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    Hauptpersonen zur "Jenseits"-Geschichte

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    Super Girl
    Tintenkleckser
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    Hauptpersonen zur "Jenseits"-Geschichte Empty Hauptpersonen zur "Jenseits"-Geschichte

    Beitrag von Super Girl am Fr Jun 26, 2020 6:35 pm

    Hallo,

    jetzt bin ich endlich in der richtigen Rubrik für meine Hauptpersonen (zur Jenseits-Diesseits und
    Diesseits-Jenseits-Geschichte). Ich bin mal gespannt wie gut meine Figuren rüberkommen.
    Über ein ehrliches Feedback (bzw. Kritik) würde ich mich sehr freuen.

    Gruß

    Super Girl

    Hauptpersonen Jenseits / Die Guten:

    „Mein Name ist Edward Ferres. Ich habe lange Zeit in York / England gelebt. Während meiner Schulzeit habe ich einige nette Jungs kennengelernt, mit denen ich mich angefreundet habe. Wir gründeten eine Clique, die immer zusammen hält. In guten wie in schlechten Tagen. In unserer Gruppe war ich nicht gerade der Schnellste und eher ein gemütlicher Typ. Auf dem Pausenhof haben wir meistens Fußball gespielt. Wir schafften es mit unserem Können sogar bis in die Jugendnationalmannschaft. Irgendwann hieß es dann: „der rothaarige Junge mit den Sommersprossen ist ein echter Held im Mittelfeld“. Als Held würde ich mich nicht gerade bezeichnen, aber das Kompliment meines Teamkollegen Estoin nahm ich dankend an. Schon zu Schulzeiten konnte ich Ungerechtigkeiten und fiese Typen nicht leiden. So setzte ich mich bald für Schwächere ein und half meinen Freunden, wenn sie Ärger mit Schulhofraudys hatten. Leider kam es an unserer Schule öfters vor, dass Schwächere grundlos verprügelt wurden. Ich konnte Gewalt noch nie aus-stehen, aber wenn es sein musste wusste ich mich zu wehren. Man sah mich zwar ab und zu im Kampfgetümmel, aber nur, weil ich verhindern wollte, dass die älteren Schüler die Kleinen verhauen. Leider wurde die Situation meist missverstanden, wenn ein Lehrer kam und dann wurde ich auch verdächtigt einer der Schlägerer zu sein. So viel zum Thema Gerechtigkeit! Da meine Freunde und ich nach der Schulzeit keinen passenden Beruf fanden entschieden wir uns zunächst dafür zu studieren. So bewarben wir uns für einen Studienplatz an der hiesigen Universität, den wir nach einigem Hin und Her auch bekamen. Wir studierten in 6 Semestern Wirtschaftswissenschaften. Wir wurden Mitglieder einer Studentenverbindung. Was mir zu dieser Zeit am Besten gefiel waren die gemütlichen Stammtischrunden und Kneipenabende mit den Studenten. Gerne auch mit Kartenspielen (z. B. Schafkopf). Zu einem guten Bier sagte ich auch nicht Nein. Fertig mit dem Studium fand ich nach einigem Suchen eine Ausbildung in einer Kfz-Werkstatt. Die Ausbilder waren ziemlich nett und brachten mir alles bei, was sie über Zwei- und Vierräder (Motorräder, Motorroller und natürlich Autos) wussten. Nach einer dreijährigen Ausbildung war ich fertig geprüfter Kfz-Meister. Über diese erbrachte Leistung konnte ich sichtlich stolz sein. In der Mitte meiner Lebenshälfte (ich war so ca. 36 Jahre alt) geschah etwas Unerwartetes. Ausgerechnet meine Freunde und ich wurden beschuldigt unser Land und unseren Glauben verraten zu haben. Deswegen bekamen wir sogar die Todesstrafe. Es war gar nicht schön mit anzusehen, wie meine Freunde so am Galgen zappeln. Während ich mich noch über die Ungerechtigkeiten des Lebens ärgerte, verlor ich nach und nach das Bewusstsein...“

    „Mein Name ist Estoin Seller. Ich bin in York geboren und aufgewachsen. Der Junge mit den braunen Haaren und der Nickelbrille, der direkt ein Haus neben mir wohnte, stellte sich mir als Lamaran Bones vor. Wir schlossen schnell Freundschaft und ich durfte ihn Lamy nennen. Wie es der Zufall so wollte ging er mit mir in dieselbe Klasse der Rayford-Elementary School. 3 Jahre lang waren wir Klassenkameraden. Lamy war der Einzige, der in der Pause mit mir Tischtennis spielen wollte. Da ich eher ein schüchterner und zurückhaltender Junge war, fiel es mir schwer Freundschaften zu knüpfen. Lamy machte mir Mut, wenn ich ängstlich war. Ich konnte ihm wirklich blind vertrauen. Da ich „Blondschopf“ irgendwann nicht mehr hören konnte färbte ich mir die Haare dunkelbraun. Ich wurde ständig an der Schule geärgert und einer der Raudys hatte es dauernd auf mich abgesehen. Entweder klaute er mir mein Pausengeld, nahm mir meinen Schulrucksack ab, um diesen im Anschluss in die nächste Mülltonne zu werfen oder aß mir mein Pausenbrot direkt vor der Nase weg. Lamy versuchte zwar mich zu verteidigen, aber Edward lachte nur und schubste meinen Freund beiseite. Erst einige Jahre später besserte sich mein Rivale und entschuldigte sich bei mir für sein rüpelhaftes Verhalten. Denn ab der 6. Klasse kam ein Neuer an die Schule, der selbst Edward das Leben schwer machte. Sein Name war Froenn Pulman und er konnte ziemlich arrogant auftreten. Bei einem Streit zwischen Ed und Froenn musste ich eingreifen, um meinen früheren Rivalen zu verteidigen, denn Froenn wollte auf ihn einschlagen. Ich konnte Gewalt noch nie leiden, darum wurde ich ab der 6. Klasse auch zum Streitschlichter ernannt. Im Laufe der Zeit wurde ich viel mutiger und traute mich öfter einzugreifen, wenn einer meiner Freunde in Schwierigkeiten steckte. Trotz dieser Umstän-de begleiteten mich meine Bekannten bis zur High School. Dort lernten wir neue Schüler kennen. Ein paar Gleichaltrige schlossen sich unserer Gruppe an. Als Froenn und Ed endlich Freunde wurden spielten sie auf dem Fußballplatz zusammen in einer Mannschaft. Ich war auch ein ganz passabler Spieler mit defensiver Taktik. Nach der Schule trennten sich unsere Wege. Erst beim Studieren an der Universität traf sich die alte Clique wieder. Einen Grund zum Jubeln hatten wir nach Abschluss des 6. Semesters. Denn wir hatten alle unsere Klausuren bestanden. Das wurde mit einer großen Party gefeiert. Nach einigem Suchen durfte ich eine Ausbildung als Journalist in einer Redaktion beginnen. 3 Jahre später hatte ich meine Ausbildung erfolgreich absolviert. Gerade als es in meinem Leben gut lief (so ca. mit 34 Jahren), hieß es plötz-lich, ich sei ein Landesverräter. Meine Freunde sah ich dann erst am Galgen wieder. Ich hörte Froenn noch sagen: „Lost in silence“. Ich konnte es kaum glauben. Sollte das wirklich unser Ende sein? Ich glaubte in meinem ersten Leben an Gott. Aber nicht an ein Leben nach dem Tod. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie überlebte ich den Galgen. Ich schwebte irgendwohin. Nur eben ohne Körper. Auch wenn es verrückt klingt. Meine Seele suchte einen Platz zum Weiterleben. Im Jenseits?

    „Mein Name ist Lamaran Bones. Ich habe lange Zeit in York / England gelebt. Ich fand schon als Kind Strategiespiele spannend. „Bücherwurm“ wurde ich öfters genannt, weil ich mich stundenlang hinter einem guten Buch verkriechen konnte. Als „Schlaumeier“ wurde ich in der Schule beschimpft oder „Besserwisser“. Dabei waren meine Ratschläge meistens gut gemeint. Der Einzige, der mich wirklich verstand, war mein Nachbar Estoin Seller. Dieser war ein gutherziger und hilfsbereiter Junge, mit dem ich schnell Freundschaft schloss. „Brillenschlange“ musste ich mir ebenfalls anhören. Die Zeit an der Grundschule war nicht immer schön, zumal die meisten Kinder ziemlich gemein zu mir waren. Estoin und ich verteidigten uns gegenseitig so gut es ging gegen die Schulhofraudys. Edward als einer der damaligen Schlägertypen merkte selbst erst wie es ist ein Opfer zu sein, als Froenn auf unsere Schule wechselte und ihm das Leben schwer machte. Da mussten meistens Estoin oder ich eingreifen, um eine Handgreiflichkeit zu verhindern. Wir wurden Streitschlichter, denn wir hatten eins gemeinsam. Wir konnten Gewalt nicht ausstehen. Irgendwann fanden wir alle eine Möglichkeit unsere überschüssige Energie abzubauen. Und zwar beim Fuß-ball spielen. Da durften unsere Mittelstürmer Froenn und Edward richtig draufhauen, um den Ball ins Tor zu schießen. Estoin blieb hinten als Verteidiger und ich bekam die Aufgabe als Torwart den Kasten sauber zu halten. Ab der High School lernten wir neue Schüler kennen. Einige davon schlossen sich unserer Gruppe an. Wir organisierten Touren, fuhren mit dem Fahrrad durch die Natur, manchmal kombinierten wir dies sogar mit einem Picknick. Energiebündel Edward fand noch einen Sport, um sich nach Herzenslust austoben zu können: schwimmen. Meistens schwamm er mit Froenn um die Wette. Estoin ließ es lieber ruhig angehen. Mit ihm spielte ich öfters Schach. Nach der Schule folgte das Studium an der hiesigen Universität. Lustigerweise traf sich unsere alte Clique dort wieder. Wir absolvierten 6 Semester. Noch einen Zufall erlebte ich in der Redaktion „Daydream“. Estoin hatte sich genau wie ich um eine Ausbildungsstelle beworben. So konnten wir auch hier miteinander lernen was es heißt ein guter Journalist zu sein. 3 Jahre später waren wir mit unserer Ausbildung fertig. Die Brillenschlange hat es also doch ziemlich weit gebracht. Über ein plötzliches Todesurteil des Landesgerichts erschrak ich mich sehr. „Landes- & Glaubensverrat“ wurde mir vorgeworfen. Edward, Froenn, Estoin und den Rest unserer Clique durfte ich noch einmal sehen... am Galgen. Wir wurden alle gehängt. So eine Unverschämtheit! Ich kann mich nicht erinnern jemals etwas derart Böses getan zu haben. Froenn murmelte ein „Vater unser“ und ich sah Edward zum ersten Mal weinen. Dann verlor ich das Bewusstsein... Als ich zu mir kam traute ich meinen Augen kaum. Ich fand mich wieder in einem merkwürdigen Raum. Alles war verschwommen. Und ich schien zu schweben. War ich im Himmel? Sah so das Paradies aus? Oder war dies das mysteriöse Jenseits, von dem ich schon so viel gelesen habe?“

    „Mein Name ist Froenn Pulman und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in Wirklichkeit aus Spanien komme, auch wenn ich den Großteil meines Lebens in England verbracht habe. In der 6. Klasse habe ich Lamaran, Estoin und Edward kennengelernt. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten Freunde zu finden. Zumal ich als Neuer noch niemanden so richtig kannte. Insbesondere Edward wollte ich als Freund gewinnen. Ich weiß nicht wieso, aber er konnte mich aus irgendeinem Grund nicht leiden. Diesen sollte ich erst später erfahren. „Du bist mir einfach viel zu arrogant“ sagte er mir bei einer Gegenüberstellung direkt ins Gesicht. Als Edward jedoch ziemlich krank wurde, war der „große starke Junge“ plötzlich selbst auf Hilfe angewiesen. Mein Talent zum Kochen erwies sich hierbei als sehr nützlich. Wir wohnten direkt nebeneinander, von daher ließ ich es mir nicht nehmen Edward eine Hühnersuppe zu kochen und ihm diese herüberzubringen. Plötzlich lächelte mein Fußballkollege sogar. „Du hast also doch ein gutes Herz am rechten Fleck“. Wir hatten Beide etwas gemeinsam. Sommersprossen. Ich konnte Edward einige Witze erzählen, sodass er schnell wieder lachen konnte. „Wir missverstandenen Typen müssen doch zusammenhalten“, grinste ich zurück. „Und das geht auch ohne Gewalt“. Nach Schule und Studium mit der alten Clique lernte ich in einer Fabrik die Verarbeitung von Kautschuk und anderen Rohstoffen kennen. Nach einer dreijährigen Ausbildung war ich gelernter Feinmechaniker. Ed gratulierte mir zu diesem Erfolg. Ich erfuhr, dass auch Estoin und Lamy berufliche Erfolge vorweisen konnten. Als meine Kumpels Danny und Richard einige Jahre später in Handschellen abgeführt wurden, wusste ich zunächst nicht, was los war. Erst eine Weile später erfuhr ich, dass unsere Gruppe Landesverrat begangen haben soll. Ich verstand die Welt nicht mehr. Mein Traum war es immerhin ein berühmter Koch zu werden. Das nächste Billardtournier stand auch kurz bevor. Was sollte also dieser blöde Mist? Von wegen Verrat. Die haben doch alle nen Sprung in der Schüssel! Ein merkwürdiger Raum, alles verschwommen, keine Türen, keine Fenster. Keine Freunde weit und breit. Als wäre nichts von dieser Welt. Bunte Farben schillerten wie ein Regenbogen. Und ich schwebte mittendrin. Was war das für ein Ort? Ich versuchte zu schreien, doch kein Wort drang aus meinem Mund. Ich blickte an mir herab. Ich war durchsichtig geworden. Ich verstand nur eins. Das konnte nicht mehr das alte Leben sein. Mir fehlte der Körper. Ich war allein in diesem Raum. Plötzlich spürte ich einen Luftzug. Der Wind wurde stärker und verwandelte sich in einen Orkan. Ich wurde mehrmals umhergewirbelt. Dann sah ich einen Ozean von oben. Der merkwürdige Raum war verschwunden. Unter mir war Wasser und eine kleine Landzunge. Noch ein Luftstrom erfasste mich und schleuderte mich umher. Ich dachte mir: „was ist das nur für ein verrückter Traum?“

    „Mein Name ist Danny Reddish. Ich habe in meinem Leben schon viele seltsame Dinge erlebt, aber das Sonderbarste war eine Veränderung an mir selbst. Aber ich will mal nicht vorabgreifen und fange ganz von vorne an... Ich weiß nicht woher ich tatsächlich komme, ich weiß nur, dass ich als junger Mensch ständig umgezogen bin. Ich habe öfters die Schule gewechselt. „Lockenkopf“ wurde ich genannt, weil sich meine kurzen braunen Haare kräuselten. Viele Jungs benutzten auch das Schimpfwort „Pickelgesicht“, dabei stimmte das nicht. Ich hatte keine Pickel, das waren Sommersprossen. Ich war nicht zu dick und nicht zu dünn. Ich trug einfache Klamotten (Kapuzenpulli, Jeans usw.), zumal ich mir die teuren Bekleidungsstücke nicht leisten konnte. Ich war ein echter Naturbursche, weil ich gerne durch Wald, Wiese und Flur spazieren ging. Längere Spaziergänge und Fahrrad fahren gehörten schon seit der Kindheit zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. In York / England lernte ich an der High School einige nette Jungs kennen. Mit Estoin und Lamaran freundete ich mich an. Ich geriet einmal auf dem Pausenhof in eine Schlägerei und wurde als unschuldiges Opfer verprügelt. Wie gut, dass ein Junge sofort herbei eilte und mich aus dem Kampfge-tümmel herauszog. Er stellte sich mir als Edward vor. Er erklärte mir wie alles auf der Schule lief. Wer die coolen Jungs waren, wer als „Streber“ oder „Petze“ galt und natürlich auch, was ich tun und lieber lassen sollte. Ich freute mich sehr über seine hilfsbereite Art, so wurden wir auch schnell Freunde. Wenn wir in den Pausen nicht gerade Fußball spielten sah man mich öfters bei den Tischtennisplatten. Estoin und Lamaran waren sehr gut in dieser Sportart. Estoin erklärte mir weiterhin wie man Schach spielte und Lamy lieh mir einmal ein Buch über Wildbienen, zumal ich mich sehr für Tiere interessierte. Ich hatte mich auf diese Weise schnell in die Schulgemeinschaft eingelebt. Nach der Schule ging jeder erstmal seine eige-nen Wege. Ich blieb nicht lange allein, denn alle meine früheren Klassenkameraden traf ich ein paar Jahre später beim Studieren an der Uni-versität. Ich bestand alle meine Klausuren mit guten Noten. Tierarzt konnte ich mir als Beruf vorstellen, so bewarb ich mich nach dem Studium um einen Ausbildungsplatz in der Londoner Tierarztpraxis. Ich durfte eine 3-jährige Ausbildung absolvieren und lernte alles, was man als Tierarzt wissen muss. Gerade als es in meinem Leben gut lief, erschien die Polizei vor meiner Haustür, um mich zu verhaften. Mir wurde der Vorwurf des Landesverrates eröffnet. Meine Freunde sah ich erst am Galgen wieder. Wir diskutierten über die Ungerechtigkeiten des Lebens, dann verlor ich das Bewusstsein. Als ich die Augen öffnete fand ich mich in einem merkwürdigen Raum wieder. Dieser Raum schillerte in bunten Farben und ich schien mittendrin zu schweben. Als ich an mir herabblickte, stellte ich fest, dass ich durchsichtig geworden war. Sah so ein Leben nach dem Tod aus? In einem Punkt war ich mir sicher. Die Hölle konnte dieser Ort nicht sein. Oder etwa doch?“

    „Mein Name ist Richard Thompson. Ich weiß mittlerweile was es heißt ein Opfer von Ungerechtigkeiten zu sein. Und die schlimmste aller Strafen kam ganz zum Schluss meines Lebens. Aber dazu später mehr... Ich weiß nicht, wo ich geboren bin. Eltern oder andere Verwandte habe ich keine. Ich habe mich schon von klein auf selbstständig durchgeschlagen. Eigentlich war ich in jungen Jahren ein ehrlicher und vor allem rechtfertiger Mensch, aber als es plötzlich hieß: „der Rotschopf ist ein mieser Dieb“ war auf einmal die Polizei hinter mir her. Dabei hatte ich mir nur einen Brotlaib vom Marktplatz genommen, ohne diesen zu bezahlen. Leider war ich ständig knapp bei Kasse, darum konnte ich mir die Grundnahrungsmittel nicht leisten, die ich zum Überleben brauchte. Dann hieß es rennen, um nicht von den Ordnungshütern erwischt zu werden. Ich zog sogar ständig um, nur zur Sicherheit, dass ich auch weiterhin in Freiheit leben konnte. Ich hasste schon immer enge Räume und das Gefühl eingesperrt zu sein. Ich war ein Freund der Natur... und was ich den Erwachsenen immer sagte: „meine Sommer-sprossen brauchen frische Luft“. „Haben Sie diesen Jungen gesehen? Schlank, sportlich, kurze rote Haare. Er hat eine Lederjacke aus dem Bekleidungshaus geklaut“, hörte ich einmal einen Polizisten sagen. Bei einer spektakulären Verfolgungsjagd (ich auf dem Skateboard und die Streifenpolizisten mit ihrem Wagen hinterher) flüchtete ich von London nach York. Wie gut, dass ich dort einen netten Jungen traf, der meine Situation verstand und bei dem ich mich vorerst verstecken konnte. Er hieß Edward Ferres. Mit ihm freundete ich mich schnell an. Er nahm mich auch mit auf seine Schule. Dort lernte ich dann Estoin, Lamaran, Froenn, Danny und Victor kennen. Beim Fußball-spielen auf dem Pausenhof konnten sich die wilden Jungs nach Herzenslust austoben. Ich fand als Mittelstürmer einen Platz in der Mannschaft... und schoss sogar mit einem Fallrückzieher ein Tor. Gemeinsam mit meinen neuen Freunden ging ich öfters auf Fahrradtouren oder ins Schwimmbad. „Ein bisschen Sport ist immer gut“, meinte ich hierzu. Froenn kümmerte sich bei einem Picknick um den Proviant. Die Jahre vergingen wie im Flug. Ich entschied mich dazu Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Offenbar hatten wir alle denselben Gedanken, denn meine Freunde traf ich an der Universität. Nach dem Studium wusste ich nicht was ich beruflich machen sollte. Mit Minijobs verdiente ich mir meinen Lebensunterhalt. Erst eine Weile später entschied ich mich für eine Ausbildung zum Brief- und Paketzusteller, die ich erfolgreich bestand. Postbote zu sein war immer noch besser als das, was einige Jahre später geschehen sollte. Da hieß es dann, dass ich wegen Landesverrat angeklagt sei, was mit einer Todesstrafe geahndet werden kann. Tatsächlich landete ich am Galgen, genau wie meine Freunde. Gerade als ich dachte mein Leben sei endgültig vorbei, hatte ich eine Vision. Ich sah sieben Gestalten, die in einem leuchtenden Strahl verschwinden... und in einer Art Schulgebäude wieder auftauchen. Sollte dies bedeuten, dass es doch noch etwas zu lernen gibt? Über uns und ein mögliches zweites Leben?“

    „Mein Name ist Victor Vanderville. Ich habe in meinem Leben schon vieles gesehen. Gutes. Böses. Rätselhaftes. Sonderbares. Doch das verrückteste Er-lebnis, das ich je hatte war das Ende eines alten und der Beginn eines neuen Lebens. Aber ich will nicht vorabgreifen und fange lieber von vorne an... Ursprünglich stamme ich aus Capton, einem kleinen Dorf in der Nähe von Oxford. Dort bin ich zusammen mit meinem Bruder Anthony aufgewachsen. Ich lernte schnell was es heißt auf „eigenen Beinen zu stehen“. Zumal mein Vater kaum Zeit für mich fand. Er war ständig beruflich unterwegs und kam meist spät nach Hause. Er war öfter betrunken und das bekamen wir zu spüren. Einmal, da war ich gerade von der Schule gekommen, traf eine Stunde später mein Vater ein. Sturzbesoffen wie so oft. Meine Mutter fragte ihn warum er so spät komme, doch anstatt zu antworten schlug er sie mitten ins Gesicht. Es häuften sich die Vorfälle, an denen mein Vater unkontrollierbare Wutausbrüche bekam. Einmal, als ich nicht schnell genug war, um mich vor ihm zu verstecken, packte er mich und schlug mich windelweich. Hinterher verarztete mein Bruder Anthony meine Wunden. Ich bin daraufhin öfters von Zuhause abgehauen. Und versteckte mich bei Schulkameraden. Edward aus meiner Klasse verstand meine Situation sofort. Wir freundeten uns an. Über ihn lernte ich dann Richard, Danny, Froenn, Lamaran und Estoin kennen. Estoin war am Anfang skeptisch mir gegenüber. Zumal er mich nur wenige Wochen zuvor bei einer Pausenhofschlägerei gesehen hatte. „Der Blonde macht sicher nur Ärger“, hatte Estoin bei einer Gegenüberstellung mir direkt ins Gesicht gesagt. „Er hat seine ‚Wut im Bauch‘ noch nicht so gut im Griff. Aber im Grunde ist er ein netter Kerl“, versuchte Edward mich zu verteidigen. Trotz allen Umständen schloss ich die High School mit einer guten Note ab. Da ich mir in der Zeit nach Schulabschluss schwer getan hatte einen für mich passenden Job zu finden, riet mir Edward eine Ausbildung zu absolvieren. Nach einigem Suchen fand ich in einer Schreinerei einen Lehrmeister, der bereit war mich in der Holzverarbeitung auszubilden. Dort schloss ich eine dreijährige Lehre ab und wurde sogar Schreiner-Meister. Auf diesen Erfolg konnte ich sehr stolz sein. Einige Jahre später traf ich meine Clique aus Schultagen an der Universität wieder. Alle hatten zufällig denselben Gedanken: Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Auch diese Herausforderung meisterten wir mit Bravour. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass wir nur wenige Jahre später wegen Landesverrates angeklagt werden sollten. Unser Leben endete am Galgen... ...und ich landete an einem mir unbekannten Ort. War das der Himmel? Oder die Hölle? Dieser merkwürdige Ort schillerte in bunten Farben. Sah so das Paradies aus? Noch bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, wurde ich von einem heftigen Windstoß erfasst und mehrmals umhergewirbelt. Ich stellte schnell fest, dass ich keinen Körper mehr hatte und meine Gestalt durchsichtig geworden war. Was hatte das Schicksal nur mit mir vor? Und vor allem... würde ich meine Freunde je wiedersehen?“

    Hauptpersonen Jenseits / Die Bösen:

    „Mein Name ist Raigou Mitarer. Ich habe in meinem Leben schon viele Dinge gesehen, aber das Sonderbarste was mir je passierte, war das Ende meines ersten und der Beginn meines zweiten Lebens. Aber ich will niemanden ver-wirren, darum fange ich ganz von vorne an. Ich wuchs in einer Großfamilie auf. Mein Großvater und meine Großmutter lebten im selben Haus wie mein Vater, meine Mutter, meine Schwester und ich. Wir lebten in einem kleinen Dorf in der Nähe von Stockholm. Dort verbrachte ich meine Jugend. Ich ging auf eine Grund- & Teilhauptschule, die von der 1. bis zur 9. Klasse gestaffelt war. Ich war ein durchschnittlicher Schüler, verhielt mich unauffällig und geriet nur selten in Schwierigkeiten. Erst ab der 6. Klasse versuchte sich der Junge mit den kurzen braunen Haaren und den Sommersprossen (das bin ich) als Streitschlichter. Von meinem Großvater lernte ich den Spruch: „aus großer Kraft wächst große Verantwortung“. Mit 10 Jahren hatte ich noch nicht verstanden was das bedeutet. Dafür machte ich lebenswichtige Erfahrungen in schwierigen Situationen. Ich wuchs zu einem stattlichen jungen Mann heran. Ich wusste bereits in meiner Jugend was ich beruflich machen wollte. Ich wollte Feuerwehrmann werden genau wie mein Großvater. Er war mein Vorbild, bevor er an Altersschwäche starb. Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als wir Großvater beerdigt hatten. Mit ihm ging ein wichtiger Teil in meinem Leben verloren, denn mein Vater war sehr streng mir gegenüber. Mein Großvater war „hart, aber herzlich“. Wenn es Probleme gab, konnte man mit ihm reden. Ich vermisse ihn immer noch. Mein Traum vom Feuer-wehrmann erfüllte sich einige Jahre später. Ich absolvierte eine dreijährige Ausbildung bei der Feuerwehr von Stockholm. Ich trat der Freiwilligen Feuerwehr bei uns im Dorf bei und vollbrachte einige Heldentaten als ehrenamtlicher Mitarbeiter. Einmal rettete ich eine Frau und ihr kleines Mädchen vor den Flammen. Ein anderes Mal konnte ich einen Hund aus einem brennenden Haus befreien. Ich wurde ein wichtiger Teil unserer Dorfgemeinschaft. Bis etwas Unerwartetes geschah. Einige Dorfbewohner waren sehr zornig über eine Serie von Bränden. Schon bald hieß es ein „Feuerteufel“ treibe sein Unwesen. Weil ausgerechnet ich als Erster an Ort und Stelle war, wenn es brannte, hieß es plötzlich ich sei dieser „Feuerteufel“. Die Dorfbewohner waren so wütend, dass sie mein Haus in Brand steckten. Ich schaffte es nicht rechtzeitig aus dem Haus herauszukommen. Und ich besaß keinen Feuerlöscher im Haus. So musste ich mitansehen wie alles lichterloh brannte. Ich sprach ein Gebet, dann schloss ich die Augen. Als ich die Augen öffnete fand ich mich an einem mir unbekannten Ort wieder. Dieser merkwürdige Raum schillerte in bunten Farben. War ich im Himmel oder in der Hölle? Sah so das Paradies aus? Ich bemerkte, dass ich durchsichtig geworden war und in diesem Raum schwebte. Dann wirbelte mich ein Windstoß herum. War das alles nur ein verrückter Traum oder Realität?“

    „Mein Name ist Sarazin Lambert. Ich habe schon viele Leute kommen und gehen gesehen. Dass ich selber eines Tages von dieser Welt gehen würde und in einer neuen Form wieder komme, hätte ich nie für möglich gehalten. Aber folgende Geschichte hat sich tatsächlich so zugetragen... Ich komme aus einem kleinen Bergdorf, wo ich zusammen mit meiner Familie aufgewachsen bin. Schon als kleiner Junge habe ich mich für Tiere interessiert, insbesondere für die Bienen unseres Dorf-Imkers, den ich öfters besuchen kam. Ich besuchte unsere Dorfschule von der 1. bis zur 9. Klasse. Ich führte ein unauffälliges Leben, war selber eher schüchtern und zurückhaltend. Nur einmal gab es einen heftigen Streit unter den Sechstklässlern. Zwei der Jungen stritten sich um ein Mädchen. Das ging so weit, dass sie mit Fäusten aufeinander losgingen. Da keiner etwas unternahm, um die Streit-hähne voneinander zu trennen, mischte ich mich in das Geschehen ein. Ich konnte Ungerechtigkeiten noch nie leiden. Darum wurde ich in meiner Klasse zum Streitschlichter ernannt. Freunde fand ich unter Gleichaltrigen trotzdem keine. Mir blieb nur meine Familie. Einmal hieß es: „der Blondschopf ist ein echter Held, er hat meine Bienen gerettet“. Das war an dem Tag, als diese Männer von der Industrie gekommen waren, um den ortsansässigen Bauern ein Angebot zu machen ihre Höfe zu verkaufen. Sie würden dafür auch eine entsprechende Summe Bargeld erhalten. Die Bauern wollten jedoch nicht verkaufen. Ich konnte mit eigenen Augen sehen wie diese Männer Brände legten, um ihrem Angebot etwas Nachdruck zu verleihen. Sie bespritzten alle Blumen mit irgendeinem Gift... ausgerechnet die Blumen, welche die Bienen unseres Imkers für ihre Honigproduktion anflogen. Mir gelang es zwar einige der Bienen zu verscheuchen, aber manche starben durch den Kontakt mit dem Gift. Ich rief die Polizei. Die Männer von der Industrie wurden wegen ihrer skrupellosen Art verhaftet und ich wurde im ganzen Dorf als Held gefeiert. Als ich alt genug war selber zu arbeiten suchte ich mir eine Möglichkeit mich weiterzubilden. So absolvierte ich in unserer Dorf-Tierklinik eine dreijährige Ausbildung zum Tierpfleger. Nebenbei lernte ich das Handwerk eines Imkers von unserem Dorf-Imker. Er war sehr nett zu mir und selbst der Meinung, ich hätte das Zeug zu einem guten Imker. Über dieses Kompliment freute ich mich sehr. Und ich konnte sehr stolz auf meine erbrachten Leistungen sein. Einige Jahre später machte sich plötzlich eine unbekannte Seuche in unserem Dorf breit, an der viele Menschen starben. Keiner unserer Dorfärzte konnte sich diesen Umstand erklären. Ich war dabei als meine Eltern starben. Sie wurden beide sehr krank. Auch ich wurde plötzlich von dieser mysteriösen Seuche heimgesucht. Ich bekam Hustenanfälle und zitterte am ganzen Körper. Sollte dies mein Ende sein? Ich schloss die Augen und hoffte, das Schlimmste würde vorbeigehen... Als ich die Augen öffnete fand ich mich in einem merk-würdigen Raum wieder. Dieser Raum schillerte in bunten Farben. Wo war ich gelandet? Im Himmel? In der Hölle? Ich entdeckte, dass mein Körper durchsichtig geworden war. Dann wurde ich von einer Böe fortgeweht“.

    „Mein Name ist Kenneth Dodger. Ich will lieber Ken gerufen werden. Von einer Sphäre in eine andere zu wechseln hätte ich nie für möglich gehalten. Das klang vielleicht nach einem Traum, aber niemals nach der Realität. Mir ist dies jedoch wirklich so passiert. Dabei fing alles harmlos an. Ich lernte schon im Kindesalter was es heißt Verantwortung für sein Handeln zu über-nehmen. Ich wuchs in einem Wüstendorf auf. Meine Eltern waren stolz auf mich, weil ich mich fürsorglich um meine drei jüngeren Geschwister kümmerte. Ich ging von der 1. bis zur 9. Klasse auf unsere Dorfschule. Wenn es Ärger gab versuchte ich diesen friedlich zu klären. Ab der 6. Klasse wurde ich zum Streitschlichter ernannt. Einmal geriet Zack in ein Handgemenge mit zwei älteren Schülern. Zack wurde vorgeworfen einem Mitschüler das Pausenbrot geklaut zu haben. Dann kam sogleich dessen Freund, um dem ‚gemeinen Dieb‘ die Meinung zu sagen. Der zweite Schüler drohte Zack mit der Faust. Wie sich später herausstellte war das Pausenbrot beim Rennen aus der Tasche des vermeintlichen Opfers gefallen, somit konnte Zack’s Unschuld bewiesen werden. Solche und andere Vorfälle klärte ich gerne auf. Ich schloss die Schule mit einer guten Note ab. Danach machte ich mir darüber Gedanken was ich beruflich machen wollte. Mir fielen zwei Möglichkeiten ein: Künstler zu werden oder Mediziner zu sein. Dann dachte ich mir: „warum nicht beides versuchen?“ So absolvierte ich zunächst bei unserem „Medizinmann“, wie ihn jeder im Dorf nannte, eine dreijährige Ausbildung. Er brachte mir alles bei was er wusste. Drei Jahre später bot sich mir die Gelegenheit von einem fahrenden Händler, der Hobbyzeichner war, einige Tipps & Tricks zu lernen. Meine Skizzen sahen zu diesem Zeitpunkt auch nicht schlecht aus. „Junge, du hast Talent“, bemerkte der Händler, als er meine Skizzen erblickte. Fortan tat ich beides. Meine Umgebung zu skizzieren sowie meine Mitmenschen ärztlich zu versorgen. Eines Tages erlebten wir einen schweren Sandsturm, stärker als alle bisherigen Stürme, die wir zuvor erlebt hatten. Der Sturm war so stark, dass er unsere Häuser zerstörte. Keiner konnte der Naturgewalt widerstehen. Auch wenn es unglaublich klingt, es starben 20 Menschen bei dem Sturm. Vom Sandsturm herumgewirbelte Steine trafen sie hart am Kopf. Ich musste hilflos mitansehen wie meine Eltern und Geschwister von diesem Sturm fortgerissen wurden. Schließlich wurde auch ich vom Sandsturm er-fasst. Ich versuchte mich aus dieser misslichen Lage zu befreien, leider ohne Erfolg. Dann traf mich etwas hart am Kopf und ich verlor das Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam fand ich mich in einem merkwürdigen Raum wieder. Dieser Raum schillerte in allen Farben des Regenbogens. Ich bemerkte, dass ich durchsichtig geworden war und schweben konnte. War ich im Himmel oder in der Hölle? Noch bevor ich darüber nachdenken konnte wurde ich erneut herumgewirbelt, denn ein Luftstrom erfasste mich“.

    „Mein Name ist Philipp Vastin. Ich habe schon viele Schwierigkeiten in meinem Leben bestanden, doch die größte Herausforderung bot sich mir ganz zum Schluss als ich dem Tod „ins Gesicht“ blickte. Aber ich will nicht vorabgreifen und beginne lieber ganz von Anfang an... Meine Geschichte begann in Holland, genauer gesagt in einem kleinen Ort nicht weit weg von Den Haag. Als kleiner Junge war ich auf der Suche nach meinem Vater, denn ich war überzeugt davon, dass ich irgendwo noch lebende Verwandte haben musste. Ich hatte unter meinen Habseligkeiten einen Zettel gefunden, der nicht von mir geschrieben wurde. Auf diesem Zettel standen mehrere Buchstaben- und Zahlenkombinationen. Aber so sehr ich auch darüber nachdachte was dies bedeuten konnte, ich fand keine Lösung für dieses Rätsel. Schon seit meiner Kindheit interessierte ich mich für Rätsel jeglicher Art. Ich wälzte viele Bücher und entdeckte ein Buch mit dem Titel ‚Geheimnisse des Mittelalters‘. Fasziniert las ich alle 388 Seiten, auch die ohne Bilder. An der Schule wurde ich deshalb oft als „Streber“ bezeichnet. „Brillenschlange“ musste ich mir auch gefallen lassen, weil ich zu diesem Zeitpunkt eine Nickelbrille trug. Trotz dieser Umstände schloss ich die Hauptschule mit einer guten Note ab. Ich hatte auch schon eine konkrete Vorstellung, was ich später beruflich machen wollte. Ab meinem 13. Lebensjahr war ich ein großer Freund der Wissenschaften, denn ich hatte zuvor viele Naturdokumentationen im Fern-sehen gesehen. Ich wollte ein Forscher werden der durch die Welt reist und Forschungen anstellt. Wie meine Vorbilder aus dem Fernsehen. Allerdings mangelte es mir an Bargeld, um mir diesen Traum zu erfüllen. 5 Jahre später bewarb ich mich um eine Ausbildungsstelle als Wirtschaftsinformatiker. Nebenbei brachte ich mir in einem Selbststudium die Naturwissenschaften bei, da ich mir einen Studienplatz an der hiesigen Universität nicht leisten konnte. Mit Minijobs wie Postzusteller oder Pizzabote verdiente ich meinen Lebensunterhalt. Reich wurde man damit auf Dauer auch nicht. Darum war ich weitere drei Jahre später umso glücklicher, als ich eine Stelle als wissen-schaftlicher Assistent in der Universitätsklinik bekam. Ich hatte die Hoffnung nicht aufgegeben irgendwann meinen verschollenen Vater zu fin-den. Gerade als es in meinem Leben gut lief passierte etwas Unvorhergesehenes. Ich wollte die Straße überqueren, als ein Pkw mit überhöhter Geschwindigkeit eine rote Ampel überfuhr. Er übersah mich als Fußgänger, so kam es zum Zusammenstoß. Das Auto rammte mich frontal und ich wurde umhergeschleudert... Als ich die Augen wieder öffnete fand ich mich in einem merkwürdigen Raum wieder. Dieser Raum schillerte in bunten Farben und ich schwebte mittendrin. Ich war durchsichtig geworden. Mir kam das alles vor wie ein verrückter Traum. Dann spürte ich einen Luftzug. Ich wurde von einer Böe umhergewirbelt. Was hatte das zu bedeuten?“
     
    „Mein Name ist Wallace Lambert. Ich habe in meinem Leben schon viel er-lebt. Aber dass mein erstes Leben so abrupt enden sollte und eine zweite Ära beginnt, hätte ich nie für möglich gehalten. Dabei hatte ich noch Pläne für die Zukunft. Meine Geschichte begann in einem kleinen Bergdorf. Dort lebte ich mit meiner Familie. Mit 10 Jahren verstand ich mich noch bestens mit meinem Bruder Sarazin Lambert. Wir gingen zusammen auf die Dorfschule und besuchten meist nach Schulschluss unseren Dorf-Imker, denn Sarazin war ganz vernarrt in dessen Bienen. Er war sehr tierlieb. Ich selbst konnte mit Insekten nicht viel anfangen. Ich ging einfach nur mit, um nicht alleine zu sein. Vier Jahre später passierte dann etwas, womit keiner rechnen konnte. Ich geriet in einen heftigen Streit mit unserem Vater. Es ging so weit, dass ich ihm damit drohte das Dorf zu verlassen. Ich ging tatsächlich und daran war nicht nur unser Vater Schuld. Ich hielt es mit all den strengen Erwachsenen in unserem Dorf nicht mehr aus. Packte meine „sieben Sachen“ und brach auf. Mein Bruder wollte mich von meinem Vorhaben abbringen, doch ich blieb stur. Zum Schluss zerstritt ich mich mit Sarazin. Meine leicht aufbrausende Art hatte ich offenbar von unserem Vater geerbt, denn auch dieser konnte schnell wütend werden, wenn ihm irgendetwas nicht passte. Ich verließ das Dorf und wanderte kilometerweit ziellos durch die Gegend. Ich hatte in jungen Jahren eine gute Konstitution, daher konnte ich stundenlang wandern ohne Müde zu werden. Einmal war ich zusammen mit meinem Bruder in den Bergen unterwegs gewesen. Vier Tage lang wanderten wir mit einigen Pausen. Unter freiem Himmel zu schlafen war für mich das Schönste. Weit fort von allen Sorgen zu sein. Nach meiner Reise fern der Heimat lernte ich an einem neuen Ort Marc und Ovi kennen, die ein eigenes Geschäftsmodell aufgebaut hatten. Touristen via Segelflieger die Gegend von oben zu zeigen. Ich freundete mich mit Mark und Ovi an. Bei Marc’s Vater lernte ich in einer dreijährigen Ausbildung das Handwerk eines Feinmechanikers. Nebenbei jobbte ich bei meinen Freunden, den Segelfliegern. Bisher waren Marc und Ovi immer gesund von einem Flug zurückgekehrt. Ich stieg in ihr Geschäft mit ein. Bei einem Paragliding-Rundflug passierte es dann. Ich wurde von einem Windsturm erfasst, der mich mehrmals umherwirbelte. Ich verlor die Kontrolle über den Segelflieger und stürzte in die Tiefe. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich Todesangst. Ich schloss die Augen und betete, dass ich den Flug heil überstehe... Als ich die Augen wieder öffnete fand ich mich in einem merkwürdigen Raum wieder. Dieser Raum schillerte in bunten Farben. Wo war ich gelandet? Im Himmel? In der Hölle? Ich bemerkte, dass ich durchsichtig geworden war und in der Luft schweben konnte... ganz ohne Segelflieger. Ich dachte an einen verrückten Traum. Dann wurde ich erneut von einem Windsturm erfasst, der mich herumschleuderte“.

    „Mein Name ist Bruce Keishton. Ich habe in Büchern zwar schon viel von Jenseits, mystischen Sphären und schwebenden Gestalten gelesen, aber dass ich selbst etwas derart Sonderbares erleben sollte, hätte ich nie für möglich gehalten. Doch nun steckte ich selbst in einer Situation, die für mich sehr un-gewöhnlich war. Meine Geschichte begann in einem kleinen Dorf nicht weit entfernt von Kopenhagen. Dort wuchs ich zusammen mit meinem Vater auf. Meine Mutter hatte uns verlassen, als ich gerade 5 Jahre alt geworden bin. Sie war mit ihrem neuen Liebhaber durchgebrannt. Mein Vater erklärte mir zu dieser Zeit was das für uns bedeutete und zwar, dass wir auf uns allein ge-stellt waren. So musste ich im Haushalt mithelfen. Geschwister hatte ich kei-ne. Ich ging auf unsere Dorfschule von der 1. bis zur 9. Klasse. In meiner Jugend tat ich mir sehr schwer Freunde zu finden. Egal was ich auch versuchte, am Ende blieb ich allein. Die meisten Jungs aus meiner Klasse waren in einer Clique mit Gleichaltrigen. Mich wollten sie nicht dabei haben. Begründung: „Mit dem dicken Pickelgesicht spielen wir nicht“. Ich konnte nichts für meine Pickel. Und so dick war ich auch wieder nicht. Vielleicht ein bisschen voll-schlank. Ich trieb zu dieser Zeit bereits viel Sport, sei es Fußball mit Klassenkameraden, joggen, schwimmen oder Fahrrad fahren. Mein Vater jobbte als Hausmeister an unserer Schule. Von seinem ersten festen Gehalt konnten wir uns Klamotten und Lebensmittel für den Eigenbedarf leisten. Ich bekam zu meinem 14. Geburtstag mein allererstes Fahrrad. Die Schule schloss ich ein Jahr später mit guten Noten ab. Allerdings wurde mein Vater in demselben Jahr schwer krank, so musste ich ihn pflegen. Ich wusste bereits, was ich später beruflich machen wollte. Arzt oder Mediziner. Als mein Vater starb, war ich gerade 16 Jahre jung. Erfahrungen mit dem Tod hatte ich zuvor noch nie gemacht. Über den Verlust meiner einzigen Bezugsperson wurde ich sehr traurig. So traurig, dass ich weinen musste. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht was Depressionen sind. 3 Jahre später hatte ich meine Ausbildung zum Assistenzarzt erfolgreich absolviert. Doch mein Kummer wurde immer größer. Nachts plagten mich Alpträume. Ich konnte nicht mehr so wie früher gedanklich problemlos abschalten. Über die Klinik, an der ich fortan arbeitete, kam ich dann in Kontakt mit Medikamenten. Erst 7 Jahre später bemerkte ich, dass ich tablettensüchtig geworden bin. Ich ließ öfter von der Klinik einige Schachteln mitgehen. Medikamente für den Eigengebrauch. Ich schluckte immer mehr von diesen Pillen... Ein merkwürdig schillernder Raum, eine schwebende Gestalt mittendrin mit durchsichtigem Körper, Windböen, die wie aus dem Nichts erscheinen und umherwirbeln... das alles kam mir vor wie ein seltsamer Traum. Dennoch schien es für mich Wirklichkeit geworden zu sein. Sah so das zweite Leben aus? Das Leben nach dem Tod?“

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Sa Jul 04, 2020 3:34 am