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    Kosmologie von Fantasywelten

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    Kosmologie von Fantasywelten

    Beitrag von Strato Incendus am Sa Jul 28, 2018 3:53 pm

    Ich habe kürzlich ein PC-Spiel entdeckt, das die Simulation eigener Sonnensysteme, Galaxien etc. erlaubt (Universe Sandbox), und da ich sowieso langsam nochmal was schreiben sollte nach langer Inaktivität hier Very Happy , nutze ich diese doppelte Gelegenheit mal, um nachzufragen, inwiefern ihr die Kosmologie eurer Fantasiewelten mit einbezieht?

    Ist eure Welt überhaupt ein Planet in dem Sinne (ob die Einwohner sich dessen bewusst sind oder nicht, ist ja nochmal eine separate Frage)? Und wenn ja, inwiefern ist seine Beschaffenheit physikalischen oder doch eher übernatürlichen Phänomenen geschuldet?

    Manche schätzen am Fantasy ja gerade, dass sie dort die übersinnlichen Erklärungen, die Menschen sich früher für allerhand Phänomene geliefert haben, Realität sein lassen können. Also dass es bestimmte Götter z.B. wirklich gibt. Andere hingegen gehen davon aus, dass sich die Völker einer Fantasywelt zwar andere Sagengestalten ausdenken werden als wir, dies aber letztendlich genauso faktisch falsche Erklärungen sind, weil die Gesetze der Physik überall im Universum die gleichen sein sollten.

    Ich habe z.B. von meiner Dungeons and Dragons-Vorlage ausgehend mal ein Sonnensystem gebastelt, in dem neben der Hauptwelt noch die vier Elementarebenen als Planeten präsent sind. Eine Elementarebene des Feuers hätte also vermutlich Ähnlichkeit mit Venus, eine der Erde mit Mars, die der Luft könnte ein Gasriese sein, und reine Wasserwelten gibt es da draußen ja erwiesenermaßen auch.

    Dann habe ich noch die Idee übernommen, dass die dortigen Völker diese Welten dann auch, ähnlich wie wir, nach ihren Göttern benennen würden. Im Fall der Vergessenen Reiche von D&D also Kossuth (Feuer), Umberlee (Wasser), Chauntea (Erde) und Shaundakul (Luft), die erdähnliche Welt heißt in der Vorlage ja bekanntlich Toril.

    Die Sonne müsste demnach Lathander heißen, das ist in den Vergessenen Reichen der Gott des Morgens - aber da gefiel mir Pelor als "echter" Sonnengott aus der D&D-Standardwelt Graufalk besser. Jetzt ist es also das Pelor-System Smile .

    Die Feuerwelt Kossuth kreist entsprechend ziemlich nah an der Sonne Pelor, gefolgt von der relativ warmen, aber noch theoretisch überlebbaren Wasserwelt Umberlee (solange man eben nicht untergeht), dann kommt Toril (der Mond heißt demnach Selûne), Chauntea ist etwas weiter außen, Shaundakul, der Gasriese, ganz außen.

    Wofür das Ganze? Wink Wenn ihr eurer Welt bestimmte Eigenheiten gebt, wie z.B. zwei Sonnen (Bsp. Tattooine aus Star Wars) oder zwei Monde, dann hat das natürlich reale physikalische Konsequenzen für die Welt - andere Gezeiten, kürzere oder längere Tage und Nächte, andere Jahreszeiten, usw.

    Leider greifen gerade im SciFi-Bereich viele erstmal zu Dingen, die sie irgendwie "cool" finden, ohne die Implikationen absehen zu können, die damit verbunden wären. Solche Dinge können Programme wie Universe Sandbox eben simulieren Smile .


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    Re: Kosmologie von Fantasywelten

    Beitrag von TKarn am Sa Jul 28, 2018 4:48 pm

    Hihi, das hört sich ja interessant an. Was kostet denn das Ding? Meine Welt (Eldorai) ist auch nach dem Hauptgott benannt. ich weiß nicht, ob es noch mehr Planeten gibt, aber es gibt eine Sonne und drei Monde, von denen einer zertrümmert ist. Das wäre ja mal interessant zu simulieren.


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    Re: Kosmologie von Fantasywelten

    Beitrag von Strato Incendus am So Jul 29, 2018 10:21 am

    So um die 20 € (ich hab's auf Steam gekauft, weiß nicht, ob man es auch noch anderswo bekommt).

    Es gibt auch noch Space Engine, da ist mWn ein Großteil des aktuell bekannten Universums drin, und das kostet nichts. Ich weiß allerdings nicht, ob man darin auch eigene, fiktive Systeme erstellen kann wie bei Universe Sandbox 2.


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    Re: Kosmologie von Fantasywelten

    Beitrag von TKarn am So Jul 29, 2018 1:14 pm

    Hmm ich bin kein Fan von Steam.


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    Re: Kosmologie von Fantasywelten

    Beitrag von Alastor am So Jul 29, 2018 2:16 pm

    @TKArn:Wieso?


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    Re: Kosmologie von Fantasywelten

    Beitrag von TKarn am So Jul 29, 2018 3:45 pm

    Weil ich altmodisch bin. Mag ja auch kein Spotify, Netflix und Co.


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    Re: Kosmologie von Fantasywelten

    Beitrag von Sikander am So Jul 29, 2018 4:41 pm

    Die Idee, die Welt durch einen dicken Nebel zu umgrenzen, habe ich aus den mittelalterlichen Alexander-Roman. Den Weltbaum gibt es ja in mehreren mythologischen Kreisen, jedoch fällt es immer sehr schwer sich vorzustellen, wie der genau aussehen soll und wie die Welten darin enthalten sind. Vielleicht ist das wirklich etwas, dass man sich nicht zu bildlich vorstellen darf, denn dann macht es keinen Sinn mehr. Meine Welt ist vermutlich eine Scheibe, aber so ganz sicher bin ich mir da noch nicht. Eigentlich ist es in noch keiner meiner Geschichten wirklich wichtig. Was es bei mir wohl nicht geben wird, ist ein Fantasy-Name der Welt. Denn soweit ich bisher festgestellt habe, heißt bei uns in jeder Sprache und jeder Kultur die Erde einfach nur "Erde, Boden".
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    Re: Kosmologie von Fantasywelten

    Beitrag von Strato Incendus am Mo Jul 30, 2018 11:50 pm

    @TKarn: Es gibt auch noch das kostenlose Space Engine; da geht es mWn primär um eine möglichst vollständige Abbildung des uns bekannten Universums (also weniger der Fokus auf dem Erschaffen eigener Welten). Allerdings kann man wohl auch da jedes beliebige Objekt verändern.

    Der YouTuber Anton Petrov verwendet beide Programme (Space Engine und Universe Sandbox) regelmäßig und zeigt dadurch ganz gut, was die alles draufhaben.


    In deinem Beispiel mit den mehreren Monden etwa wären zwei Dinge denkbar:
    Jupiter etwa hat sehr viele Monde und dreht sich von allen Planeten im Sonnensystem am schnellsten.
    Die Erde hingegen würde sich viel schneller drehen, wenn sie den Mond nicht hätte.

    Jetzt ist also die Frage, ob eine erdartige Welt mit mehreren Monden sich langsamer drehen, die Tage also länger dauern würden. Wink



    Ich hatte meinem System nach dem Gasplaneten Shaundakul, also der nach dem Windgott benannt war, noch einen weiteren hinzugefügt, Talos, in Anlehnung an unseren Jupiter (ist der Donnergott in den Vergessenen Reichen). Tja, wie's aussieht könnte so ein zweiter Gasriese tatsächlich sogar relativ wichtig für die Entstehung eines erdähnlichen Planeten sein!

    Normalerweise wandern Gasriesen nach ihrer Entstehung weit draußen im Sonnensystem nämlich zur Sonne hin, und kegeln dabei alle kleineren Planeten (wie die Erde) aus dem System raus. Laut dem mittlerweile medial allseits bekannten Prof. Harald Lesch hätte der Jupiter das vermutlich auch gemacht, wenn Saturn nicht mit seiner Schwerkraft auch ein Stückchen an ihm gezogen hätte, sodass die beiden wieder etwas nach außen gewandert sind.

    In meinem Sonnensystem hat das dann eben Gasriese Talos mit Gasriese Shaundakul gemacht. Smile

    Für die meisten Fantasygeschichten ist so etwas natürlich immer nur sehr indirekt relevant; aber es könnte z.B. beeinflussen, was für Mythen und Legenden in der jeweiligen Welt existieren. Wenn es so etwas Drastisches ist wie mehrere Monde, oder eben auch ein zertrümmerter Mond, d.h. vermutlich hat diese Welt einen Ring, ähnlich wie Saturn, dann wird sich das natürlich erheblich auf die Sagenwelt dieser Kulturen auswirken. Vor allem, da diese Sagen ja üblicherweise entstehen, bevor die Menschen rationale Erklärungen gefunden haben.

    Wenn du jeden Tag oder jede Nacht am Himmel über dir einen großen Bogen aus Gesteinsbrocken siehst, dann denkst du vielleicht, der muss da sein, damit dir der Himmel nicht auf den Kopf fällt, und irgendein Gott hat ihn deshalb da hin gesetzt oder so etwas Smile .


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    Re: Kosmologie von Fantasywelten

    Beitrag von Incendium am Mi Okt 31, 2018 3:52 pm

    Hey,

    ich beschäftige mich geade recht viel mit der Entstehung von Welten und Universen. Was es nicht alles geben könnte! Bietet mir richtig viel Inspiration! Zum Beispiel eine Welt, in der die Atmosphäre so aufgebaut ist, dass Leben in luftigen Höhen existieren kann, der Druck in den tiefen Tälern aber so groß ist, dass dort giftige Gase in der Luft sind. Oder Welten mti einer O2-reichen Atmosphäre, was für größere Lebewesen sorgt (und stärker brennendes Feuer Wink ).

    Habe mir letztens auch Universe Sandbox 2 geholt und finde das Programm echt genial. Eine Originalgetreue Abbildung des Sonnensystems anzusehen ist schon beeindruckend - und alle möglichen Szenarien auszuprobieren auch.

    Darauf aufmerksam gemacht wurde ich durch den Youtuber Artifexian. Wer einen Crash-Kurs über Worldbuilding unter physikalischen Voraussetzungen haben will, für den ist der Channel echt gut! Seine Informationsdichte ist jedoch etwas dünn, da seine Videos im Schnitt 3 bis 5 Minuten dauern. Man sollte also noch etwas nachrecherchieren, wenn man es richtig verstehen will.


    Grüße


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    Re: Kosmologie von Fantasywelten

    Beitrag von marismeno am Di Nov 06, 2018 2:59 pm

    Incendium schrieb:Zum Beispiel eine Welt, in der die Atmosphäre so aufgebaut ist, dass Leben in luftigen Höhen existieren kann, der Druck in den tiefen Tälern aber so groß ist, dass dort giftige Gase in der Luft sind.
    Ah, wie in der Reihe von "El Mercenario"! Very Happy

    Schön finde ich auch, wie viele Gedanken sich Anne McCaffrey um "Pern" gemacht hat, die Welt ihrer Drachenreiter (von der Paolini seine Drachen für den "Eragon" abgekupfert hat).

    Wenn man eine in sich stimmige Welt kreieren will, die wenigstens ansatzweise so vorstellbar sein soll, wie man sie beschreibt, dann muss man schon verdammt viele Informationen einholen und berücksichtigen. Das ist heutzutage selbstverständlicher als früher. In den SciFi- und Fantasy-Romanen früherer Jahrzehnte (zwar nicht in allen, aber durchaus auch in Bestsellern) wurde dagegen manches zusammenfabuliert, was einfach unlogisch und wissenschaftlich völlig ausgeschlossen ist. Perfektionisten wie Jules Verne, J.R.R. Tolkien und C.S. Lewis haben in der Hinsicht Maßstäbe gesetzt, an denen sich heute noch jeder Autor messen lassen muss.
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    Re: Kosmologie von Fantasywelten

    Beitrag von Evanna J. am Sa Nov 17, 2018 8:21 pm

    Das Spiel scheint sehr interessant zu sein. (Nachtrag 5 Minuten später: sieht coool aus... gekauft Very Happy Ist aktuell 10% billiger... )

    Ich liebe es, eigene Welten zu erschaffen, habe dazu den "Weltenbau Wissen Fragenkatalog" (einfach googeln) ausgedruckt, indem die Kosmologie ein Kapitel darstellt.
    Es ist spannend zu erforschen, welche Konsequenzen es hat, wenn man Elemente einfügt, die auf unserer Welt nicht existieren (z.B. drei Monde oder gar kein Mond, eine Welt ist mit Kistallhöhlen ausgehöhlt etc.). Bisher hatte ich nur kugelrunde Welten, weil ich mich mit einer flachen Welt noch nicht auseinander gesetzt habe. Dazu muss ich sagen, dass mich Geologie sehr interessiert und ich einen Mathematik/Physik-versierten Mann habe, den ich löchern kann Surprised .
    Und wenn man eine Welt erfindet, tauchen bei der Entwicklung auch noch Geschichten auf... Deshalb macht es mir auch sehr viel Spaß.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr Jan 18, 2019 11:13 am