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    Fantasy und das Streben die Jugend zu gewinnen

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    Fantasy und das Streben die Jugend zu gewinnen Empty Fantasy und das Streben die Jugend zu gewinnen

    Beitrag von Alastor am Sa Apr 06, 2013 1:21 am



    In meinen Augen wird schon lange versucht die Fantasy in gewisse Schemen zu pressen. Es fängt an mit den Buchverfilmungen, die auf der Leinwand verweichlicht und mit unnützer Schnulzerei in die Länge gezogen werden, sodass das elementare am Film schon beinahe untergeht. Oft fängt es aber mittlerweile schon mit den Büchern an. Ein Buch (das allerbeste Beispiel ist seit ein paar Jahren Twilight...auch wenn ich Fans nun auf den Schlips trete) wird gehypt, Kinder und Jugendliche (sicher auch ein paar Erwachsene...das ist immer dabei) kaufen den Schinken wie nix gutes und die Verlagswelt versucht sich sofort an diesem Trend zu orientieren. Beim Beispiel Twilight: Vampirbücher und Fantasybücher mit ausgedehnter Liebesstory zwischen zwei Jugendlichen werden massenweise in die Regale verfrachtet, andere Manuskripte aus diesem Grund abgelehnt, sodass die "ernsteren" Bücher keine Chance mehr haben überhaupt im Regal zu landen und in meinen Augen die Erwachsenen komplett außer acht gelassen. Ich war nun schon länger nicht mehr in einem Buchladen, weil mich diese "Ausprägung" mittlerweile echt nervt. "Der Weg der König" steht ganz sicher nicht in einem Regal in einem Buchladen und ist echt super. Naja, ich schweife ab.
    Wie gesagt, in meinen Augen versteifen sich vor allem die Medien und jene, die Bücher zur Vermarktung aussuchen und auch die Buchläden immer mehr darauf Kindern und Jugendlichen zu gefallen. Dabei hat die Fantasy viel mehr zu bieten.
    Nun scheint sich das ganze auch auf der Leipziger Buchmesse einzuschleichen.
    Unten ein Link zu einem interessanten "Artikel".
    Das zweite Problem – und das kann ich gar nicht oft genug wiederholen – ist, dass Fantasy nicht gleich Jugendbuch ist, und Jugendbuch nicht gleich Fantasy. Nochmals, nichts gegen die Kollegen. Ich wünsche ihnen allen Erfolg der Welt. Idealerweise aber würde man aber ihnen und uns jeweils eigene Bühnen zur Verfügung stellen, oder zumindest eine nachvollziehbare Trennung im Leseprogramm vollziehen. Der Grund ist nicht, dass "wir" und "die" uns nicht riechen könnten – sondern dass beide Genres völlig unterschiedliche Zielgruppen bedienen. Selbst Buchhandlungen stecken Kinder- und Jugendbuch nicht mit Fantasy&Science-Fiction in eine Ecke, denn sie wissen, warum.

    Dem zweiten Satz muss ich leider ein wenig widersprechen, denn ich hab es bisher anders erlebt, aber insgesamt ein lesenswerter Artikel: http://gazette.rainlights.net/index.php?/archives/168-Leipziger-Buchmesse-Schatten.html
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    Fantasy und das Streben die Jugend zu gewinnen Empty Re: Fantasy und das Streben die Jugend zu gewinnen

    Beitrag von Drottning Katt am Mo Apr 08, 2013 7:41 pm

    Achja, diese Mode-Erscheinungen bzw. das Denken, dass Fantasy Kinderkram wäre, darum geht es in diesem Thread doch? Ich werde mal zu beiden Punkten meinen Senf dazugeben.

    Modeerscheinungen:
    Gerade hat die Fantasy sehr mit der Romantasy zu kämpfen, diese Kitsch-Romane inspiriert durch den Twilight-Hype haben nicht nur ein eigenes Subgenre begründet, sie scheinen auch alles geradezu zu überschwemmen. Geht man in den Buchladen, findet man ein bis zwei Regale allein für Romantasy vor, während alle andere Fantasy sich in ein bis zwei Regale quetschen muss. Wenn man da in der Fantasy-Abteilung unterscheidet, dann bitte richtig und nicht nur Romantasy hervorheben. Dennoch denke (und hoffe) ich, dass es sich nur um eine Modeerscheinung handelt, die hoffentlich bald wieder verschwindet. Man denke mal zurück. Wie viele Geschichten um Zauberlehrlinge und Schulen a la Harry Potter gab es? Wie viele Drachenreiter-Romane seit Eragon? Wie lange waren Erzählungen über Elfen, Zwerge und Co inspriert von den Herr-der-Ringe-Verfilmungen hip? Wie viele Geschichten mit Assassinen als Protagonist gab es? Ich denke, auch Romantasy wird bald zurückgehen und Platz für einen neuen Trend machen - was auch immer der sein mag. Ich bete dafür, dass Romantasy bald vergessen wird, dieser Kitsch ist ja ncht zu ertragen.
    Aber dein Punkt Alastor, dass die Verlage evt. hauptsächlich nur Romantasy annehmen und anderes anspruchvolleres ablehnen, weil es nicht ins Programm passt oder sowas...da kann schon was dran sein...Wenn schon in den Buchläden die Auswahl an (für mich) guter Fantasy immer kleiner wird, liegt das natürlich auch an den Verlägen, die mit der Welle schwimmen und am liebsten Romantasy verlegen

    Fantasy = Kinderkram?
    So schade das auch ist, dieses Image hat Fantasy weg. Dabei kann Fantasy so viel mehr sein. Es gibt so viel Fantasy, die für Kinder vollkommen ungeeignet ist. Da ist es nur natürlich, Fantasy kindgerecht machen zu wollen. Doch ich denke, dass es da eine Wandlung gibt. Viele Buchläden trennen zwischen Fantasy und Jugendbuch (obwohl man immer noch viel Fantasy bei den Jugendbüchern findet, aber das ist auch alles Jugendfantasy, von daher geht das in Ordnung). Gerade die Serie Game of Thrones, die sich auch bei Nicht-Fantasy-Fans äußerste Beliebtheit erfreut, zeigt diesen, dass Fantasy so viel mehr kann als kindgerechte Märchen zu erzählen.

    Oh, ich bin gerade sehr optimistisch, wie untypisch für mich =o

    Falls ich am Thema vorbeigeschossen habe, bitte nicht hauen^^

    Achja, und das will ich auch noch loswerden:

    Zitat von Hope noch aus dem alten Forum:

    Und was den auch bösen Thalia angeht, dessen Fantasyabteilungen lassen nun wirklich keine Wünsche offen.
    Sehe ich genauso. Ich beziehe meine Bücher eigentlich nur aus meinem Stamm-Thalia. Warum? Die sind gut sortiert, gerade was englisch-sprachige Bücher angeht, die selbst noch mal nach Genre sortiert sind. Ich lese hauptsächlich auf englisch, weswegen mir das sehr entgegen kommt.


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    Fantasy und das Streben die Jugend zu gewinnen Empty Re: Fantasy und das Streben die Jugend zu gewinnen

    Beitrag von Blutelbe am Mo Mai 06, 2013 8:37 am

    Nightfox
    Gerade hat die Fantasy sehr mit der Romantasy zu kämpfen, diese Kitsch-Romane inspiriert durch den Twilight-Hype haben nicht nur ein eigenes Subgenre begründet, sie scheinen auch alles geradezu zu überschwemmen. Geht man in den Buchladen, findet man ein bis zwei Regale allein für Romantasy vor, während alle andere Fantasy sich in ein bis zwei Regale quetschen muss.

    seh ich genau so. s ist echt grausam mit dem Kitsch in der Fantasy seid ein paar Jahren. Obwohl mich aber auch die ganzen Drachenromane und was weiß ich was noch alles. Warum können die nicht mal was neues nehmen? Die können ja das Thema nehmen, wenn die eine komplett andere Story drum herum bauen. Natürlich ist das heutzu Tage gar nicht mehr so einfach, weil fast alles mal Thema eines Romanes war, aber dann darf man halt kein Autor werden.

    Nightfox
    Fantasy = Kinderkram?
    So schade das auch ist, dieses Image hat Fantasy weg. Dabei kann Fantasy so viel mehr sein.
    Das stimmt. Natürlich gibt es viel Kinderbücher in dem Genre, aber es gibt auch echt gute Erwachsene Bücher dabei. Und es gibt auch ein Paar die ruig beide lesen können. Obwohl man oft den unterschied merkt und das ist echt schade. Ich mag nicht sonderlich gerne Jugendromane. Obwohl ich nie das Lied von Feuer und Eis gelesen habe hab ich echt viel gutes darüber gehört. Und das ist so weit ich weiß alles andere als ein Kinderbuch. Ich finde es echt traurig das viele so über Fantasy denken...

    Sorry ich bin zu doof um mit Zitatan umzugehen...
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    Fantasy und das Streben die Jugend zu gewinnen Empty Re: Fantasy und das Streben die Jugend zu gewinnen

    Beitrag von marismeno am Sa März 30, 2019 1:40 pm

    Ich hole hier mal was GANZ Altes aus dem Keller ...

    Die Romantasy-Welle ist immer noch nicht abgeebbt. Noch immer verschlingen junge und ältere Mädchen Geschichten über unsterbliche, übermenschliche Liebhaber, die JEDE kriegen könnten, aber sich natürlich für die unauffällige, langweilige (oder sich dafür haltende) Protagonistin entscheiden. Genau genommen verfällt der unglaubliche Liebhaber der Prota rettungslos.

    So etwas ist ein Suchtmittel für Frauen, die von einer so einmaligen Liebe ebenfalls träumen. Das finde ich nicht verwerflich, immerhin bin auch ich ein älteres Mädchen, das Twilight mit Genuss gelesen hat, wenn auch im vollen Bewusstsein des Kitsches. Warum auch nicht? Auch "Casablanca", "Romeo und Julia" und "Cyrano de Bergerac" thematisieren diese besondere Liebesgeschichte. Frauen mögen nun mal Kitsch und sitzen mit Tränen in den Augen und einem Glas Sekt in der Hand in der Badewanne, um sowas zu lesen. Wenigstens viele von ihnen. Zumindest manchmal  Laughing .  Und solange es diese Nachfrage nach Kitsch gibt, solange genügend potentielle Leser(innen) bereit sind, Geld dafür auszugeben, wird welcher angeboten werden.

    Was wirklich ärgerlich ist, ist, dass es scheinbar nichts anderes mehr gibt. Dass die wenigen Verlage, die es nur noch gibt, die zu veröffentlichenden Manuskripte ausschließlich danach auswählen, was gerade ge-hype-t wird. Noch vor dreißig Jahren gab es dutzende von unabhängigen Verlagen. Jeder musste sich nach seiner Nische, nach seiner Zielgruppe orientieren.  Etliche von ihnen waren auf SciFi und Fantasy spezialisiert, oder hatten entsprechende Abteilungen, so dass man nur nach einer bestimmten Cover-Gestaltung oder dem Verlags-Logo auf dem Buchrücken schauen musste, um in der Buchhandlung Interessantes zu finden. Zum Beispiel Heyne-Verlag oder Goldman. Die Verlagslandschaft war bunt und vielfältig.
    Aber diese unabhängigen Verlage wurden nach und nach von Konzernen wie Bertelsmann-Random-House aufgekauft, die ein gemeinsames Eingangslektorat für alle unter ihrem Dach vereinten  Verlage durchführen. Und wenn Bertelsmann- Random House befindet, dass High Fantasy out ist, dann wird kein einziges der 30 oder mehr abhängigen Labels einen High Fantasy Roman herausbringen, sondern eben nur diesen Mainstream-Sch****. Hinzu kommt, dass diese Großverlage Global Players sind, und dass es für sie billiger und risikoloser ist, ein erfolgreiches englischsprachiges Buch übersetzen zu lassen, als einen unbekannten Autor in Deutschland aufzubauen.

    Was kann man dagegen tun?

    Als Autor: Sich nicht frustrieren lassen. Das schreiben, wovon man überzeugt ist, und im Zeitalter der akzeptierten Selbstverlage und des E-Books seine Bücher notfalls selber herausbringen und bewerben. Das ist schwierig, aber nicht wesentlich schwieriger, als eine Agentur zu finden, die einen High- oder Social-Fantasy-Roman bei einem Großverlag unterbringt (oder auch nur dazu bereit ist). Noch vor 10 Jahren, als ich an meinem Debüt gearbeitet habe, galt es als no go, wenn ein Autor selber für sein Buch warb. Das sei Sache des Verlages, und Eigenwerbung hatten nur die Leute nötig, die nicht gut genug für einen richtigen Verlag schreiben konnten und auf einen Druckkosten-Zuschussverlag hereingefallen waren. So zu lesen in Autoren-Foren wie Montsegur. Die Zeiten sind glücklicherweise vorbei, spätestens seitdem auch "richtige Verlage" sich zu dem Ansinnen verstiegen, Autoren könnten sich doch mal um ein Crowd-Funding bemühen, oder schon mal x Exemplare vorab verkaufen, damit sich der Druck für den Verlag auch lohnt. Die Grenzen dessen, was als anständig angesehen wird, haben sich verschoben, und heutzutage gibt es sogar einen ehrenvollen Preis für Selfpublisher, den Seraph. Im Internet zu veröffentlichen kostet kaum Geld und kann bei guten, gut korrigierten und lektorierten Werken, die ansprechend und gekonnt beworben werden absolut erfolgreich sein. Heutzutage BRAUCHEN wir die Gunst der Großverlage nicht mehr. Mist verkauft sich allerdings immer noch nicht, unabhängig, wo er veröffentlicht wird. Außer ein bekannter Name oder ein Riesen-Marketing-Budget stehen dahinter.

    Als Leser: Die Augen aufmachen. Nicht nur bei Decius, Relay und anderen Buchhandelsketten, die Festverträge mit den Großverlagen über Regalmeter, Sondertische und Abnahmemengen haben, nach deren aktuellen "Bestsellern" suchen, sondern auch in kleinen (zugegeben immer weniger werdenden) Buchhandlungen, auf Buchmessen, auf Fantasy-Treffen und -cons, in Blogs und Fanzines. Beim Kauf auch mal Unbekanntes wagen. Und gute Sachen, gerade die Nicht-Mainstream-Werke, selber bekannter machen.

    Niemand kann einem Verkäufer verdenken, dass er Geld verdienen will. Nur so bleibt er finanzstark genug, um weiter im Geschäft zu bleiben. Aber das ist wie im Lebensmittelhandel. Wenn wir als Kunden immer nur beim Discounter kaufen (oder verkaufen), dann bleiben die Delikatessenläden auf der Strecke. Wenn die Verkäufer merken, dass ein lohnendes Käuferpotential für Delikatessen vorhanden ist, werden vielleicht auch mehr davon angeboten. Ansonsten bleibt nur der Anbau im eigenen Garten, wo das möglich ist.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Mo Okt 14, 2019 1:20 am