebige Wesen ja immer noch genauso schnell und sie müssen weiterhin dafür sorgen, dass sie jeden Tag überleben. Langlebigkeit kann (muss aber sicher nicht) Ehrgeiz oder Neugier senken (bzw. sofort dafür sorgen, dass man sich mit der Erfüllung Zeit lässt) und Perfektionismus fördern (lieber länger an einer Fertigkeit feilen, man hat ja die Zeit); aber das alles ist eher eine Frage bei der Langzeitplanung als bei der Alltagsbewältigung.
    Auf Rituale oder kulturelle Einteilung von Lebensabschnitten kann das natürlich Auswirkung haben, aber ich glaube nicht, dass es irgendeine wichtige Konsequenz haben würde. Dann dauern Schule und Ausbildung vermutlich länger, es gibt ein paar Feste, die finden alle zehn Jahre statt anstelle von jedes Jahr, o.ä. Im Allgemeinen nichts, was es nicht auch bei Menschen in der prinzipiell selben Form geben könnte. Lebensdauer ist hier mMn kein bestimmender Faktor.

    Was die Faszination für langlebige Wesen betrifft: Das glaube ich ziemlich sicher nicht. Also Elfen, Elben oder was auch immer interessieren sich nicht mehr für Geister als andere Wesen auch, vielleicht sogar weniger. Für langlebige Wesen ist ein langes Leben ja normal; die finden höchstwahrscheinlich jemanden, der auch vor vierhundert Jahren schon gelebt hat. (Bei unsterblichen biologischen Wesen wie Tolkien-Elben auch jemanden, der vor tausend Jahren gelebt hat)
    Wesen, die kürzer leben, könnten da mehr versucht sein, bsp. von Toten etwas über die Vergangenheit zu erfahren. (Ist in meinem Universum aber sowieso irrelevant, da gibt es keine Geister in der Form.)
    Außerdem dürften langlebige Wesen, die zusammen mit kurzlebigen leben, bereits sehr viel mehr an den Tod gewöhnt sein und weniger eine Obsession damit entwickeln.

    Was die Langzeitprojekte betrifft: Warum sollte das nicht möglich sein?
    In meinem Universum hat es allgemein länger gedauert, bis die Wesenarten sich wirklich vermischt haben; häufig hatten sie ihre eigenen Reiche und nur oberflächlichen Kontakt (Handel etc.). Dass hier in einem Elfenreich auch mal menschliche Meisterarchitekten eingeladen werden (in späteren Zeiten vor allem menschliche Techniker, die sich mit Elektrizität und Mechanik auskennen, s. bsp. meine erste Schreibübung), ist aber definitiv möglich und üblich, wenn die notwendigen guten Beziehungen da sind.
    Aber später, als mehr Wesenarten gemeinsam leben, arbeiten sie natürlich auch zusammen oder schließen Freundschaften. Hier müssen sich Elfen, Drachen etc. natürlich daran gewöhnen, dass sie ihre Freunde sehr wahrscheinlich um mehrere Generationen überleben werden (kann aber vlt auch Vorteile bringen, dass sie dann bsp. sofort eine engere Verbindung zu Kindern und Enkeln ihrer Freunde aufbauen :hmm: Und noch den Ururenkeln ihrer ehemaligen Freunde Anekdoten über ihre Vorfahren erzählen können ^^ Ich würde stark davon ausgehen, dass solche "vererbten Freundschaften" tatsächlich relativ häufig vorkommen).

    So, das wäre mein Input ^^

    Viele Grüße
    Neclus


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    Beitrag von Strato Incendus am Do Jul 02, 2020 10:24 pm

    @TKarn schrieb:Nunja, geht man mal von Darwin aus, können sich Menschen, auf Grund ihrer höheren Reproduktionsrate und schnellerem Generationenwechsel viel besser an neue Verhältnisse anpassen und sind so eigentlich die evolutionär Überlegegenen.

    Ein berechtigter Einwand; allerdings ist dafür ja eine gewisse Mindestintelligenz von Nöten. Sonst müssten Ameisen uns schon längst übertroffen haben. Very Happy In gewisser Hinsicht sind Ameisen uns ja auch tatsächlich überlegen (proportionale Körperkraft etwa), aber sie haben trotzdem keine mit uns vergleichbare Zivilisation auf die (sechs) Beine gestellt.

    Viele dieser Spezies, die massenweise mehr Nachkommen haben als wir, tun das, weil sie R-Strategen sind - d.h. sie planen jede Menge Ausschuss mit ein. Sie rechnen damit, dass ein Großteil ihrer Nachkommen nicht überleben wird. Die meisten Fische gehören auch dazu.

    Für einen Menschen hingegen (K-Stratege) ist der Verlust eines Kindes aus evolutionären Gründen deshalb so schmerzhaft, weil er so viel mehr Aufwand in jedes einzelne Kind hineinsteckt bzw. hineinstecken muss.

    Letztendlich befinden sich R- und K-Strategen wahrscheinlich auf einem Spektrum. Ich habe von einem ehemaligen Mitschüler, der ein Praktikum auf einem Bauernhof in Norddeutschland gemacht hat, beispielsweise eine Geschichte über das "Schweinchen-Gesetz" gehört: Eine Sau hat 12 Zitzen, und jedes Ferkel bekommt eine zugewiesen. An die anderen lässt die Mutter sie nicht dran. Wenn es jetzt einen Wurf gibt, der aus mehr als 12 Ferkeln besteht, hat Schweinchen 13 Pech gehabt, die Mutter wird es wegstoßen. Selbst, wenn z.B. Schweinchen 4 stirbt, kriegt Schweinchen 13 die Zitze nicht. Denn das ist ja die Zitze von Schweinchen 4. Deshalb muss Schweinchen 13 dann mit der Flasche aufgepeppelt werden. Weil es das Glück hat, unter Menschen zu leben. In der freien Wildbahn würde es einfach sterben.

    Tatsächlich habe ich in meiner Geschichte ein Volk von Schlangenmenschen drin, das ich als brutale R-Strategen und Hardcore-Darwinisten darstellen will. Very Happy Allerdings fehlt hierfür ein realer Präzedenzfall, denn mir ist keine Spezies bekannt, die als R-Stratege zählt (d.h. Masse statt Klasse) und Wesen von annähernd menschlicher Intelligenz hervorgebracht hat. Es wird vermutet, dass der Velociraptor relativ schlau war. Damit hätten wir zumindest schon einmal ein (wenn auch längst ausgestorbenes) Reptil. Allerdings weiß ich nicht, wie viele Eier die gelegt haben. Nicht jedes Reptil muss ja ein Hardcore-R-Stratege sein, und wie gesagt, bei Fischen und Insekten scheint das noch viel ausgeprägter zu sein.

    Womöglich ist ein K-Stratege zu sein sogar eine der Voraussetzungen, damit ein Kind überhaupt eine so große Intelligenz wie die menschliche entwickeln kann. Kabarettist Jürgen Becker hat in einem seiner Programme einmal veranschaulicht, wie unpraktisch ein großes Gehirn eigentlich in der freien Wildbahn ist. Und unsere Intelligenz kommt ja nun zu dem Preis, dass wir bei der Geburt absolute Pflegefälle sind, weil sich unser Gehirn im Mutterleib noch gar nicht so weit entwickeln kann. Und Babies haben schon vergleichsweise riesige Köpfe, weswegen für Menschenfrauen Geburten auch deutlich schmerzhafter sind als sie für viele Tierarten zu sein scheinen. Die meisten Tiere hingegen, die R-Strategen sind, können bereits ab ihrer Geburt relativ gut für sich selbst sorgen. Müssen sie oft auch, weil sie z.B. direkt vor Räubern fliehen müssen. Und die, die das nicht schaffen, sind eben sofortiger "Ausschuss". Smile



    Da Elfen in ihrer langen Lebenszeit wenn es hoch kommt gleich viele, ggf. sogar weniger Kinder als Menschen zu haben scheinen, sind die offenbar noch größere K-Strategen als wir: Sie stecken noch mehr Zeit und Aufwand in die Entwicklung ihres Kindes (weil es allein schon ewig dauert, bis dieses Kind erwachsen wird). Wahrscheinlich sind Elfenkinder bei ihrer Geburt noch hilfloser als Menschenbabies. Und wenn ein elfisches Paar ein Kind verliert, wird sie das noch weitaus stärker treffen als uns. Aber wenn es funktioniert, kommt all das vermutlich der elfischen geistigen Entwicklung auf lange Sicht zugute.

    Jetzt ist entsprechend die Frage, inwiefern ein Elf einen Menschen als seiner selbst intellektuell ebenbürtig ansieht. Bei D&D bekommen Elfen bekanntlich weder einen Bonus auf Intelligenz noch auf Weisheit - allerdings gibt es Modifikatoren für Lebensalter (ich glaube, mit jedem Jahrzehnt sinken bei einem Menschen die drei körperlichen Attribute Stärke, Geschicklichkeit und Konstitution um 1, während die drei geistigen Attribute Intelligenz, Weisheit und Charisma um 1 steigen). Diese Alterungsschritte müssten sich natürlich von Volk zu Volk anhand des Anteils der Gesamtlebensspanne unterscheiden.

    Aber der Gedanke, dass ein junger erwachsener Elf mit über 100 Jahren durchaus schon weiser sein könnte als ein junger erwachsener Mensch - einfach, weil er in absoluten Zahlen mehr Tage und Nächte erlebt hat, wie Neclus Mandarius bereits angemerkt hat:

    @Neclus Mandarius schrieb:Die Zeit vergeht für langlebige Wesen ja immer noch genauso schnell und sie müssen weiterhin dafür sorgen, dass sie jeden Tag überleben.

    Das allein macht ihn zwar noch nicht weise, aber er hatte durch seine bloße Existenz bereits die Möglichkeit, über einen viel längeren Zeitraum zu beobachten, was um ihn herum geschieht.

    Stellt euch vor, ihr werdet als Elf im Jahr 1900 geboren. Wenn ihr im Jahr 2010 erwachsen werdet, kennt ihr die gesamte Geschichte des 20. Jahrhunderts, wie es zu beiden Weltkriegen gekommen ist usw. Ihr versteht womöglich viel besser, was die Menschen damals motiviert hat, die für die Nazis gestimmt haben, während im Jahr 2010 lebende Menschen sich das nur aus Geschichtsbüchern oder aus Gesprächen mit den letzten menschlichen Zeitzeugen herleiten können (wobei die meisten von letzteren zu dem Zeitpunkt noch kleine Kinder waren).



    In Bezug auf Erfindungen sollte man Folgendes bedenken: Jeder würde gerne noch die Früchte seiner eigenen wissenschaftlichen Arbeit erleben (für uns bspw. der Versuch, auf dem Mars zu landen). Der "selbstlose" Gedanke an die nächste Generation, der gerne mal in der Redewendung ausgedrückt wird "Einer Gesellschaft geht es gut, wenn Menschen einen Baum pflanzen, von dem sie wissen, dass sie in seinem Schatten niemals sitzen werden", ist mit der menschlichen Natur nur bedingt vereinbar: Ja, wir streben ständig nach Verbesserung unserer Lebensumstände, aber wir wollen auch selbst noch etwas davon haben. Ein Elf kann hier in viel längeren Zeitabschnitten denken und planen.

    Aus Sicht des Elfen werden die Menschen also oft kurzsichtig und ungeduldig handeln und suboptimale Maßnahmen ergreifen, bloß, weil sie schneller Früchte tragen, die dafür dann aber kleiner sind. Es kommt zwar gewiss mal vor, dass jemand, der seine Hausaufgaben schnell fünf Minuten vor Unterrichsbeginn hinkritzelt, damit durchkommt und immer noch eine gute Note bekommt - aber in der Schule ist die Leistung ja auch irgendwo gedeckelt, nämlich bei der 1(+). In der Welt der Erwachsenen hingegen ist der Himmel das Limit; dort gilt einfach: Wenn es jemanden gibt, der es noch besser macht, dann wird der meist erfolgreicher sein. Natürlich muss er dafür auch in der Lage sein, seine bessere Idee zu verkaufen (Apple vs. Windows-Beispiel). Aber seine Startposition ist zumindest schon einmal von Vorteil, wenn er das bessere Produkt in der Hand hat.

    Der Elf hat also durchaus Grund zu der Annahme: "Was Menschen mit ihrer fehlenden Weitsicht über drei Generationen hinweg ausprobieren müssen, schaffen wir in einer Generation."
    Und der Mensch denkt wahrscheinlich genauso über den Ork. Very Happy Denn der ist im Durchschnitt weniger intelligent als ein Mensch. Also ist es noch weniger wahrscheinlich, dass Orks eine stabile Zivilisation erschaffen.

    Elfen hingegen müssen schließlich selbst langfristiger planen als alle anderen, denn wenn sie einen Fehler machen, leiden sie selbst auch länger darunter als jede andere Spezies.


    Beispiel Berufswahl - dort stellt man sich üblicherweise die Frage: "Ist das hier das, was ich die nächsten 50 Jahre lang jeden Tag machen möchte?"
    Jetzt stellt euch vor, ihr seid ein Elf. Dann lautet die Frage: "Ist das hier das, was ich die nächsten 500 Jahre lang jeden Tag machen möchte?"

    Denn wie schon von Neclus angedeutet wurde - ein einzelner Tag hat auch für einen Elfen immer noch 24 Stunden. Wink


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    Beitrag von Hexe am So Jul 05, 2020 11:29 am

    Ich finde es auch durchaus interessant, wenn Autoren sich nur sehr frei bei älteren Elfen-Versionen inspirieren lassen und ein ganz neues Elfenvolk erschaffen. Ein Beispiel wären die Hauselfen bei Harry Potter. Da kann man die Eigenschaften dann so aussuchen, dass sie zur Geschichte passen =)
    Alternativ: Die ursprünglichen Elben Elfen Alben Alpe oder wie sie sonst noch genannt werden sind ja Wesen der nordischen Mythologie, die dem Gott Frey dienen und in einer anderen Dimension leben, die nur über den Regenbogen erreichbar ist. Man könnte also für Inspirationen auch ganz zu den Wurzeln zurückgehen und etwa von Elfen ausgehen, die nicht an die Naturgesetze der Menschenwelt gewöhnt sind.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Di Sep 22, 2020 9:41 pm