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    Beitrag von KenHamilton am Mi Aug 08, 2018 9:08 am

    Manchmal würde ich dem Leser ein sehr genaue Bild davon geben, wie groß oder lang etwas ist. Ich habe jetzt du detaillierten cm-Angabe gegriffen, aber wirklich stimmig ist es nicht. Für Größen benutze ich "mannshoch" bzw- "zerghoch" oder "orkhoch", dann hat man wenigstens eine Relation. Für Längen geht auch "Fuß" oder "ellenlang". Was benutzt ihr denn so?
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    Beitrag von elTrixi am Mi Aug 08, 2018 1:43 pm

    Schönes Thema, aber ich bin überhaupt kein Fan von cm-Angaben. Ich finde sie sogar doof, wenn ein Text im 21. Jahrhundert spielt. Denn wenn ich dir bei einem kühlen Bierchen mal zwischendurch eine Geschichte erzähle, würde ich niemals cm-Angaben verwenden. Wie käme das denn? "Dann kam ein Mann, etwa 181,3 cm hoch, und tat...."

    Selbst da würde ich Größe entweder weglassen. Oder, wenn sie wirklich sooooo wichtig ist, etwas sagen wie "so groß wie ich/wie du/wie sie etc." Daher bin ich großer Fan von etwas wie "orkhoch" oder "zwerghoch", wenngleich mir das gar nichts konkretes sagt.

    Ich benutze gerne andere Umschreibungen (mein Text spielt aber auch in der Spätantike/Frühmittelalter). "Einen Steinwurf entfernt" "Eine Meile entfernt" "einen Fuß/eine Elle hoch" "ein halbes Dutzend/Schock/Hundert" "ein Nacken wie ein Eber" "breit wie ein Baumstamm" "schwer wie ein Ochse" hach, da könnte ich jetzt tausend aufzählen... aber so in der Richtung Smile
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    Beitrag von Nina am Mi Aug 08, 2018 7:53 pm

    Also so genau in Zentimetern muss ich es nicht haben. Ich schreibe ohnehin immer aus der Sicht eines Charakters, also wenn dann vergleiche ich dann die Größe dann mit dem. Und eventuell erwähne ich an der Stelle auch, ob der selbst eher klein/groß ist.

    Gewichtsangaben habe ich bisher nur einmal verwendet, da habe ich dann "Pfund" genommen. Für Fantasy passt das schon.

    Daher bin ich großer Fan von etwas wie "orkhoch" oder "zwerghoch", wenngleich mir das gar nichts konkretes sagt.
    Ich habe mal ein Fachbuch gelesen, über Fossilien. Der Autor hatte eine lustige Vorliebe für Wörter wie "kindskopfgroß". Razz
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    Beitrag von KenHamilton am Do Aug 09, 2018 9:48 am

    Ja, das klingt eigentlich alles ganz gut. Ich habe gestern erstmals alle Vorkommnen von "5cm" in meiner Geschichte durch "daumendick" ersetzt, das passt dann schon :-)
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    Beitrag von elTrixi am Do Aug 09, 2018 12:10 pm

    "daumendick" klingt gut Größen und Längen-Einheiten 61804378
    "kindskopfgroß" klingt lustig. aber auch gar nicht so schlecht Very Happy


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    Beitrag von marismeno am Mi Aug 15, 2018 1:34 pm

    Alles, was man anhand der eigenen Körperteile bezeichnen kann, ist wunderbar geeignet: drei Finger breit, sechs Fuß groß, eine Elle, einen Daumen breit, eine Handbreit, acht Schritte, ...

    Ebenso geht es, anhand von Naturelementen zu bezeichnen: ein baumlanger Kerl, so weit man sehen kann, weiter als man sehen kann, klein wie eine Ameise, himmelhoch, so weit wie das Meer, ...

    Entfernungen kann man anhand der Zeit einteilen, die man braucht, sie zurückzulegen: Sechs Tagesreisen zu Fuß, drei Tage mit einem schnellen Pferd, eine Wegstunde entfernt, ...

    Oder man kann echte Maßeinheiten verwenden, die nicht so technisch klingen wie Zentimeter. Im Idealfall ist für den Leser vorstellbar, wie groß das ist. Anderenfalls, kann man es anhand anderer Maße erklären: Ein Morgen, weißt du, das ist ein Feld, so groß, dass man es an einem Tag zu pflügen schafft. Ruten, Werst (polnisch oder russisch, glaube ich), Meilen,  ...

    Ein Daumen ist aber eher 3 als 5 cm dick. Also, im Normalfall, natürlich. Wenn Du dir mit dem Hammer ordentlich draufhaust, kann er sehr schnell sehr dick werden. Very Happy Ich hatte mal eine Sepsis (Blutvergiftung, klassischer Wundbrand), da ist der Daumen innerhalb 48 Stunden dreimal so dick geworden wie normal. Aber mit Antibiotikum hat sich das bald wieder geändert. Ich weiß deshalb nicht, ob man so veränderliche Maße verwenden sollte ... Laughing
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    Beitrag von KenHamilton am Mi Aug 15, 2018 4:15 pm

    Da habe ich auch schon eine Lösung für: zwergendaumendick und orkdaumendick bounce
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    Beitrag von Crackle42 am Do Aug 16, 2018 1:23 am

    marismeno schrieb:Alles, was man anhand der eigenen Körperteile bezeichnen kann, ist wunderbar geeignet: drei Finger breit, sechs Fuß groß, eine Elle, einen Daumen breit, eine Handbreit, acht Schritte, ...
    Ich habe das gleiche Problem mit der Größenmessung. Anhand der Körperteile kann man auch vieles messen, gerade wenn es aber um andere Größenordnungen geht wird es schwierig. Eine zehn Meter hohe Verteidigungsanlage, ein zwanzig Meter großes Monstrum? Ich habe Meter durch "Schritt" ersetzt aber bin nicht wirklich zufrieden, weil Schritt =/= Schritte.
    Mit den anderen Angaben bin ich aber auch nicht wirklich glücklich mit. Ob eine Person 1,60 oder 1,80 groß ist macht deutliche Unterschiede und eine "6 Fuß große Person" weckt bei mir ein Aha-groß Assoziation, eine "5 Fuß große Person" kann ich damit aber nicht vergleichen.
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    Beitrag von elTrixi am Do Aug 16, 2018 11:30 am

    Crackle42 schrieb:Ob eine Person 1,60 oder 1,80 groß ist macht deutliche Unterschiede und eine "6 Fuß große Person" weckt bei mir ein Aha-groß Assoziation, eine "5 Fuß große Person" kann ich damit aber nicht vergleichen.


    Guter Punkt. Vielleicht wäre es eine Idee, wenn du die beiden entsprechenden Personen in der gleichen Szene auftreten lässt, um sie dann miteinander in Beziehung zu setzen. Dann hat der Leser den direkten Vergleich. Etwa "einen Kopf/eine Handbreit größer/kleiner" oder einfach "er/sie musste zu ihm/ihr aufsehen"
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    Beitrag von Crackle42 am Do Aug 16, 2018 1:04 pm

    elTrixi schrieb:
    Crackle42 schrieb:Ob eine Person 1,60 oder 1,80 groß ist macht deutliche Unterschiede und eine "6 Fuß große Person" weckt bei mir ein Aha-groß Assoziation, eine "5 Fuß große Person" kann ich damit aber nicht vergleichen.


    Guter Punkt. Vielleicht wäre es eine Idee, wenn du die beiden entsprechenden Personen in der gleichen Szene auftreten lässt, um sie dann miteinander in Beziehung zu setzen. Dann hat der Leser den direkten Vergleich. Etwa "einen Kopf/eine Handbreit größer/kleiner" oder einfach "er/sie musste zu ihm/ihr aufsehen"
    Fuß, Elle, Yard (bzw. Schritt) und ähnliche Angaben sind meiner Meinung nach in der englischsprachigen Literatur gang und gebe, weil das System auch im realen Leben in Verwendung ist und die Leser daher vergleichen können, wie eine "20 Fuß" große Kreatur auszusehen hat. Knapp 6 Meter. Das hat bei mir einfach überhaupt keinen Maßstab. Sicherlich ergeht das nicht jedem so, aber mich nerven solche Angaben, weil es gibt kleine Füße von 37 Zentimeter und große Füße von 47. Klar, es obliegt meiner Vorstellung und spielt für den Roman auch keine Rolle, ob das jetzt ein paar mehr oder weniger sind - wenn ich aber in bestimmten Szenen ein genaues Bild zeichnen möchte, dann stören mich solche Einschränkungen aber grundsätzlich. Von der Umrechnung mal abgesehen.
    Vielleicht gibt es einen eleganten Weg eine Maßeinheit zu erfinden. Aber so, dass es am besten gar nicht auffällt und intuitiv klar wird 10 CM = 1 XYZ. Ach, das ist irgendwie alles nicht zufriedenstellend Mad
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    Beitrag von marismeno am Do Aug 16, 2018 2:39 pm

    10 cm sind ungefähr eine (Zeige-)Fingerlänge. Größen und Längen-Einheiten 1771626536

    Natürlich haben nicht alle Menschen gleich große Füße (oder Schritte oder Hände oder Wasauchimmer), aber es hat doch jeder zumindest einen Fuß und kann sich vorstellen, wie lang eine Strecke von fünf Fuß ist. Wenn er darüber nachdenkt. Wenn er das nicht tut, ist es ihm vielleicht auch nicht so wichtig.

    Der Autor kann ja auch eine Formulierung wählen oder ergänzen wie
    "eine zierliche Frau von nicht einmal viereinhalb Fuß Größe" oder "Keine kleine Gabe? Das Geschenk ist nicht einmal so groß wie Euer kleiner Finger. man könnte es also geradezu winzig nennen." Auch so etwas wie "A überragte B um mehr Haupteslänge" ist eine nicht unübliche Formulierung in meinen Büchern. Mein Prota ist im Vergleich mit seinen Mitmenschen eher klein, und der Leser sieht und beurteilt die Umgebung durch die Augen dieses POV. Ich komme beim Schreiben damit gut klar und denke, dass auch ein Leser nachvollziehen kann, was gemeint ist. Aber jeder muss seinen eigenen Weg suchen, um sich seiner Zielgruppe verständlich zu machen.
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    Beitrag von Gotthelf am Do Aug 16, 2018 2:51 pm

    Ich finde, man sollte dem Leser ein bisschen Raum gewähren, sich die Dinge selbst vorzustellen. Einmal hatte ich eine Szene gelesen, wo eine Taschenuhr beschrieben wird und ich fand es ganz gut, dass dort einfach nur stand, dass sie in eine Hand passte. Ob sie jetzt 8 oder 12 Zentimeter im Durchmesser, bzw. 4 oder 5 Finger breit ist, macht einfach überhaupt keinen Unterschied...


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    Beitrag von _Mishra am Sa Aug 17, 2019 1:48 pm

    Moin.

    Ich glaube allgemein gesagt, schadet es der Erzählung, wenn Dinge ganz genau bemessen werden. Es ist wichtig, dass man als Autor eine Vorstellung der Verhältnisse hat und sie, sofern notwendig an den Leser weiter gibt.
    Der Leser aber hat immer ein eigenes Bild vor Augen. Darum sehen filmadaptionen oft so anders und komisch aus. Entsprechend langt es meist eine ungefähre Angabe zu machen und diese an eingängigen Einheiten zu bemessen. Dafür wurden schon Beispiele genannt.

    Im deutschsprachigen Raum gibt es einige historische Maße, derer man sich bedienen kann.
    Das klafter zum Beispiel, als Längenmaß reicht von 1,75 Meter bis zu 2,50 Meter.
    Das Scheffel reicht als volumenmaß von 17 bis 310 Liter. Da ist jede Menge Spielraum für eigene Interpretationen.

    Hält man sich an ungefähre Angaben, welche die Relation zwischen zwei Dingen oder Personen beschreiben, dann erledigt der Leser schon den Rest. Denn der will ja eine Vorstellung von der Welt haben  in die er eintaucht und fühlt sich durch zu viele präzise Angaben gerne mal bevormundet.


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    Beitrag von marismeno am Sa Aug 17, 2019 11:51 pm

    Ja, aber weiß der durchschnittliche Leser, wie groß/viel ein Klafter oder Scheffel ist? Das sind ja doch recht alte und nicht mehr gebräuchliche Maßeinheiten. Vielleicht könnte man Erklärungen in Form kurzer Fußnoten liefern.
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    Beitrag von _Mishra am So Aug 18, 2019 1:02 am

    Weiß er vermutlich nicht. Smile
    Ich bin in einem Text darüber gestolpert. Mehrere Male und habe dann irgendwann aus Interesse selbst nachgeforscht.
    Die Frage ist halt, ob man solche Einheiten wirklich benötigt. In der Regel, und da stimme ich mit dir völlig überein marismeno, sind Angaben im Verhältnis allgemein Bekannten Größen, wie Körperteile, Tageszeiten, etc. absolut ausreichend.
    Wichtiger als die tatsächlichen Maße einer Sache, ist, finde ich, das Bild im Kopf des Lesers. Da nehme ich gleich das Klafter als Beispiel. Eine Person beschreibt etwas großes. Er ist aufgeregt und diesem Zustand neigt er zur Übertreibung. Wenn er in dieser Situation vielleicht sagt:
    "Der Riese tauchte zwischen den Bäumen auf. Er überragte Franz um mindestens einen Klafter. Und Franz ist schon ein Hühne."
    Da gibt der Kontext im Grunde genug Informationen, dass der Leser die Situation erfassen und sich sein eigenes Bild machen kann. Er bekommt ein Gefühl für die Szene.
    Wenn man ihm die konkrete Zahl nennt: "Der Riese überagte Franz um (fast) zwei Meter." Da geben wir dem Leser eine explizite Angabe (mehr oder weniger durch das fast, welches die strikte Wirkung etwas abschwächt). Diese Angabe wird sofort mit allem in Verbindung gesetzt. In der erzählten Szene bekommt diese Maßangabe Bedeutung und zieht die Aufmerksamkeit von der Handlung fort. Empfinde ich jedenfalls so.

    Es interessiert mich im Grunde nicht, ob ein Charakter 1,80 oder 1,84 groß ist. Auch nicht, ob sein Freund 2,10 misst. interessant wird es erst, wenn die Relation der Größen benannt wird. Und da langt eine Aussage, dass der eine einen Kopf größer ist, als der andere. Zum Beispiel.

    Der Leser darf sich gerne einige Details selber zusammen reimen. Das macht manchmal den Reiz des Ganzen aus. Man bekommt eine Welt beschrieben, so detailliert, dass man eine Vorstellung bekommt. Aber so vage, dass Spielraum für eigene Interpretationen bleibt.

    Fußnoten haben für mich eine Ähnliche Wirkung wie ein hinten angehängtes Glossar. Irgendwie unnötig. Gibt man dem Leser während des Lesens Querverweise auf andere Textstellen, die er vielleicht zum Verständnis braucht, dann irritiert das den Lesefluss. Man sucht die Information, denkt sich "aha, okay, wo war ich noch?". Dann lieber auf diese Angabe verzichten und die Szene so umschreiben, dass eine extra Erklärung gar nicht notwendig ist.


    Bei Belagerungen, überlege ich gerade, sind Längenangaben manchmal unerlässlich. Aber auch da ist ein guter geschätzter Wert besser, als eine genaue Angabe. Lieber ist der Feind bald in Reichweite der Bogenschützen (Info + die daraus resultierende Folge), als dass er bald 150 Meter vor den Mauern steht.


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