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Alastor

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    Drachenanatomie

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    Re: Drachenanatomie

    Beitrag von Earl Grey am Di Jan 09, 2018 9:58 am

    Das ist natürlich Geschmacksache. Ich würde es der Welt der Geschichte anpassen (alles etwas realistischer - vier Gliedmaßen). Und auch dem Charakter der Drachen.
    Für weise, sanfte Drachen würde ich vier Beine und die Flügel extra nehmen, das wirkt auf mich irgendwie ruhiger und eleganter.
    Sind es dagegen aggressive Bestien, fände ich die Variante mit Krallenflügeln auch nicht schlecht; dann können sie schön brutal und angriffslustig die Flügel aufstützen und so vorwärts hechten. Wirkt dann eher grobschlächtig, was für mich in das Bild eines mörderischen Raubtieres passt Smile


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    Re: Drachenanatomie

    Beitrag von Strato Incendus am Fr Jan 19, 2018 11:11 am

    Soweit ich weiß wird die Variante mit vier Gliedmaßen oft auch "Wyvern" genannt, um Verwechslungen mit der anderen Art auszuschließen.

    Genauso handhabe ich es bei mir auch; Drachen hingegen haben auch bei mir zwei Beine, zwei Vorderläufe und zwei Flügel.

    Um dann dem Klugsch*ßer zuvorzukommen, der korrekt feststellen will, dass es keine sechsstrahligen Reptilien gibt, ist "Drache" bei mir einfach eine eigene Spezies, wohingegen "Wyvern" (bzw. bei mir lautet der Plural "Wyvernen" und der Singular "Wyverne") als Reptilien gelten. Daher sind Wyvernen auch deutlich weniger intelligent als Drachen, können bspw. nicht sprechen.

    Wo hier schon die Urzeiten angeführt wurden wegen Dinosauriern: Meines Wissens nach gab es in grauer Vorzeit auch deutlich größere Insekten, weil da der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre noch größer war.

    Das mache ich mir zunutzen, da Insekten bekanntlich sechsstrahlig sind (weswegen Spinnen und Skorpione keine Insekten sind, wie ja schon korrekt angemerkt wurde). In grauer Vorzeit gab es also große Reptilien wie die Dinosaurier und riesige Insekten, da sind bei mir Drachen einfach eine Kombination aus beidem, die damals entstanden ist - so wie beispielsweise auch ein Archaeopteryx ein Zwischending zwischen Saurier (Reptil) und Vogel war.

    Außerdem gefällt mir die Parallele zu Walen: Der Ungebildete mag einen Wal für einen Fisch halten, weil er halt so aussieht - ist er aber nicht, er gehört zu einer ganz anderen Gattung von Tieren und ist auch deutlich intelligenter als die meisten Fische.

    So eben auch mit meinen Drachen: Sieht aus wie ein Reptil (für den Laien), ist aber keins und hat mehr im Kopf Smile .

    Die schwierigere Frage für mich ist: Wieso können die Viecher eigentlich fliegen? Nach den Proportionen der meisten Drachendarstellungen, die man so sieht, zu urteilen, wären die Flügel eigentlich viel zu klein im Verhältnis zum Körper. Mögliche Antworten, die ich da schon gehört habe, sind, dass sie ihre Flügel mehr in kreisenden Bewegungen verwenden; andere führen Insekten und Vögel an, die eigentlich auch zu schwer zum Fliegen wären - Kolibris oder Hummeln etwa. Allerdings kann ich mir nur schwerlich einen Drachen vorstellen, dessen Flügel mit dieser enormen Geschwindigkeit flattern. Smile

    Dann gibt es auch noch die Idee mit irgendwelchen Gasen im Körper, etwa einer Methanblase. Die wird dann meistens auch noch benutzt, um zu erklären, warum der Drache Feuer speit.

    Wie er das Gas entzündet, ist dann wieder eine andere Frage. Die plausibelste Erklärung, die ich bislang gehört habe, ist eine Art Feuerstein im vorderen Mundbereich (damit er sich nicht den eigenen Rachen verbrennt).

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    Re: Drachenanatomie

    Beitrag von marismeno am Do Apr 26, 2018 1:07 pm

    Die Drachen aus dem Eragon sind aus Anne McCaffreys "Drachenreiter von Pern" abgeschrieben, einer Science Fantasy Reihe, in der Siedler von der Erde sich auf einem Planeten niederlassen und dort (bewusst) zu einer primitiveren Kulturstufe zurükkehren. Auf diesem Planeten gibt es viele einheimische sechsgliedrige Lebewesen, unter anderem Tunnelschlangen, Wherries und kleine fliegende Tierchen, die Feuer speien können und sich empatisch an die Neusiedler binden. Aus einer Notlage heraus züchten Gentechniker aus dieser einheimischen Tierart große "Drachen", mit denen die Neusiedler gegen eine Bedrohung aus der Luft kämpfen können. Hier merkt man, wie ich finde, sehr schön die Science in der Fantasy, da alles, was nicht unserer Realität entspricht, zumindest logisch erklärt werden kann. Die "Drachen" von Pern heißen lediglich so, weil sie den Sagentierender irdischen Mythologien optisch und in ihren Fähigkeiten ähneln.

    Auch Fantasy, die sich nicht auf Science beruft, sollte meiner Meinung nach eigentlich plausibel sein. Flugfähige, feuerspeiende Lebewesen in der Größe von Lkws sind allerdings zwar nicht sehr plausibel (obwohl auch Flugzeuge größer sind als Lkws und trotzdem fliegen können), aber die Vorstellung von Drachen, Wyvern oder Lindwürmern ist in praktisch allen irdischen Kulturen so tief verwurzelt, dass Leser (von Fantasy) sie so aktzeptieren können, wie sie sind. Werden solche Science-Bonbons dazu geliefert, wie das Feuerspeien durch Entzünden ausgestoßener, brennbarar Gase erst im Rachenraum des Drachen durch so eine Art Feuerstein, dann sind das hübsche Geschenke an den Leser, die diesen zusätzlich erfreuen. In einem Scheibenweltroman von Pratchett kommt ein Sumpfdrache vor, bei dem eine Mutation zu einer Art Schub-Umkehr des Feuerstrahls führt. Er kann trotz seiner unterentwickelten Flügel und auch insgesamt sehr seltsamen Gestalt (Kleiner spitzer Kopf mit übergroßen Nasenlöchern, keilförmiger Körper) fliegen, indem er auf seinen brennenden Darmgasen reitet. Und zwar sehr schnell. Laughing

    Zum Thema des sich flügellos durch die Luft schlängelnden, chinesischen Drachen: hat jemand die Buchversion der unendlichen Geschichte vor seinem geistigen Auge? Darin ist der Glücksdrache Fuchúr genau so ein Wesen, das (nach den bedauernden Worten des Autors Michael Ende) in der Verfilmung zu einer Art "Plüschgoofy" verunstaltet wurde. Auch im Anime "Cihiros Reise ins Zauberreich" kommt ein Gestaltwandler vor, der sich in so einen schlängelnden Luftdrachen verwandeln kann. 

    Auf dem berühmten Bild des Heiligen Georg ist der dargestellte Drache übrigends nur etwa so groß wie ein Vogel Strauß, hat zwei Beine und zwei Flügel. Soviel zu der "üblichen" mitteleuropäischen Vorstellung von Drachen. Mein Drache Nermaal (aus dem Drachstaad-Roman) hat aber auch vier Beine und zwei Flügel. Gefällt mir einfach am besten. In einem noch unfertigen Projekt schreibe ich dagegen über einen Lindwurm (ohne Flügel), der eine Armee am Überqueren eines Flusses hindern will.

    Im SciFi-"HomAnx"-Universum von Alan Dean Foster (auch bekanndt durch die grandiosen Bannsänger- Fantasy-Romane!) gibt es als Begleiter des jungen Flinx eine geflügelte Schlange, die nicht Feuer, sondern ein stark korrodierendes Gift spucken kann, und die als alaspinischer Minidrach bezeichnet wird. Pip beherrscht einen Schwirrflug wie ein Kolibri, was ihn (später stellt sich heraus, dass er doch eine "Sie" ist) über seine beinlose Schlangengestalt hinaus sehr beweglich und gefürchtet macht. Allein das Titelbild hat mich seinerzeit animiert, meinen ersten Band dieser Reihe antiquarisch zu kaufen.

    Ein besonders hübscher - nein, nicht Drache, aber ein greifenähnliches Wesen - mit sogar sechs (oder mehr?) Flügeln wird ja auch in den "phantastischen Tierwesen" dargestellt. Ich finde, ohne diese Animation wäre der Fantasy-Kunst etwas Wunderschönes entgangen. Mir gefällt gerade die Vielfalt der Drachenversionen in der Fantasy. So ist für jeden Lesergeschmack etwas dabei. Und darüber hinaus bedeutet Fantasy ja nicht, dass der Autor an irgendwelche Realitäten gebunden ist, sondern gerade, dass er selber etwas erschaffen darf.
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    Re: Drachenanatomie

    Beitrag von Midnightwriter am Sa Mai 05, 2018 8:53 pm

    @marismeno: Die verschiedenen Versionen mag ich auch sehr, vor allem, weil sie oft an den Drachenerscheinungen der verschiedenen Mythologien der Welt orientiert sind und das finde ich immer ganz spannend. Aber auch komplett neue Kreaturen haben natürlich ihren Reiz.
    Allerdings finde ich nicht, dass man einfach so behaupten kann, dass ein Autor seine Drachenversion bei einem anderen abgeschrieben hat, das sehe ich immer etwas kritisch. Zwei Autoren können durchaus unabhägig voneinander ganz ähnliche Ideen haben und andererseits ist jeder Autor irgendwo von den Dingen inspiriert, die er gelesen/gesehen etc. hat. Außerdem ist das Drachenbild in Eragon ist ja nun auch ein ziemlich gängiges, daher weiß ich nicht, ob man einfach sagen kann "der hat abgeschrieben".

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