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    Die Rückkehr - Kapitel 1

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    Scáth
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    Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Scáth am Sa Nov 23, 2013 11:37 am

    „Wir sollten weiter abwarten. Es ist noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen.“
    Die zarte Stimme der Elfe durchbrach die Stille im großen Ratsaal. Ihre Worte hallten einige Sekunden nach und dass nicht nur im Raum, sondern auch in den Köpfen der anderen Ratsmitglieder. Soleah strich sich mit der Hand ein paar ihrer Goldblonden Stähnen aus dem Gesicht. Sie seufzte. Wie oft hatte der Rat nun schon diese Diskussion geführt? Wie oft waren sie schon auf die immer wieder gleiche Lösung gekommen? Und heute war ausgerechnet sie es, die das vor schlug, was schon seit Jahren aufs neue Vorgeschlagen wurde. Sie schaute die anderen Mitglieder an, die versammelt an dem großen, runden Tisch saßen. Viele von ihnen blickten Nachdenklich auf die aus Ebenholz gefertigte Tischplatte. Andere wiederum starrten verzweifelt und ratlos ins Leere. Der Blick der Elfe blieb jedoch an Dwar hängen, der Zwerg im Kreise des Rates. Sein Gesichtsausdruck war geradezu grimmig und Soleah meinte hören zu können wie er energisch schnaubte. Es dauerte keine Sekunde bis Dwar von seinem Stuhl aufgesprungen war und seine Hände lautstark auf die Tischplatte schlug.
    „Wir haben lange genug gewartet! Uns fehlt die Zeit! Wer weiß, in zwei Jahren haben sie unsere Welt schon so sehr verpestet, dass nicht einmal ein Grashalm dort überleben könnte!“
    Die raue, dunkle Stimme des Zwerges sorgte bei vielen Ratmitgliedern für Gänsehaut, doch sie wussten dass er recht hatte mit dem was er sagte. Und sie wussten auch, dass nun gehandelt werden musste. Ronan, ein großer dunkelhäutiger Ork legte Dwar seine Hand auf die Schulter und drückte ihn zurück in seinen Stuhl. Einige Sekunden des Schweigens vergingen, bis plötzlich der Erzmagier in der Runde zu sprechen begann.
    „Es stimmt. Wir haben keine Zeit. Wir haben keine Zeit und keine Wahl. Wir müssen handeln, und zwar sofort“. Er fuhr sich mit der Hand durch seinen langen, weißen Bart und schaute in die Runde.
    „Es wäre reiner Selbstmord nun eine Armee loszuschicken. Das macht keinen Sinn.“, erläuterte Jarev, der Vampir.
    „Dann müssen wir sie von Innen vernichten.“, Ronan zückte sein Schwert und strich mit seinen Fingern sanft über das schwarze Metall der Klinge.
    „Weg mit der Waffe, Ronan.“, wandte der Erzmagier ein. „Auch wenn wir kaum Zeit haben, dürfen wir nicht zu voreilig handeln. Wir brauchen Informationen. Informationen über ihr Heer und ihre Waffen. Wir müssen den Feind kennen, den wir zu besiegen versuchen“
    „Und von wem genau sollen wir diese Informationen bekommen?“, wandte Soleah ein und blickte den Erzmagier fragend an. Dieser jedoch war schon aufgestanden und verließ schnellen Schrittes den Ratsaal.

    _______________________________________________________________


    Es waren die ersten Sonnenstrahlen, die Aidens Nase kitzelten und sie aus dem Schlaf weckten. Der Morgen war kaum angebrochen und durch das verstaubte Fenster des alten Zimmers konnte man milchigen Nebel erkennen, der sich durch die Straßen und Gassen der Hauptstadt schlängelte. Aiden richtete sich auf und begann sich anzukleiden. Es war immer wieder mühsam sich in das lederne Oberteil zu zwängen, doch es bot Schutz und deshalb wollte Aiden nicht darauf verzichten. Ihre schwarzen Stiefel hatten sich mittlerweile perfekt an ihre Beine angepasst, fast wie eine zweite Haut, und auch der Umhang war ihr wichtig. Er glänzte zwar nicht mehr so dunkelgrün wie vorher, aber bei einem Leben in dem man ständig auf Reisen ist, war das kein Wunder.
    Aiden erhob sich und griff nach ihrem braunen Beutel. Sie hatte gestern einige ihrer Tränke verkaufen können und auf dem Schwarzmarkt war sie sogar Gifte losgeworden. Sie grinste als sie die Münzen klirren hörte und begab sich aus dem Zimmer hinunter in die Schankstube der Taverne.
    „Aiden!“, rief die Schankfrau hörbar aufgebracht, nachdem sie die letzte Stufe der Treppe hinabgestiegen war. Hier in dieser Taverne kannte man sie gut, denn Aiden kam regelmäßig her wenn sie in der Stadt war um ihre Tränke zu verkaufen. Die Schankfrau war eine wohlgenährte, schwarzhaarige Frau, die man ohne ihre verfettete Schürze wohl gar nicht erkennen würde. Sie war nett und immerzu hilfsbereit. Eine solche Schankfrau war schon fast eine Seltenheit. Vielleicht kam Aiden deshalb immer hier her. Weil die Menschen, die diese Taverne aufsuchten, anständig waren und man nachts nicht von Prügeleien oder lallenden Gesängen der Betrunkenen ausgehen musste.
    „Ja?“, Aiden drehte sich um und lächelte der Frau zu. Diese jedoch schien weniger erfreut als verängstigt.
    „Ich...ich hab' da was für dich“, begann sie zu sprechen und zückte unter ihrer Schürze einen Umschlag hervor, verschlossen durch goldenen Wachs, in dem das Siegel des Rates graviert wurde. Aiden nahm den Brief verwirrt entgegen und starrte ihn einige Sekunden ungläubig an. Sie setzte sich an einen der leeren Tische und begann ihn vorsichtig zu öffnen. Ein kurzer Blick zur Seite verriet ihr, dass sich die Schankfrau zu ihr gesetzt hatte und sie erwartungsvoll ansah.
    Aidens Augen weiteten sich, während sie den Brief las.
    „Da will mir doch jemand einen Bären aufbinden...“, murmelte sie leise, aber dennoch verständlich. „Wer hat ihn dir gegeben?“
    „Einer der Boten vom Rat.“
    „Und da bist du dir sicher? Niemand der sich verkleidet hat? "
    „Ja, ganz sicher. Aiden, was ist denn?“, die Schankfrau blickte das Mädchen nun noch verängstigter und besorgter an als zuvor.
    „Nichts.“, log Aiden, verstaute den Brief in ihrem Beutel und verließ wortlos die Taverne.
    Der Rat wollte sie sprechen. Da sollte sie sich nicht verspäten.


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    “Blood is really warm.
    It's like drinking hot chocolate...but with more screaming.”



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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Silphiel am Sa Nov 23, 2013 1:26 pm

    Azurita von Hohenstadt:

    Sie seufzte und faßte sich in nur halb gespielter Verzweiflung an den Kopf.
    Nach einigen Augenblicken ließ sie ein noch lauteres Seufzen hören und meinte zu dem etwas dicklichen jungen Mann in der ersten Reihe: "Nein, Bornholm! Wenn Sie sich auf dem schnellsten Wege umbringen wollen, ist das natürlich der beste Weg. Und ich bitte darum, daß es so bald wie möglich geschieht, damit ich von ihrer Dummheit erlöst werde!"
    Energisch drehte sie sich zur Tafel um und begann verwirrende Symbole und Formeln mit Kreide anzuschreiben. Sie pfefferte die Kreide in einen der Halter, wobei diese natürlich in unbrauchbare Stücke zerbrach, und zeigte mit einem Stock auf einen Teil der Formel.
    "Sehen Sie hier? Wenn, wie von Herrn Bornholm vorgeschlagen, wir diesen Teil des Kreises einsparen und die Qualität des zu verzaubernden Gegenstandes herabsetzen, würden sie die stellaren Grenzen ihrer Magie verlassen und in die Daimonias-Quellen vordringen. Das würde bedeuten, daß sie eine Wesenheit herbeirufen, die es gar nicht mag herbeigerufen zu werden und außerdem noch den Langmut eines zwergischen Schankwirtes, dem man gerade die Zeche geprellt hat und außerdem noch sein Bier als Plörre bezeichnet hat, besitzt."
    Azurita strich sich die Robe glatt und fügte hinzu: "So, kann mir jetzt jemand sagen, was an dieser Formel ohne Probleme geändert werden kann?"
    In der Mitte des Vorlesungssaales hob sich zaghaft eine zierliche Hand. Azurita nickte der jungen Frau zu, in der Hoffnung jetzt endlich nach Jahren des Unterrichts mal eine richtige Antwort zu hören. Sie würde sich sogar mit einer halbrichtigen Antwort zufrieden geben. Dieser Jahrgang war einfach die Hölle. Diese ganzen Leute hatten keine Ahnung von den Grundlagen.
    "Ich ... Ich glaube wir könnten die relativ komplizierten Eindämmungsverfahren, durch einen Fokus ersetzen, der auf Andromeda geeicht ist. Das würde Zeit sparen und einige möglichen Fehler ausmerzen.", meinte die schüchterne Studentin.
    Azurita lächelte breit und mit kaum verhohlener Freude in der Stimme antwortete sie: "Genau! Richtig! Seht ihr? So müsst ihr das machen. Gut, dann können wir uns ja endlich vielleicht dem nächsten Thema zuwenden. Achja: wenn irgendeiner von euch es wagt in zwei Monden durchzufallen, dann werde ich den oder die persönlich mit unserer lieben Alchemie Dozentin in einem Raum einsperren!"
    Einige Lacher begleiteten die Androhung, da jeder wußte wie nervig die Dozentin sein konnte.
    Als Azurita gerade dazu ansetzte weiter zu reden, ging die Tür zum Hörsaal auf und der liebenswürdige Erzmagier der magischen Akademie stürmte in den Raum.
    Sonst war der ehrwürdige Dekan in seiner prächtigen Robe, mit seinen asketischen Zügen und dem langen weißen Ziegenbart, ein einziger Ruhepol. Doch jetzt war sein Bart zerzaust, die Robe unordentlich und sein Kopf hochrot. In einer Hand hielt er seinen Gehstock, der ebenfalls als Fokus diente, und in der anderen einen versiegelten Umschlag.
    Er hetzte auf sie zu und reichte ihr den Umschlag, wobei sein Atem keuchend ging, und er sehr stark zitterte. Vermutlich war er geradewegs von seiner Heimstatt im höchsten Turm der Akademie bis hier in den Hörsaal im Garten gesprintet.
    Azurita beäugte den Umschlag misstrauisch, und noch misstrauischer wurde ihr Blick, als sie das goldene Wachs mit dem eingedrückten Siegel des Hohen Rates erkannte. Das vom Dekan gekeuchte: "Vom Hohen Rat!" , war da nun wirklich nur noch überflüßig.
    Sie meinte zur Klasse, mit erzwungen ruhiger Stimme: "Okay, ihr habt erstmal frei. In der Bibliothek gibt es einige Werke über die Quelle Saturnis, beschäftigt euch damit. Das ist unser nächstes Thema."
    Sie schob den Dekan mit sanfter Gewalt durch eine Nebentür in einen Raum der von einem Bett und einem Schreibtisch an gegenüberliegenden Wänden beherrscht wurde. Überall lagen Pergamente, Federkiele und Tintenfäßer herum. Das Bett war nicht gemacht und darauf lagen einige Kleidungsstücke verteilt. Die Wand gegenüber der Tür war durchsichtig und gab den Blick frei auf einen See, der umringt war von dichten Bäumen und Sträuchern.
    Sie bot dem Dekan den Stuhl hinter dem Schreibtisch an, und setzte sich in einen Ohrensessel, der beinahe komplett von Pergamenten, Krügen und Schalen bedeckt war.
    Der tadelnde Blick des Erzmagiers, ließ Azurita kalt. Sie erbrach das Siegel und begann zu lesen.
    Nach ein paar Sätzen ließ sie das Pergament sinken, griff zielsicher in das Sammelsurium und beförderte nacheinander Pfeife, Tabak und ein unbeschriebenes Pergament zu Tage. In wenigen Augenblicken war die Pfeife gestopft, entzündet und zwischen ihren Lippen.
    Sie zog ein paar Mal, und schwängerte die Luft des Zimmers mit verschiedenen Fruchtdüften, und einigen Schwaden hellen Rauchs.
    Ein erneuter Blick auf den Brief ließ jeden Zweifel verschwinden.
    Sie, Azurita von Hohenstadt, die violette Zauberin, wie man sie oft nannte, wegen ihrer Violetten Haare, war zum großen Rat berufen.
    "Ichthemäus, ich brauche ein Pferd aus den Stallungen der Akademie. Ich weiß nicht wann ich zurückkommen werde.", bei letzterem huschte ein freudiges Lächeln über Azuritas Züge. Endlich würde sie diese ganzen Studenten hinter sich lassen können! Keine Vorlesungen, Klausuren und praktischen Übungen mehr!
    Der Angesprochene räusperte sich, um mit gewohnt kräftiger Stimme zu antworten: "Ich muss euch also auf unbegrenzte Zeit als Dozentin aufgeben? Das ist wirklich ein Problem! Ihr wisst, wie sehr unser Institut von euren Fähigkeiten profitiert."
    Sie unterbrach den alten Magier mit einer entschiedenen Geste und fuchtelte mit dem Brief vor seiner Adlernase herum: "Anordnung vom Hohen Rat! Da kann ich nichts machen, und Sie leider auch nicht. So gern ich weiter für das Institut tätig wäre, ich kann diese Anordnung nicht ignorieren. Außerdem wird das vielleicht der Akademie zu größerem Ansehen verhelfen."
    Sie wunderte sich fast, wie leicht ihr die Lüge und das Honig-um-den-Bart-Schmieren von den Lippen ging.
    Nach einigen Momenten nickte Ichthemäus Marthasan und meinte: "Gut, ihr packt, was ihr benötigt und ich werde mich um Pferd und Reiseausstattung kümmern."
    Schnell rauschte der ehrwürdige Zauberer aus dem Zimmer der Magierin und ließ sie alleine zurück.
    Als sie sich sicher war, daß niemand mehr in Hörreichweite war, konnte Azurita ein triumphalen Ausruf nicht unterdrücken. Sie war frei!
    Schnell packte sie Kleidung, einige Stöße Pergament, Federkiele, Tinte und eine Flasche vom besten Schnaps Hohenstadts in einen Rucksack und verteilte einiges noch auf eine Satteltasche. Der alte Geizkragen würde ihr schon ein Packpferd zugestehen, wenn nicht würde sie ihn um einen Geldbrief der Akademie bitten und den beim erstbesten Zwergenhändler einlösen.
    Als letztes landete ihre Dozentenrobe im Chaos ihres Zimmers und nach kurzem Überlegen verließ sie ihr Zimmer durch eine kaum sichtbare Tür in der durchscheinenden Wand und sprang kopfüber in den See.
    Nach wenigen Minuten huschte sie zurück in ihr Zimmer, wobei sie so einiges an Pergament nass tropfte und damit unleserlich machte, und trocknete sich mit der eben weggeworfenen Dozentenrobe ab. Manchmal dachte sie, daß die Roben nur für diesen Zweck gefertigt worden waren, so gut nahmen sie das Wasser auf.
    Aus einer Ecke, wohl vor neugierigen Blicken verborgen, holte sie ihren ganzen Stolz. Eine Magierrüstung und eine Klinge aus Zwergenstahl. Beides ein Volljährigkeitsgeschenk ihrer Zieheltern. Die Rüstung bestand aus einem lederen Wams, verstärkt mit geheimen Zwergenmethoden, in schwarz mit einigen hellblauen und silbernen Runen und verschnörkelten Mustern versehen. Außerdem einem langen Mantel, außern schwarz und innen violett gefüttert, der von metallenen Schulterplatten herabhing. Die Schulterplatten waren versehen mit einigen großen Edelsteinen und aus dunklem Stahl gefertigt.
    Eine einfache dunkle Lederhose und ein Paar guter Stiefel rundeten die Tracht ab.
    Für mehr oder weniger offizielle Anlässe, hätte sie noch ein Kleid und eine Magierrobe dabei. Bequemlichkeit ging bei ihr aufjedenfall vor, weswegen Hemden und Hosen ebenfalls dabei waren.
    Als sie so gerüstet sich auf den Weg zu den Stallungen machte, waren ihr die Blicke der Studenten gewiß. Es gab einige Bilder in der Akademie von Magierkriegern und Azurita wirkte, als wäre sie geradewegs aus einem solchen herausspaziert.
    Sie erreichte die Stallungen nach wenigen Minuten Fußmarsch. Die Stallburschen waren Elfen und Faune. Diese waren gerade damit beschäftigt Nachtschatten aufzuzäumen, ein prächtiger Schimmel
    Sie gab einem Faun ihre Satteltasche, welche sofort auf Nachtschattens Rücken angebracht wurde, und nach wenigen Minuten schwang sie sich schon auf selbigen Rücken. Der Dekan verabschiedete sich mit einer Umarmung von Azurita und ließ sie nicht losreiten, bevor er ihr nicht einen Geldbrief, und ein Schreiben an den Erzmagier mitgegeben hatte.
    So ausgestattet, ließ Azurita Nachtschatten antraben, wobei sie über die Schulter dem Dekan noch zurief: "Denkt daran einen Brief nach Hohenstadt zu schicken!"
    Sie wollte, daß ihre Eltern zumindestens Bescheid wussten. Sie wartete jedoch nicht auf die Bestätigung des alten Mannes, sondern gab Nachtschatten die Sporen und verließ die Akademie, in Richtung der Hauptstadt.


    _______________________________________________________________________________________________________________________
    "You've taught me skill is not enough. It cannot compare to Love!

    "I'll praise You in this storm,
    and I will lift my hands,
    for You are who You are,
    no matter where I am!"

    "Mit Feder in der Hand habe ich, mit gutem Erfolg, Schanzen erstiegen, von denen andere mit Schwert und Bannstrahl bewaffnet zurückgeschlagen worden sind."

    "Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
    Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
    Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
    lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
    Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
    Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
    Die Liebe hört niemals auf."

    Gast
    Gast

    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Gast am Sa Nov 23, 2013 2:38 pm

    In der Villa herrschte eine lockere Stimmung. Die Adeligen speisten und tanzten ausgelassen zu der Musik eines ehrlich gesagt eher mittelmäßigen Streichquartetts. Doch das störte niemand. Sie feierten irgendeinen Geburtstag, was Cifer gerade recht kam. Niemand bemerkte die Ratte, die durch ein halb geöffnetes Fenster hineinglitt, am Rand des Saales an der Tanzfläche und dem vollkommen überladenen Bankett vorbei schlich und die Treppe in den zweiten Stock hinauf huschte.
    Oben war es deutlich ruhiger, denn hier befanden sich unter anderem auch die Privatgemächer des Gastgebers und seiner Gattin einer recht korpulenten Dame.
    Aber er war ja nicht wegen ihr da, eher wegen einem wertvollen Objekt das sich in ihrem Besitz befand. Den ganzen Abend hatte Cifer draußen vor auf dem Fensterbrett gehockt und der Gräfin dabei zugesehen wie sie einen Kelch Wein nach dem anderen geleert hatte, während er draußen in der Kälte saß und die verschiedenen Düfte seine Rattensinne ganz wirr machten. Um so glücklicher war der Dieb gewesen, als sie endlich nach oben gegangen war. Von einigen Dienern die er belauscht hatte, hatte Cifer erfahren, das sie ihren Schmuck nur nachts zum Schlafen abnahm. Erst als die Ratte vor der Tür, zum Zimmer der Adeligen stand nahm er wieder seine menschliche Gestalt an.
    Erschöpft lehnte er sich kurz an eine der mit Jagdtrophäen geschmückten Wände. Die Verwandlungen erschöpften ihn jedes mal mehr. Langsam schlich der Mann zur Tür.
    Von drinnen drang leises Schnarchen.Gut. Lautlos öffnete er die Tür und schlich, ebenso geräuschlos ins Zimmer.
    Auf der Kommode lag schon das Objekt, das sein Kunden verlangte. Ein Ring, in den ein Edelstein eingefasst war. Er war klein aber der Stein war von eigenartiger Beschaffenheit. Man sagte er sei der ganze Stolz der Gräfin.
    Cifer schnappte ihn und steckte ihn ein. Kurz überlegte er, auch noch die anderen Schmuckstücke mitzunehmen, ließ es aber bleiben. Es war schwierig, so wertvolle Stücke auf dem Schwarzmarkt los zu werden. Der Dieb fand ein Fenster durch das man bloß eine dunkle Gasse der Hauptstadt sehen konnte. Er kletterte hindurch und hangelte sich geschickt von Fensterbrett, zu Fensterbrett, bis er sicher auf festem Boden stand. Dann machte er sich zu dem Treffpunkt auf, an dem er seinen Kunden erwartete. Der Mann der ihn bezahlt hatte, wartete schon mit dem restlichen Geld. Als er es Cifer überreichte zog er noch einen Umschlag aus seiner Manteltasche und überreichte ihn den Brief wortlos. Dieser musterte den Umschlag und das Siegel kurz überraschte, dann riss er ihn auf und begann zu lesen.“Nein warten sie, das muss ein missverständnis sein.“ meinte Cifer überrascht, doch als er aufblickte, war sein seltsamer Kunde schon verschwunden und der kleine Platz menschenleer. Der Dieb zuckte mit den Achseln zog eine kleine Schnapsflasche heraus und nahm erst mal einen kräftigen Schluck. Es war eine ereignisreiche Nacht gewesen. Dann sollte es wohl so sein.
    Die Sonne begann bereits, sich über der Stadt zu erheben, als der Gestaltenwandler sich auf den Weg machte.


    Zuletzt von Korus am So Nov 24, 2013 10:36 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

    Untergrundpudel
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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Untergrundpudel am Sa Nov 23, 2013 9:41 pm

    Lodrin Eisenbart:

    Lodrin schmiegte sich grummelnd in die warmen tiefen seines Bettes und ignorierte die keifende Stimme die ihn aus seinen Träumen zu reißen drohte. "LODRIN! Beweg deinen kleinen Arsch aus meinem Bett, es ist Nachmittag und bald bekomme ich wieder Herrenbesuch!" er schlug die Augen auf in blickte direkt in das Gesicht der jungen Dirne. Halita war eine schlanke Menschenfrau mit braunem Haar und einer schlanken, verglichen mit Zwerginnen schon fast feenhaft anmutenden Figur. Lodrin schnellte empor und stürzte sich augenblicklich heldenhaft von dem hohen Bett hinunter. Er war noch längst nicht ausgeschlafen, erst recht nicht nach der gestrigen, ungemein anstrengenden Nacht. "Jaja, meine herzensdame - ich verstehe schon." grummelte er in den Bart während er seine Kleidung zusammensuchte welche in dem luxuriös ausgestatteten Schlafgemach unachtsam verstreut auf dem Boden lag. Halita musterte ihn kurz, dann begann sie sich Belladonna in die Augen zu träufeln ind die Haare hochzustecken, in ihrem enganliegenden Unterrock wirkte sie ungemein - anziehend. Er besuchte Halita des öfteren, war sozusagen ein Stammkunde dieses exquisiten Etablissements in welchem wirklich ausgefallene Wünsche befriedigt werden konnten. Wenn auch nicht alle - eine Elfe arbeitete nicht hier, zu schade wie Lordin fand der nur zu gern einmal geprüft hätte ob die Gerüchte stimmten die man sich hinter vorgehaltener Hand über die Spitzohren erzählte. Schließlich war er angekleidet und legte schweren Herzens dreizehn Goldmünzen in die Perlmuttene Schale auf ihrem Nachttisch. Das diese Menschen so verflucht hohe Möbel hatten ärgerte ihn, er musste sich schon fast of die Zehenspitzen stellen um das Geld abzulegen. "Nun gut meine Schöne, denn auf bald." verabschiedete er sich. "Ja - ich hoffe wir sehen uns bald wieder Eisenbart - sag einmal könntet ihr vielleicht meinen Ring reparieren - ich würde mich auch sehr erkenntlich dafür zeigen - wisst ihr - ein Erbstück." hauchte sie verführerisch und beugte sich zu ihm hinab. Diesen lodernden braunen Augen hätte Lodrin unter anderen Umständen wohl kaum etwas abschlagen können, aber inzwischen wusste er nur zu genau das er vermutlich nie wieder eine Nacht mit Halita verbringen würde. Sein verfluchter Eisklotz von einem Vater hatte ihn zum sicheren Tod verdammt. Nur wegen seinem abartigen, krankhaften Ruhmstreben! Warum erlaubte er ihm nicht Goldschmied zu werden, der verhasste langweilige Beruf erschien ihm wie der Halle der Götter verglichen mit dem was diese schreckliche andere Welt ihm bot. Diese Schmutz, und die Menschen. Nicht auszudenken was sie tun würden wenn sie ihn sahen. Man würde ihn und die anderen Kundschafter allesamt aufknüpfen und verbrennen. Lording traten fast die Tränen in die Augen als er daran dachte sein junges Leben in bälde zu beschließen. "Es -Es tut mich Leid, chrm. ich kann nicht. Ich habe Geschäfte zu erledigen die mich weit fort führen können und ich bin mir nicht sicher wann ich zurückkehre. Du musst dir einen anderen Zwerg suchen Halita, deinen Ring kann ich wirklich nicht reparieren, so gern ich auch wollte." erklärte er. Die Dirne zog einen Schmollmund. "Dann eben nicht." bemerkte sie schnippisch. "Viel Glück auf der Reise." wünschte sie ihm kühl. Lodrin schluchte. "Ich danke." quetschte er heraus während er mit halb offenem Hemd und wirrem Bart aus dem Zimmer stolperte und fast die steilen Stufen heruntergestürzt wäre. Es war Mittag und so waren die meisten Dirnen nicht mit der Arbeit beschäftigt sondern unterhielten sich oder waren ausgegangen. Er verließ das Freudenhaus recht unbemerkt und schritt schweren Herzens Richtung Heimat, ohne sich um herumlungernde Trunkenbolde und Tagediebe zu stören. Er bemerkte die flinken Hände eines Kindes in seinen Taschen, aber es war ihm einerlei. Sollte man ihn ruhig bestehlen, bald würde kein Gold und kein Edelstein mehr eine Freude für ihn sein! Er zog seinen silbernen Flachmann aus der Westentasche um die Angst in seinen Eingeweiden mit einem guten Schluck Holunderschnaps zu besänftigen, aber der Flachmann war leer. "Verfluchter Saukrüppel." knurrte er die Flasche an und schleuderte sie angewiedert auf das dreckige Kopfsteinpflaster. Ein Bettler erhob sich aus einem Hauseingang, er war betrunken und wankte mit begierlichen Augen auf die Silberne Flasche zu. Lodrin entdeckte die tönerne Flasche in der Hand des Bettlers. "Eh da - das ist meine Flasche Alter." blaffte der Zwerg und baute sich vor dem Mann auf der ihn um mehr als das doppelte überragte. "Was issn Kurzzzer, willlssstt du nnnem armen Maaannnnn nichhh wasss zuu trrriinnken sssssccchhhpendieren?" lallte der. "Du kannst die Flasche haben, wenn du mir deine gibst." bemerkte Lodrin. Der Bettler betrachtete ihn ungläubig, dann lachte er ein hohes Greisenlachen. "Hieeer eeeedddleelllleer Herr da hasstttuuu diii Buddbuddel." der Bettler stand wiederlich nach Pisse, und anderen schönen Gerüchen der unteren Stadtviertel, die Flasche jedoch schien noch voll zu sein. Lodrin packte sie und zog mit dne Zähnen den Korken heraus während er weiterging. Er nahm einen Schluck des stechend schmeckenden Kornbrandes. Es war billigster Fusel, es konnte durchaus sein das er aus dem gefürchtete Vorlauf bestand der jeden in einen gelähmten, blinden und sabbernden Idioten verwandeln konnte, aber dme Zwerg war das gerade vollkommen gleichgültig. Er trank einen tiefen Zug und spührte fast sofort wie der Alkohol seine Sorgen einlullte. Als er endlich zuhause ankam war er bedenklich wackelig auf den Beinen und die große Tonflasche fast leer. Er ignorierte Fadelbert, den aufgebrachten Diener seines Vaters der ihm vorhielt sich nicht standesgemß zu benehmen und ließ sich von ihm zu der Kutsche führen die ihn zu dem grauenvollen Ort bringen sollte an dem die Expedition in der andere Welt beginnen sollte. Sein Vater blickte verärgert auf ihn herab - er überragte seinen Sohn um Haupteslänge - und fuhr sich durch den schweren grauen Bart. "Lodrin - du bist eine Schande für die Familie der Eisenbarts." donnerte er zornig. "Wie kannst du dich betrinken wo Ruhm und Ehre dich erwarten - die Feiger bartloser Schwächling." zeterte der alte Zwerg, Lodrings Mutter stand mit gesenktem haupt da und blickte ihren Sohn nicht einmal, an, ihre zarten Finger fuhren nervös durch ihren weiches güldenes Schnauzbärtchen. Der alte Eisenbart holte aus und verpasste Lodrin einen Faushieb ins Gesicht. Dieser beförderte den Zwerg sofort auf den Boden. "Aua - aber Vater - was - was habe ich euch getan." stammelte er verwirrt und versuchte sich Aufzurappeln, während der alte Eisenbart sich scheinbar verärgert abwandte. "Du jämmerliche Memme wirst schon noch lernen ein Zwerg von Format zu sein - oder du wirst krepieren und glaube ja nicht das ich dir auch nur eine Träne nachweinen werde." drohte er mit verdächtig rauher Stimme. Das bemerkte Lodrin allerdings nicht, dafür war er viel zu verängstigt. Sein Vater hatte ihn geschlagen, das war noch niemals geschehen. Tränen rannen über die runden Backen des Zweges der darum flehte nicht in die Kursche steigen zu müssen. Da schlossen sich auf einmal mächtige Arme um ihn und hoben ihm vom Boden empor. Lordin zappelte aber der Stählerne Griff ließ ihn nicht los, sondern warf in unsanft auf die gepolsterte Rückbank der Kurchte. Die Tür wurde verschlossen. Der Zwer rappelte sich auf und trommelte gegen die Türe. "Lasst mich raus - lasst mich raus ihr verfluchten Schufte - miese Bastarde - ich scheiße auf eure verfluchte Expedition - ich will nach Hause - lasst mich an die Akademie gehen, macht mich zum Arbeitenr in den Mienen. Ihr - ihr könnt mir das nicht antun." brüllte Lordin während sich die Kutsche unbarmherzig in Bewegung setzte. Nach einer gefühlten Ewigkeit versagte seine Stimme und er kauerte sich auf der mit blauem Samt überzogenen Kutschbank zusammen und überließ sich voll und ganz dem Selbstmitleid.
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    wilpito
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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von wilpito am Mo Nov 25, 2013 7:47 am

    Korbin Bär
    „Oh Du der Eyne, Du Herr über Leben und Tod, stehe mir bei! Heile diese Frau von ihren Wunden, auf dass sie Dir noch lange Zeit auf dieser Welt dienen kann.“ Korbin hob seine linke Hand vom Arm der Frau, ließ seineflehend erhobene Rechte sinken und sah sie an. Der Schmerz war von ihren Zügen verschwunden. Er wusste nicht, ob sein kurzes Gebet die große Fleischwunde komplett geheilt hatte, aber nach seiner Anrufung sollte sie zumindest auf dem Weg der Besserung sein.
    Auf jeden Fall hatte er etwas gewirkt, denn nach jeder Anrufung auf Heilung spürte er, dass seine Kräfte schwanden und er müder wurde. Er war verdammt müde nach seinem Tag in den Gassen der Hauptstadt. Warum nur war er auch auf die Idee gekommen, einmal pro Woche kostenlos seine Gabe in den Armenvierteln der Stadt anzubieten. Jedes Mal, wenn er das machte, kam er nur noch mit letzter Kraft heim. Beim letzen Mal hatte er sich sogar auf der Türschwelle verwandelt, und hätte Jakirie ihn nicht gehört und in die Wohnung gezerrt, wäre er wohl als schlampigster Gestaltwandler aller Zeiten verschrien gewesen.
    Manche Gestaltwandler konnten ihre Kleidung ja vielleicht mit verwandeln, aber da war sich Korbin nicht sicher, aber niemand würde wie er, sich in der Öffentlichkeit verwandeln und dann in Menschenkleidung eingerollt irgendwo in seiner tierischen Gestalt aufwachen, das gehörte sich einfach nicht. So was passieret einem Wandler von Welt einfach nicht.
    Er machte sich auf den Weg zurück zu seiner kleinen Wohnung, die nur wenige Straßen von Hohen Rat weg war. Das war sowohl ein Segen als auch ein Fluch. Ein Segen, weil er in seiner Umgebung viele aus dem Hohen Rat lebten und seine Kunden waren, ein Fluch, weil er unmöglich damit aufhören konnte, den Armen zu helfen, ohne sich die Missbilligung etlicher Ratsmitglieder und Kunden zuzuziehen. Da half es wohl nur mal wieder bei passender Gelegenheit fallen zu lassen, dass er auf eine Predigtreise durch Land ziehen musste. Dass er den Auftrag dazu vom Eynen bekam, hatte er oft genug behauptet, ohne dass es stimmte. Beim Letzen Mal war ihm wahrscheinlich wegen dieser Lüge, die Kraft des Eynen wochenlang verwehrt gewesen und er hatte nur ohne Magie mit Salben und Kräutern helfen können. Also diesmal keine Notlüge. Nur die Wahrheit und die Wahrheit war … Er dachte nach, was war die Wahrheit. Er musste raus, er musste einfach mal wieder die Stadt verlassen, mal was anderes sehen, vor allem mal was anderes als diese Armenviertel der Stadt. Auch wenn er nur einen Tag pro Woche dort hin ging, es war ihm zu viel.
    Er war vor seiner Wohnung angekommen, die im ersten und obersten Stock eines kleinen Hauses lag. Oben brannte kein Licht, also war Jakirie nicht da. Langsam fragte er sich, wo siewar, normalerweise gab sie ihm Bescheid, wenn sie mehr als einen Tag weg blieb oder legte die entsprechende Zahl an tagen als Augenzahl mit den Würfeln auf den Tisch und heute war sie schon den dritten Tag unterwegs ohne ein Zeichen. Er lehnte seinen Wanderstock an die Wand, fingerte nach den beiden eisernen Schlüsseln, die er an einer Schur um den Hals trug, und schloss auf. Dann ging er auf seinen Wanderstock gestützt nach oben, öffnete mit dem zweiten Schlüssel die Wohnung und trat ein.
    Um Licht zu machen, war er zu müde. Der Wanderstab landete in der Ecke neben der Tür und sein grellbunter Rucksack daneben an der Wand. Dann streifte er seine Schuhe ab.
    Er wusste, dass Jakirie es hasste, wenn er nackt in der Wohnung herumlief, aber das war ihm heute egal. Sie war nicht da, darum landete seine Robe auch nur auf dem Haken neben der Tür.
    Korbin goss sich ein Glas Wasser ein und setzte sich an den Tisch. Er musste den Geschmack von Eukalyptus los werden, sonst bestand Gefahr, dass er sich, so erschöpft wie der war, ungewollt verwandel würde. Und wie er seit einigen Jahren wusste, waren die Zeiten, die er in seiner tierischen Gestalt zubrachte, die Zeiten in den er nicht nur alterte, sondern schnell alterte.
    Er wollet sich gerade in seine Schlafkammer zurückziehen, als er typische kratzende Geräusch hörte, das immer dann entstand, wenn Jakirie auf der Balustrade des Balkons landete.
    Seit acht Jahren teilte er nun schon mit ihr diese Wohnung, hatte sie quasi adoptiert, nachdem er sie geheilt hatte und war, zumindest in sexueller Hinsicht ihr bis jetzt nicht einen Fingerbreit näher gekommen.Zugegeben, sie hatte ihre Scheu ihm gegenüber abgelegt, ließ sich von ihm den Rücken und die Rückseite ihre Flugmembran waschen, aber das war wohl mehr eine Notwendigkeit, als eine Spur von Annäherung.
    Nachdem Jakirie immer lange herumtat, bis sie den Schlüssel vom Balkoneingang der Wohnung in ihrem Flugsack fand, erhob er sich, obwohl er zum Umfallen müde war, und machte ihr auf. Ohne sie zu grüßen, ging er zurück, um sich wenigstens ein Hemd zu holen, satt ihr nackt gegenüberzutreten.
    „Korbin, warte“, flötete Jakirie mit der wie Vogelzwitschern klingenden Sprache ihres Volkes.
    „Ja, was ist.“
    Er drehte sich um und musterte sie. Sie war eingetreten und schloss die Tür hinter sich. Ihr kleiner Flugsack lehnte neben der Tür. Dann streckte sie ihre Arme seitlich und ihre Flugmembranen bauschten sich auf. Sieschüttelte die Arme aus.
    „Ich hab einen anstrengen Flug hinter mir und bin noch immer nicht mit der Arbeit fertig, warte bitte“, flötete sie und nestelte am Verschluss ihres Borans zwischen den Beinen. Normalerweise vermied sie es sich in seiner Gegenwart auszuziehen, aber jetzt im Halbdunkel des Abends schien sie andere Prioritäten gesetzt zu haben.
    „Was ist den heute los?“
    „Ich hab noch einen Brief vom Rat für dich“, zwitscherte sie und huschte in die Bedürfnisniesche. Korbin höret es Plätschern, dann wurde etwas Wasser ausgegossen. Mit noch immer im Schritt offenem Boran kam sie zurück und wischte ihre Hände an einem Handtuch trocken.
    „Entschuldige, aber das war jetzt dringend. Sei ging zu ihrem Flugsack und machte ihn auf. Dann zog sie einen Brief heraus und reichte ihn Korbin. „Ich hab einige solche Briefe zustellen müssen, und der Rat hat mir extra gesagt, ich soll ihn dir erst geben, wenn ich die anderen ausgeliefert habe, also eigentlich erst morgen. Nachdem du quasi neben dem Rat wohnst, kannst Du Dir etwas Zeit lassen, schließlich haben die anderen weitere Wege zurückzulegen.“
    „Um wie viel weitere Wege?“
    „Wenn ich die Geschwindigkeit der anderen Rassen richtig einschätze, dürften diejenigen, die ich informiert habe, alle frühestens morgen Mittag hier eintreffen“, flötete sie.
    „Also werden sie alle morgen Mittag hier eintreffen. Der Rat ist dafür bekannt, seine Einladungen so zuzustellen, dass immer alle geladenen Personen gleichzeitig eintreffen.
    Weißt du, worum es geht?“, fraget Korbin und betastetet das Siegel des Rates auf dem Umschlag. Inzwischen war es so dunkel, dass er das noch nicht einmal mehr sehen konnte und er war so müde. Es war höchste Zeit für seinen Erholungsschlaf nach der vielen Heilmagie, die er heute gewirkt hatte.
    „Nicht genau", flötete sie. „Ich nehme an, dass das genau so eine Einladung ist wie die anderen. Du sollst umgehend vor dem Rat erscheinen.“
    „Und warum?“
    „Ich hab nur Gerüchte gehört, das der Rat irgendeine Expedition plant. Nachdem ich eure Sprache nicht spreche, vergessen die meisten, dass ich sie verstehen kann und reden offen, auch wenn ich da bin.“
    „Also was Genaues weißt du auch nicht. Entschuldige mich mein Erholungsschlaf ruft. Versuch mich bitte rechtzeitig zu wecken.“ Korbin ließ den Brief auf den Tisch fallen und schlurfte zu seiner Kammer. Er wankte schon fast die letzten Schritte zu seinem Lager und ließ sich darauf fallen, er spürte noch zugedeckt zu werden, dann war er auch schon eingeschlafen.

    Korbin erwachte, weil jemand kräftig an seiner Schulter rüttelte. Vorsichtig öffnete er ein Auge. Er hatte es sich abgewöhnt, beim Aufwachen als Erstes um sich zu schlagen, seit er Jakirie am Anfang ihrer gemeinsamen Zeit ungewollt den Arm gebrochen hatte. Auch diesmal war sie es, die ihn weckte, und sie war korrekt angezogen. Eingehüllt in ihren bodenlangenKapuzenmantel, den sie Kerschan nannte, konnte man nur, wenn man genau hinsah, Stücke der Flughäute zwischen ihren Fingern sehen.
    „Du hast einen Brief vom Rat“, erinneret sie Korbin.
    Korbin erhob sich schwerfällig und ging noch immer nackt in den Gemeinschaftsraum. Er nahm den Brief vom Tisch, besah sich das Siegel und erbrach es. Er studieret den Brief.
    „Ich soll vor dem Rat erscheinen, mehr steht hier nicht.“
    „Dann solltest du dich beeilen.“
    Korbin ging daraufhin in Richtung Tür. Mit einem scharfen Pfiff hielt sie ihn auf. „Korbin. Zieh dir was an“, saget sie vorwurfsvoll mit einem tiefen Triller.
    „Du hast recht. Ich bin heute noch absolut kopflos“, bemerkte er und ging in sein Zimmer. „Rot-weiß oder lieber das helle Hemd?“
    „Nimm das Helle, sieht besser aus“, beriet ihn Jakirie, dann stand sie in der Tür und sah ihm beim Anziehen zu, was sie normalerweise immer vermied.
    „Sag schon, was du willst“, animieret sie Korbin zu sprechen.
    „Falls der Rat dich wieder auf eine Reise schickt“, flötete sie. „Kannst du ihn dann überreden, dass ich als dein Gehilfe und als Bote für euch alle, euch begleiten darf. Ich kann ja schlecht selber fragen, den außer dir versteht mich hier ja niemand.“
    „Ich werde mein bestes Tun“, sagte Korbin, knöpfet den Hosenlatz zu und streifte die Hosenträger hoch. Dann schloss er die Bänder an den dreiviertellangen Hosenbeinen.  Er warf noch eine Blick auf die Lederne Jacke, ließ sie aber, weil es warm war, hängen.
    „Kann ich mich so sehen lasen?“
    „Mal abgesehen davon, dass ich deine Kleidung komisch finde, schon.“
    „Also bis später“, saget er und machte sich auf den Weg. Dabei überlegte er, wie er es dem Rat diesmal schmackhaft machen konnte, das er Jakirie mitnehmen durfte. Denn um was anderes, als eine Reise oder Expedition könnte es sich denn sonst handeln? Wozu in drei Himmelsnamen sollte man denn seiner Dienste anders bedürfen?

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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Grazine am Mi Nov 27, 2013 2:48 pm

    Ellyn:

    Zaghaft klopfte Ellyn an die hölzerne Tür des Wirtshauses.
    Es war merkwürdig still. Sonst konnte sie die Zwerge schon hören, bevor sie die schwindelerregende Wendeltreppe hinuntergekommen war.
    Während sie wartete, zog sie mit ihrem nackten Zeh ein paar Muster in die staubige Erde.
    Schließlich klopfte sie nochmal.
    Ein paar klackernde Schritte ertönten, und Riwia, die junge Wirtin öffnete die Tür.
    »Ellyn!«, rief sie, doch ihr Blick zeugte von mehr als der gewöhnlichen Freude.
    Als würde Riwia sich sorgen um sie machen.
    Ellyn runzelte die Stirn. Warum sollte die korpulente Zwergin sich denn um sie sorgen?
    Doch Riwia watschelte schon zum Treppenfuß und rief: »Jungs! Es ist Ellyn!«
    Wieder ertönten ein paar schlurfende Schritte und der bebartete Kopf des Wirtes, Targo, tauchte aus der Deckenluke auf.
    »Hallo Ellyn«, brummte er zögerlich und stapfte die Treppe hinab.
    Unten angekommen nahm er ihre blasse Hand, in seine vernarbte und führte sie die Treppe hoch.
    Noch bevor die Zwerge Ellyn sehen konnten, hörte sie ihr fröhliches Gelächter.
    Sie lachten brüllend, knallten ihre Bierkrüge auf die Tische und tanzten im Takt von fröhlicher Musik, die so typisch für sie war.
    Unwillkürlich musste Ellyn lächeln. Sie liebte diese Atmosphäre, und es erfüllte sie mit Glück, die Zwerge so munter und ausgelassen zu sehen.
    Sie kannte jeden Einzelnen von ihnen beim Namen, kannte ihre Geschichten.
    »Es ist Ellyn!« Auf Targos Ruf hin unterbrachen die Anderen ihre Tätigkeiten und starrten sie wie versteinert an.
    Nur die Musik im Hintergrund spielte fröhlich weiter, aber selbst sie konnte nicht über die geflüsterten Worte und das Geheimnis, das schwer und stickig in der Luft lag hinwegtäuschen.
    Nur vereinzelt wurden Begrüßungsworte laut. Und sonst freuten sie sich so.
    Ellyn wollte nicht weinen, sie wusste nichtmal, ob sie es konnte, aber sie war gerade ziemlich nah dran, es herauszufinden.
    Sie war nun mal eine zarte Seele.
    »Ach kommt, Leute!«, schnaubte schließlich Sodas, ein stämmiger Zwerg mit feuerrotem Haar. »Sagt es ihr doch einfach!«
    Ellyn schenkte ihm ein dankbares Lächeln.
    Die Zwerge tauschten Blicke; keiner wollte Vortreten und sie in das öffentliche Geheimnis einweihen. Obwohl es doch offensichtlich um sie ging.
    Mit genervter Miene sah Sodas sich im Raum um, bevor er selbst das Wort ergriff.
    »Dwar war heute Vormittag hier«, verkündete er.
    Der Engel brauchte ein paar Sekunden, bis sie den Namen zuordnen konnte.
    »Dwar? Euer Vertreter im Rat?«
    Synchrones Nicken aller Zwerge im Raum.
    »Und was wollte er?«, bohrte Ellyn nach.
    »Er hat einen Brief für dich hinterlassen«, flüsterte Sodas, während Riwia eine kleine Schublade aufschloss und einen schneeweißen Umschlag hervorholte.
    Stumm reichte sie ihn dem Engel.
    Ellyn wendete ihn. Es war fester Pergament, ein in Wachs gestempeltes Siegel verriet, das der Brief ungeöffnet war.
    Es war das Siegel des Rates.
    Elly wusste, dass alle Augen auf sie gerichtet waren, während sie das Siegel brach und das verschnörkelte Briefpapier herauszog.
    Sie war sich aller Blicke bewusst, die sich neugierig und ängstlich in ihren Körper zu brennen schienen.
    Als sie fertig gelesen hatte, hob sie den Kopf und blickte in die Runde.
    Den Brief ließ sie im Ärmel ihres schimmernden Gewandes verschwinden.
    »Ich muss los.«, verkündete sie.


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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von ~*Katherine*~ am Do Nov 28, 2013 7:33 pm

    Katherine:


    Sie saß auf einem eher höher gelegenen Felsen, weit und breit war nichts zu sehen - es war wie ausgestorben,
    aber etwas anderes wäre hier im Schwarzen Land seltsam gewesen. Die Sonne schien, doch die dichten Wolken verhinderten,
    dass direkte Sonnenstrahlen den Boden in dieser Gegend berührten. Tief in Gedanken versunken betrachtete sie den Umschlag in ihren Händen,
    doch ihre Aufmerksamkeit richtete sie vorallem auf das Siegel aus goldenem Wachs. Es war das Zeichen des hohen Rates,
    das war ihr bewusst - und es ließ sie misstrauisch werden. Sie verabscheute den Rat nicht, wieso sollte sie auch? Schließlich sorgten sie für ein einigermaßen geordnetes und friedliches Leben zwischen den verschiedenen Rassen.
    Doch hegte sie auch keine Sympathien für ihn. Katherine hatte sich nie sonderlich für den Rat interessiert und so wunderte sie sich,
    weshalb ausgerechnet sie einen Brief erhalten hatte. Eine gefühlte Ewigkeit saß sie nun schon auf dem Felsvorsprung, dann jedoch siegte ihre Neugier.
    Mit spitzen Fingern brach sie das Siegel und begann zu lesen. Man wollte sie sprechen und sie solle sich wenn möglich sofort aufbrechen, um so schnell wie möglich dort zu sein, mehr wurde jedoch nicht preisgegeben. Leise seufzend richtete die Vampirin sich auf und klopfte sich den Staub von der dunkelgrünen Hose,
    dann griff sie nach dem schwarzen Umhang der noch auf dem Fels lag und zog ihn sich über. Wenn es so dringend war, würde sie noch heute aufbrechen müssen um rechtzeitig anzukommen. Das reichverzierte Schwert und den mit Rubinen besetzten Dolch befestigte sie an dem Gürtel, denn sie um ihre Taille trug, ebenso ein paar Messer. Dann war sie bereit. Bewaffnet und mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze brach sie auf.


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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Synthoras am Do Nov 28, 2013 8:20 pm

    Raimee

    Die großen bepelzten Blätter des Mendornstrauches boten eine hervorragende Deckung. Die Stelle war perfekt gewählt und sehr schlecht vom Ratsgebäude einsehbar da der Strauch hinter einer großen Marmorsäule wuchs.
    Mendorn waren Nachtschattengewächse und benötigten deshalb auch keine Sonne weshalb Raimee gerade diesen Platz für ihre Observation gewählt hatte. Den Auftrag den sie erhalten hatte war vielleicht der komplizierteste in Ihrer gesamten Karriere als lautlose Klinge. Doch die Bezahlung war so groß gewesen das sie nicht hatte ablehnen können. 300 000 Goldstücke für eine stille Seele. Raimee zog unauffällige braune Handschuhe aus der Seitentasche Ihrer schäbigen Robe und streifte sie sich über.

    Bald würden sich die großen goldenen Doppelflügeligen Eingangstore öffnen und die Adeligen, Kaufmänner, Bauern, Bettler und Betrüger hineinlassen und sie würde unter Ihnen sein. Im Schutz der grünen Blätter inspizierte sie noch einmal Ihre Waffen und Ausrüstungsgegenstände. Die in Kobragift getauchte kleine Klinge steckte in Ihrer Scheide und für Ablenkung würde auch gesorgt sein. Sie hatte einige Rauchbomben mitgenommen und auch ihr äußeres den Umständen entsprechend angepasst. Ihr Fuchsrotes Haar war zu einem einfachen Bauernzopf geflochten und Ihrem Gesicht hatte sie ein paar sorgfältig geschminkte Falten hinzugefügt. So würde sie wenn sie in Erscheinung trat wie eine arme von Feldarbeit und Sorgen gezeichnete Bäuerin wirken. Auch ihre Kleidung war angepasst. Ausgelatschte braune Schuhe die extra ein wenig zu groß waren damit sie gut die Rauchbomben verstecken konnten. Eine unauffällige Hose und eine zweckmäßige hellbraune Robe unter der sich in einer Halterung den Tod in Form des Dolches versteckte.
    Das einzige Ärgernis war wie üblich die laufende Nase. Aber auch das passte diesmal recht gut zu Ihrer Rolle als arme mitleiderregende Bäuerin.

    Mittlerweile hatten sich vor dem Hauptportal schon einige Leute angesammelt und Raimee beschloss das es nun an der Zeit war öffentlich in Erscheinung zu treten und sich unter die Städter zu mischen. Sie schob vorsichtig die großen Blätter beiseite und ließ sich auf den Steinvorsprung vor der riesigen Pflanze gleiten. Für unbeteiligte Beobachter die jetzt vorbeikommen würden musste es so aussehen als erhole sich die Bäuerin vom Lande von dem hektischen Trubel der großen Stadt. Langsam stand sie auf und begab sich zu der Menge die bereits wieder angewachsen war. Raimee rempelte wie zufällig einen reich aussehenden fülligen Städter an worauf dieser sich umdrehte und sie aus einem fetten Gesicht anglotzte. „Verzeihung Herr“ Murmelte sie mit einer kurzen Verbeugung und der Städter wandte sich wieder seinem Gespräch zu. Wie dumm die Leute doch waren. Rasch steckte sie den Ring ein den sie dem Städter von der Hand gestohlen hatte. Nur eine kleine Fingerübung weiter nichts.

    Schlurfenden Schrittes begab sie sich zu einer Gruppe Bauern die genauso elend aussahen wie sie mit dem einzigen Unterschied das hier keine Schminke im Spiel war. „Seid Ihr auch aus Crovian“ sprach sie eine hohläugige Frau mit sehr wenig Zähnen im Mund an. Raimee hatte Ihre Antwort natürlich schon parat. „Nein ich komme weiter aus dem Osten gute Frau.“ antwortete sie mit ebenso matter Stimme und wandte sich ab um einen Blick auf das große Portal zu werfen.
    „Wehe uns die Götter haben uns verlassen. Diese Welt wird zugrunde gehen.“ Erst jetzt fiel Ihr der Prediger auf der linken Seite des Platzes auf. Er stand etwas erhöht auf einem kleinen Podest und sprach mit eindringlichen Worten und Gesten wobei sich ein paar Neugierige um Ihn versammelt hatten. „Falsch“ rief jemand aus der Menge. „Die Welt ist schon im Arsch.“ Ein Stein flog und traf den älteren Mann am Kopf der stöhnend zusammenbrach. Die meisten lachten.
    Raimee wandte sich angewidert von diesem Treiben ab. Nicht Ihre Probleme, nicht Ihre Angelegenheit. Sollten sie diesen Spinner doch steinigen.

    In diesem Moment ertönte ein lautes Knarren und alle Köpfe drehten sich zum Eingangsportal des Ratspalastes um. Die Menge die noch einmal mächtig angewachsen war strebte dem Eingang entgegen. Raimee ließ sich vom Strom treiben und überdachte noch einmal alle Punkte. Eigentlich konnte nichts schiefgehen. Gerade wollte sie sich ducken um vorzugeben die Stiefel zu schnüren damit sie an die Rauchbomben kommen konnte da erhaschte sie aus den Augenwinkeln eine schnelle Bewegung. Blitzschnell drehte sie sich um doch sie hatte sich geirrt. Dort war nichts.

    Als sie an der dritten Marmorsäule vorbeikam spürte sie plötzlich ein seltsames ziehen am Hals und eine eigenartige Schwere erfasste sie. Erst ging sie in die Knie dann fiel sie auf Ihre Hände ohne sich wehren zu können. Sie hatte Ihre Chance verpasst dachte sie trübe denn alle Bürger waren schon an Ihr vorbei und in den Saal gegangen. Die Türen schlossen sich bereits wieder. „Nein“ wollte sie schreien doch es kam nur ein seltsames krächzen heraus. Dann trat ein Flie mit einem Blasrohr in der Hand aus dem Schatten. Ihre Sicht verschwamm und sie stürzte schwer zu Boden.

    Als Raimee wieder zu sich kam hielt sie erst einmal die Augen geschlossen. Sie vernahm Vogelgezwitscher und die wärme des Tages. Sie konnte also nicht lange Besinnungslos gewesen sein. Als sie sich schließlich doch dazu durchringen konnte die Augen zu öffnen erblickte sie zuerst das schützende Gebüsch in dem sie bereits vor zwei Stunden gekauert und gewartet hatte.Als sie den Kopf drehte zuckte sie vor Überraschung unwillkürlich zurück. Direkt vor Ihr saß die Flie und beobachtete sie aus klugen Augen. Sie flötete eine komplizierte Tonfolge und griff in ihren Flügelsack. Misstrauisch sah Raimee zu wie sie mit langen Fingern etwas weißes hervorzog und den Arm ausstreckte. Offenbar war es für sie. Als die junge Frau genauer hinsah erkannte sie einen Briefumschlag der mit einem eingeprägten goldenen Wappen verschlossen war.

    Die Flie ließ den Briefumschlag fallen und sprang hinaus ins freie. Kurz starrte Raimee verwirrt auf den weiß glänzenden Umschlag dann streckte sie den Kopf aus dem Gebüsch und wollte die Flie zurückrufen. Doch der große Platz war Wesenleer.
    Wieso hatte die Flie sie nicht an die Stadtwache verraten? Gelegenheit dazu hatte sie zur Genüge gehabt. Noch nie war Raimee einem so unauffälligen und schnellen Gegner begegnet der vjedoch keine Anstalten machte sie anzugreifen.
    Was sollte das alles bloß bedeuten?
    Zögerlich griff sie nach dem Brief holte ein kleines Messer aus der Innentasche Ihres schäbigen Mantels und schlitzte den Brief auf. Ein einzelnes Blatt Pergament fiel heraus und landete leicht auf Ihren Knien. Immer noch vorsichtig und auf alles gefasst ergriff sie das Pergament mit spitzen Fingern, hielt es so weit wie möglich von Ihren Augen entfernt und begann zu lesen. Mit jedem Wort das hinter Ihr lag wurde Ihr Lächeln breiter. Bis sie schließlich von einem Ohr zum anderen grinste. „Großartig“ murmelte sie und knüllte das Pergament in der Faust zusammen. „Es scheint als wäre das Schicksal heute doch auf meiner Seite.“
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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Seelenklinge am Fr Nov 29, 2013 8:29 pm

    Salvyn

    Die Sonne ging bereits unter. Salvyn saß mit gekreuzten Beinen im Wald auf einem leicht erhöhten Vorsprung und lauschte den Vogelklängen. Seine Augen waren dabei geschlossen, denn die Bilder, die sich dadurch zusammen setzten in seinem Kopf, waren viel klarer. Das trillernde Gezwitscher der Vögel vermischte sich mit den leisen Rufen der Hirsche. Leichte Luftzüge setzten Salvyns Haare in Bewegung. Er spürte, wie die Sonne einen Teil der Sommerwärme mit sich nahm und erschauderte kurz. Eine Eule flatterte auf einen nahe stehenden Ast und blinzelte zweimal - auch das nahm der junge Elf mit geschlossenen Augen wahr. Nicht nur der Wald sprach mit ihm, auch die Tiere teilten sich ihm mit, wenn sie erst einmal Vertrauen zu dem Elfen aufgebaut hatten.
    Die Stimme in seinem Kopf kam nun von dieser Eule: Ich grüße dich, Elf.
    "Schön, dass du mir auch an diesem Abend wieder Gesellschaft leistest, Eule." Mit ruhiger, sanfter Stimme antwortete Salvyn der kauzigen Eule.
    Ich komme heute nicht nur um mit dir den Abend zu genießen, sonder bringe Meldung.
    "Du bringst mir Meldung? Worum geht es?" Salvyn öffnete seine Augen und sah die Eule nun direkt an. Auch auf der Entfernung und der kommenden Dunkelheit, konnte er sie noch sehen.
    Mit einem schnellen Flügelschlag schwang sich die Eule von ihrem Ast und landete neben dem Elf. Man hat mir diesen Brief hier für dich mit gegeben. Sie streckte ihr rechtes Beinchen aus.
    Salvyn sah den aufgerollten Zettel und band ihn vorsichtig ab. "Ich danke dir und wünsche noch einen angenehmen Abend." Mit einer angedeuteten Verbeugung zollte der Elf Respekt und zwinkerte ihr zu. Die Eule erhob sich und flatterte in die dunkle Nacht hinaus.
    Das goldene Siegel hatte er sofort erkannt und wusste, dass er diesen Zettel alleine öffnen musste. Mit einem nicht deutbarem Gefühl, dass der Anspannung und dem Interesse am nähsten kam, brach er das Siegel und entrollte den Zettel.

    Die Bäume hatten schon früh von einem Aufbruch zum großen Rat verkündet, doch hätte Salvyn nie gedacht, dass auch er Teil dieser Geschichte werden würde ...
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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Scáth am So Dez 01, 2013 8:02 pm

    Es war bereits Mittag als Aiden den großen Ratssaal betrat in den eine Wache der Hauptstadt sie geführt hatte. Sie selbst war jedoch nicht die Einzige die vom Rat gerufen worden war. Eine ganze Gruppe saß auf den Stühlen um den runden Tisch herum und auch Aiden zögerte nicht lange und nahm platz. Sie schaute die Anderen an, verwirrt und neugierig zugleich. Sie hatte nicht die leiseste Ahnung was sie hier sollte und dass sie nervös war ließ sich nicht verstecken. Sie blickte in die Augen einiger Elfen, aber auch so mancher Gestaltenwandler schien unter ihnen zu sein. Selbst einen Engel hatte Aiden ausmachen können.
    Ein Räuspern lenkte die Aufmerksamkeit nun nach vorne, genau an die Stelle an der der Erzmagier stand. Er hatte seine Hände gefaltet und sein Blick schweifte durch die Gruppe.
    "Danke, dass ihr euch ohne Umschweife auf den Weg gemacht habt", begann er seine Rede.
    "Ich möchte gleich auf den Punkt kommen. Denn es ist wahr, wir dürfen keine Zeit mehr verlieren. Die Menschen verpesten unsere Welt Tag für Tag mehr und der Moment ist nun gekommen in dem wir einschreiten müssen. Wir müssen unsere Welt zurück gewinnen, bevor nichts mehr von ihr übrig ist, doch die Macht des Rates und der Heere hier in unserer Parallelwelt reicht nicht aus. Deshalb brauchen wir euch. Ihr seid unsere Helden, die zurück in unsere Welt geschickt werden, um Informationen zu sammeln und uns Auskunft zu geben. Um sie von Innen zurück zu erobern."
    Der Erzmagier schwieg kurz, und auch die Gruppe war leise. Aiden hatte es ebenfalls die Sprache verschlagen und sie fragte sich, ob das alles nur ein Traum war. Wieso ausgerechnet sie?


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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Gast am So Dez 01, 2013 8:35 pm

    Er war der letzte, der den Rat betrat und sich auf einem der Stühle niederließ.
    Misstrauisch ließ der Gestaltenwandler seinen Blick über die Anwesenden schweifen.
    Es war, freundlich gesagt, ein ziemlich bunter Haufen.
    Cifer lauschte dem Vortrag des Erzmagiers gelangweilt und halbherzig.
    Es war eine lange Nacht gewesen, und er hätte es nicht schlecht gefunden, wenn er etwas Zeit zum ausruhen bekommen hätte.
    “Ja, ja so läuft das also.“ wandte er sich leise an eine junge Frau, offenbar eine Hexe, neben ihm.“Sie trichtern uns ein wir wären Helden und dann schicken sie uns auf ein Selbstmordkommando.“
    Dennoch blieb er sitzen. Klang so, als würde er endlich mal etwas Abwechslung von seiner Üblichen Arbeit bekommen.
    Cifer beunruhigte eher der Gedanke hier zu bleiben, schließlich war es dem Rat offensichtlich leicht gefallen, ihn zu finden.
    Er hatte weitaus schlimmere Feinde in dieser Welt, bei denen er etwas schuldete oder die er sonst irgendwie verärgert hatte.
    In der Parallelwelt hingegen kannte ihn niemand.
    Der Gestaltenwandler lehnte sich mit verschränkten Armen auf seinem Stuhl zurück und unterdrückte ein Gähnen.“Gut, ich bin dabei.“

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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Untergrundpudel am So Dez 01, 2013 9:50 pm

    Nach einer schier endlosen Zeit war Lodrin endlich aus dieser Kutsche gezerrt worden, sein gesamter Körper war steif von dem gerüttel der Fahrt - die eigentlich gar nicht so lange gedauert hatte. Er setzte sein grimmigstes Gesicht auf und blickte sich um, wo befand er sich eigentlich. Der Kutscher war ein großer grobschlächtiger Mann, er trug ein Wurfseil um den Arm gelegt, keine Chance diesem Kerl zu entkommen. Lodrin ließ den Gedanken an eine Flucht erst einmal fahren, nun denn dann wollte er sich einmal in die Höhle des Löwen stürzen. Der Kutscher führte ihn in das Gebäude des Hohen Rates. Er hatte es bislang nur selten in Begleitung seines Vaters besucht. Man führte ihn durch prächtige Korridore in das allerheiligste. Den großen Ratssaal - Lodrin schluckte als er den riesigen Raum betrat in dem bereits eine Gesellschaft, zusammengesetzt aus angehörigen aller Völker ihn erwartete. "Hier, nehmt dies Herr Lodrin." antwortete der Grobschlächtige Kerl und drückte ihm einen mit feinen Schnitzereien verziehrten, glatten Koffer aus rotbraunem Holz in die Hand. Er war etwa zwei Ellen lang und eine halbe Elle hoch. Der Zwerg konnte ihn kaum anständig tragen. Der Koffer war schwer, so als ob sich etwas metallenes in Ihm befand. Dann verließ ihn der Kutscher. Lodrin drehte sich um, man hatte ihn noch nicht bemerkt, vielleicht konnte er unbemerkt - verdammt, da stand dieser Kerl und schüttelte den Kopf. "Bei den Göttern, verfluchter Dreckskerl." zischte der Zwerg in seinen Bart und trat auf die Gruppe zu, jeder überragte ihn, wirklich jeder, nun wenigstens ein paar schöne Damen waren dabei. Der Erzmagier begann kurz darauf eine Ansprache. Sofort auf dne Weg gemacht, Helden. Lodrin war kurz davor laut aufzulachen und diesen Alten Herrn derb zusammenzufluchen! Erst jetzt bemerkte er das er neben einem überaus - voluminösen Herren stand. "Seid gegrüßt, mein Name ist Lodrin Eisenbart werter Herr." stellte er sich vor und fragte sich warum man einen Alten Fettwanst in die Anderswelt schicken sollte. Überhaupt - warum sendeten sie nicht große Vampirkrieger, oder Magier - warum schickten sie eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Leuten wie - IHM! Lodrin schluckte seinen Brennenden Zorn herunter und verfluchte einmal mehr das er nicht doch versucht hatte wegzulaufen. Kundschafter, das klang verdächtig nach - wir tappen ins Blinde und sterben eine jämmerlichen Tod auf dem Scheiterhaufen! Sehr weiße Taktik alter Mann!
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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von wilpito am So Dez 01, 2013 11:02 pm

    Korbin hatte sich Zeit Gelassen die wenigen Schritte zum Rat zurückzulegen. Trotzdem ließ man ihn lange warten, während nach und nach ein illusterer Haufen  von Gestalte eintraf. Er lehnte sich zurück und betrachtete alle durch halb geschlossene Augen. Vor allem blieb sein Blick auf den weiblichen Wesen haften und er rechnete sich aus, bei welcher er Chancen haben könnte. Dann ließ er noch einmal seinen Blick schweifen. Wohin in Dreihimmelsnamen wollen die mit diesem zusammengewürfelten Haufen eine Expedition machen. Oder hab ich mich doch geirrt?
    Er überlegte gerade ob er einen der Anwesenden ansprechen sollte, als  der Erzmagier auf sich aufmerksam  machte und sei alle begrüßte.
    Eigentlich neigte der Erzmagier dazu lange Reden zu halten, aber das was  er heute sagte war mehr als knapp. Korbin überlegte, warum er so wortkarg war. Wollte er ihnen etwas verschweigen, war das ganze wohlmöglich eine Himmelfahrtsmission und man hatte all jene dafür ausgewählt die entbehrlich waren.
    Wir ihre Helden? Noch so einen Lüge. Die meisten waren zu jung, um Helden zu sein, vielleicht die Kinder von Helden, andere wie ich zu alt um noch Helden zu sein. Naja zumindest sah man mir mein Alter noch nicht an.

    Einer der Anwesenden stimmte mehr als lässig zu.  
    Korbin erhob seine Stimme, auch wenn er wirklich kein Held war, wollte  er  nicht der Letzte sein, der sich bereit erklärte, für die Ideen des Rates sein Leben riskierte.
    Außerdem könnte das mal etwas wirklich Interessantes werden.
    „Erzmagier, wenn ich Jakirie, unsere Flie als Botin und Gehilfin mitnehmen darf, bin ich dabei.“
    Er nahm das wohlwollende Nicken des Erzmagiers zur Kenntnis.
    „Wie kommen wir in die andere Welt und wann brechen wir auf?“


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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Silphiel am So Dez 01, 2013 11:35 pm

    Die Sonne berührte bereits den Horizont als Azurita ihre Stute in den Stall des Gasthauses lenkte. Es war ein gut ausgebautes Gebäude, mit einem Stall für gute zwei Dutzend Tiere und sogar einer starken Mauer um das gesamte Gehöft. Auf der Route, die Azurita gewählt hatte, war es das letzte Gasthaus vor der Hauptstadt. Sie musste dennoch am nächsten Tag noch gute 5 Stunden durchreiten.
    Der Stallbursche war ein stämmiger Mann, dem die Magierin sofort den Bärenwandler ansah. Er begrüßte sie freundlich und nahm sich sofort gewissenhaft ihres Pferdes an.
    Sie gab dem Mann noch einige Silbertaler, um ihn für seine Mühen zu entschädigen, und ging dann ins Haupthaus. Als sie die Tür öffnete, kam ihr direkt ein Schwall warmer, nach Gesottenem, vergoßenem Bier und Schweiß riechender Luft entgegen und die normalen Geräusche eines Schankraums drangen an ihre Ohren.
    Mit einem fröhlichen Lächeln trat sie über die Schwelle und mitten in das geordnete Chaos. Direkt der Tür gegenüber befand sich die große Bar, links und rechts daneben gingen jeweils Treppen in die oberen Teile des Hauses ab und hinter dem Tresen entdeckte Azurita noch eine Tür. Vermutlich lagen dahinter die privaten Teile des weitläufigen Gebäudes und die Küche.
    Der Schankraum war ansonsten mit mehreren Tischen gefüllt, die alle von den verschiedensten Wesen besetzt waren. Da waren einige Zentauren, die natürlich die Stühle an die Wand gestellt hatten, außerdem gab es einige gemischte Gruppen von Elfen, Menschen und Wandlern. In einer Ecke waren zwei Tische zusammengeschoben worden und von dort kam der meiste Lärm. Dort saßen fünf Zwerge und drei Orks.
    Zwei der Zwerge schienen ziemlich jung. Die anderen drei waren alte und ehrwürdig aussehende Eisenmänner. Sie trugen lange silbrig-graue Bärte, versehen mit den unterschiedlichsten Metallringen und Spangen, schwere Kettenhemden, reich verzierte Prunkrüstungen und an ihren Hüften hingen jeweils schwere Äxte die mit edlen Intarsien versehen waren.
    Die Orks waren in den besten Jahren. Sie trugen martialische Lederrüstungen mit schön anzuschauenden Tierfellen darüber drapiert und sie trugen Schwerter oder Äxte.
    Gerade war einer der alten Zwerge aufgestanden, er hatte einige schlimme Narben im Gesicht und sogar eine Augenklappe. Mit schwerer Stimme begann er zu singen:
    "Zwei Mann liefen am Strand in der Sonn'
    Einer hinterließ Spuren, der andere nicht.
    Einer war ein Mann dem niemand Untertan war,
    Der andere ein Gott aus den alten Tagen.
    "Siehe," sprach der Mann, "die meinen führen Krieg!
    Ich habe dich gerufen, zu fragen: worum?"
    "Um Reichtum oder Land.", antwortete der Gott,
    "Um Leben, oder Freiheit, oder eines Königs lügen." "
    Da fiel Azurita mit lauter Stimme ein:
    "Die Sonn' ist auch ein Krieger,
    Wissen kann auch zerstören!
    Genauso wird das wohlste Gemüt,
    dich nicht vor dem Töten retten.
    Nicht alle Weisheit bringt Freude!"*
    Die Zwerge blickten überrascht auf die Gerüstete.
    "Beim Barte des Erzvaters! Eine Menschenfrau die unsere Sagen kennt? Und dazu diese Rüstung! Setzt euch zu uns! Trinkt, speißt und erzählt von euren Reisen!", meinte der Sänger.
    Sie lächelte und ließ sich nicht zweimal bitten.
    Es dauerte nicht lange, bis sie mit einer gestopften Pfeife im Mundwinkel und einem Humpen Hausbier, zwischen den Orks und Zwergen saß.
    Sie erzählte von ihren Reisen durch die Anderswelt, ihrer Zeit bei ihren Zwergeneltern. Nach kurzer Zeit bockte einer der Zwerge ein Faß Pilz aus ihrer Heimatstadt auf und begann auszuschenken.
    Der Schankwirt, ein dicklicher Elf, achtete genauestens darauf, daß außer den Zwergen, den Orks und Azurita niemand von dem Faß bekam. Schließlich brauchte er auch etwas um zu leben.
    Als nach ein paar Stunden schließlich das Faß keinen Tropfen mehr hergab und der Schankraum ähnlich leer war, begaben sich auch die Orks und Zwerge auf ihr Zimmer. Azurita bezog ein Einzelzimmer im Wirtshaus, ließ sich jedoch noch das Versprechen abnehmen, am nächsten Morgen mit den acht zur Hauptstadt aufzubrechen.

    Nach einer frühen Mahlzeit, um genau zu sein noch bevor die Sonne am Himmel erschien, wurden die Packpferde der acht Händler und Azuritas Stute gesattelt und für die letzte Etappe bereit gemacht. Immer noch war die Sonne noch nicht am Horizont erschienen, als die seltsame Reisegesellschaft sich auf den Weg machte.
    Einer der Orks ritt direkt neben Azurita und sprach mit ihr über ihre Erfahrungen mit dem Tatzelwurm, den sie einst getroffen hatte. Der Jüngste der Zwerge lauschte den Erzählungen Azuritas ebenfalls mit großen Augen und offenem Mund. Die Zwerge hatten viele Geschichten von den Drachen. Solche in denen die Drachen gutmütige Helfer waren, manche in denen sie Ratgeber waren, und auch solche in denen sie räuberische Bestien waren.
    So vergingen die Stunden, in denen die Sonne immer weiter ihrem Zenit entgegenstrebte, wie im Flug. Hin und wieder stimmte Azurita eine alte Sage an, und wurde dabei von einem der jungen Zwerge auf einer Flöte begleitet.
    Schließlich kamen sie um eine letzte Wegbiegung und der Weg mündete in die gepflasterte Straße die direkt auf eines der Stadttore der Hauptstadt zu führte.
    Dutzende weitere Reisende waren bereits auf der breiten Straße unterwegs. Reiter, Wanderer und solche mit den unterschiedlichsten Karren und Kutschen.
    In kurzer Zeit erreichten sie das Stadttor und hier war nun der Zeitpunkt der Trennung gekommen. Zum Abschied erhielt sie einen Ring vom Ältesten der Zwerge, damit sie sich an die geknüpfte Freundschaft erinnere und einst in den Hallen der Zwerge einkehre. Nach einigen Umarmungen ritt jeder seines Weges.
    Sie erreichte sehr schnell die Halle des großen Rates.
    Dort angekommen entdeckte sie, daß bereits eine große Zahl an Wesen hierher gerufen worden war. Es war eine seltsame Zusammenkunft.
    Sie setzte sich auf einen der Stühle und wartete bis schließlich alle Gerufenen anwesend waren und der Erzmagier zu sprechen begann.
    Sie betrachtete einige der Anwesenden interessiert. Da waren einige Gestaltwandler. Eine Frau, die vielleicht eine weitere Magierin, vielleicht auch eine Hexe war oder eine Gestaltwandlerin, auch wenn das nicht so wahrscheinlich war. Ein paar Elfen, eine Vampirin, ein Zwerg und zu Azuritas Überraschung, ein Engel.
    Sie betrachtete die Lichtgestalt sehr lange. Sie kannte sogar ihren Namen. Gab es doch nur einige wenige Engel in dieser Welt. Mit ihr umherzureisen wäre eine schöne Sache.
    Doch das Ziel der Reise bereitete ihr Kopfschmerzen. Die alte Welt? Sie hatten keine Ahnung was dort drüben war. Was hatten die Menschen aus der Welt gemacht?
    Während Azurita noch grübelte, begannen die ersten sich zu den Worten des Erzmagiers zu äußern. Zwei die vermutlich Wandler waren, wobei einer direkt eine Forderung stellte.
    Sie blickte zum Erzmagier und meinte schließlich: "Wir sollen als in die alte Welt und die Menschen ausspionieren. Ich weiß nicht. Die meisten von uns sind ziemlich auffällig. Meinewenigkeit nicht ausgeschlossen. Da könnten wir auch gleich einen Tatzelwurm mitbringen. Und wären die Menschen nicht gewarnt, wenn wir aufeinmal wieder in der alten Welt auftreten? Ich vermute einer der Engel wird uns hinüber in die alte Welt bringen. Werden wir wenigstens mit alten Karten von unserem Zielort ausgestattet?"
    Sie lehnte sich in ihrem Sitz zurück und schob eine Strähne ihres violetten Haars aus ihrem Gesicht. Sie würde nicht komplett blind in die alte Welt aufbrechen, auch wenn es sie reizte diese ihr unbekannte Welt zu erforschen. Sie hatte Hoffnung dort auch mehr über die Magie herrauszufinden. Vielleicht könnte sie auch den Grund für ihre Unfähigkeit in den stellaren Quellen finden.



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    *Übersetzt aus dem englischen "The Sun is also a Warrior" von Leslie Fish





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    "You've taught me skill is not enough. It cannot compare to Love!

    "I'll praise You in this storm,
    and I will lift my hands,
    for You are who You are,
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    "Mit Feder in der Hand habe ich, mit gutem Erfolg, Schanzen erstiegen, von denen andere mit Schwert und Bannstrahl bewaffnet zurückgeschlagen worden sind."

    "Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
    Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
    Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
    lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
    Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
    Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Grazine am Mo Dez 02, 2013 2:55 am

    Ellyn fühlte ich gar nicht wohl, in dem großen Saal, zwischen so vielen fremden Gestalten.
    Wenn sie ehrlich sein sollte, fühlte sie sich zerbrechlich. Und Ellyn war immer ehrlich.
    Das hielt sie jedoch nicht davon ab, ihre Zimmergenossen genau zu mustern.
    Mehrere Elfen gab es, scheinbar auch einpaar Gestaltwandler und auch einen Zwerg. Er lebte wohl nicht in der unterirdischen Zwergenstadt, denn Ellyn konnte sich kaum an seinen Namen erinnern. Aber schließlich fiel er ihr doch noch ein - Lodrin.
    Eine junge Frau deren Rasse der Engel sich nicht bewusst war, blickte sie nachdenklich an. Ellyn schenkte ihr ein unsicheres Lächeln. Irgendetwas hatte die Frau etwas an sich, dass die sympatisch machte. Vielleicht waren es die violetten Haare, die sie in einem kecken Pagenschnitt trug, vielleicht die hellbraunen Augen, die trotz der ungewöhnlichen Farbe natürlich wirkten.
    Es war kein anderer Engel dabei, was Ellyn allerdings nicht wunderte, denn mit ihr, Morgen, Licht und Winter war ihre Rasse recht überschaubar.
    Dann richtete sie ihren Blick auf den Magier, der in ihrer Mitte stand und offensichtlich etwas sagen wollte.
    Seine kurze Rede ließ sie, wie auch die anderen, erschüttert, aber auch ein klein wenig neugierig zurück.
    Getuschel wurde laut. Ellyn beobachtete, wie ein gutaussehender Mann sich zu der Violetthaarigen beugte und ihr etwas ins Ohr flüsterte.
    Der Engel reckte den Hals ein bisschen, um zu verstehen, was gesprochen wurde.
    » trichtern uns ein wir wären Helden und dann schicken sie uns auf ein Selbstmordkommando«, verstand sie.
    »Sie können uns nicht zwingen, zu gehen«, meinte sie, und schenkte ihm ein herzliches Lächeln.
    »Wie kommen wir in die andere Welt und wann brechen wir auf?«, unterbrach eine laute Stimme den Lärm. Ein pummeliger Mann mit bepelzten Ohren blickte den Erzmagier an.
    Bevor irgendwer antworten konnte, richtete sich die Frau, die sie eben beobachtet hatte auf und sprach: »Wir sollen als in die alte Welt und die Menschen ausspionieren. Ich weiß nicht. Die meisten von uns sind ziemlich auffällig. Meine Wenigkeit nicht ausgeschlossen. Da könnten wir auch gleich einen Tatzelwurm mitbringen. Und wären die Menschen nicht gewarnt, wenn wir auf einmal wieder in der alten Welt auftreten? Ich vermute einer der Engel wird uns hinüber in die alte Welt bringen. Werden wir wenigstens mit alten Karten von unserem Zielort ausgestattet?«
    »Ich kann niemanden hinüberbringen. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich überhaupt in die andere Welt will. Ich mag meine Heimat, und was die Menschen machen, überlasse ich ihnen selbst«, mischte sie sich schließlich ein.


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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von wilpito am Mo Dez 02, 2013 5:28 pm

    Korbin setzte sich gerade hin und sah Ellyn direkt an.
    "Ich bin durchaus ein Freund von langen Wanderungen und Expeditionen", sagte er, "Aber in eine andere Welt gehen, ist auch nicht gerade das, was ich ohne Not tun würde.
    Ich glaube nur nicht, dass wir es den Menschen überlassen dürfen, nur für sich selbst zu sprechen. Schließlich sind unsere Welten irgendwo verbunden, und wie ich gehört habe, verpesten die Menschen durch diese Verbindung unsere Welt.
    Meiner Meinung nach gibt es nur drei Möglichkeiten, was wir konkret tun können:
    1.) In die Welt der Menschen gehen und sie besiegen
    2.) Die Menschen davon überzeugen ihre und unsere Welt nicht weiter zu vergiften und
    3.) Die Verbindung zwischen den Welten so versiegeln, das die Menschen ihr Gift für sich behalten müssen.
    Ich will zwar keinem Magier hier vorgreifen, aber wenn man die Verbindung verschießen könnte, hätte man das wahrscheinlich schon getan. Also bleiben uns nur die ersten beiden Möglichkeiten. Und beide Möglichkeiten setzen voraus, dass wir uns erst einmal in der Welt der Menschen umsehen und feststellen was da eigentlich los ist.
    Also jemand muss dahin gehen, warum also nicht wir?"
    Er ließ seinen Blick schweifen und heftete ihn dann an den Erzmagier.
    "Ohne irgendwelche Möglichkeiten, uns zu Tarnen oder zumindest so wie Menschen von dort auszusehen, sind wir wirklich zu auffällig, und kämen voraussichtlich noch nicht einmal eine Tagereise weit, ehe man uns umbringt.
    Erzmagier, habt ihr irgend einen eingetüteten Tarnzauber für uns, der uns unsichtbar macht oder uns wie jemand von der anderen Welt aussehen lässt?"


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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Synthoras am Mo Dez 02, 2013 9:17 pm

    Der Wald war düster. Dunkle Schatten spielten mit Ihrer muskulösen Gestalt die sich Tatze für Tatze fortbewegte. Obwohl es so finster war konnte sie dank ihrer Luchsaugen perfekt sehen.
    Plötzlich blieb sie stehen denn dort an diesem Baumstumpf war etwas. Ein Geruch. Er war fremd und exotisch und umwehte verlockend Ihre Nase. Doch er war schwach, schien weit entfernt. Das Laub raschelte unter Ihren Ballen. Sonst war es vollkommen Still, nichts rührte sich. Was tat sie überhaupt hier? Wie war sie hierher gekommen? Sie wusste es nicht.
    Weiter, immer weiter trugen sie Ihre großen Pfoten, dem Ziel entgegen das sie nicht kannte. Als sie auf eine Lichtung trat erblickte sie eine Lichtgestalt die so unglaublich grell war das sie die Augen zusammenkneifen musste. Gerade wollte sie noch einmal genauer hinsehen da...
    HMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMM.
    Ein leises Geräusch ertönte in Ihren Ohren und sie wandte den Kopf nach rechts und links um die Ursache auszumachen.
    HMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMM...
    Das Geräusch wurde lauter und jetzt wurde Ihr auch noch Schwindelig. Nur...kurz...die...Augen...schließen.
    Ein sanfter Sog erfasste sie und schien sie in Ihren Körper zu drehen...
    „Ich falle“ dachte sie noch. Dann dachte sie gar nichts mehr.

    Ein Summen erfüllte das ruhige Zimmer und stieg stetig zu einem durchdringenden Brummen an. Dann tat es einen Schlag und die hölzerne Weckkugel fiel von der Kommode und landete mit einem lauten Knall auf dem Boden.
    Abrupt fuhr Raimee aus dem Schlaf und öffnete die grünen Katzenaugen.Zuerst wusste sie gar nicht wo sie war. Dann erinnerte sie sich wieder. An den gestrigen Tag und an die Nachricht des Rates. Sie sah sich im Zimmer um entdeckte Ihre Weckkugel auf dem Boden und richtete sich ächzend in eine sitzende Position auf.
    Natürlich, die Kugel war heruntergefallen und hatte sie aufgeweckt. Zum Glück denn sie hatte seit längerem seltsame Träume. Raimee versuchte sich an diesen zu erinnern doch die Erinnerung an Ihn entschlüpfte Ihr wie ein kleiner Vogel. Es konnte um ein Tier gegangen sein. Vielleicht um einen Affen? Gestern auf dem Heimweg hatte sie ein kleines Tanzäffchen eines Gauklers gesehen. Konnte so eine Begegnung bis in Ihre Träume vorgedrungen sein?

    Dann erinnerte sie sich wieso die Weckkugel sie heute überhaupt aus dem Schlaf gerissen hatte. Sie richtete sich auf, streckte sich kurz das Ihre Knochen knackten und hob die kleine Kugel aus Holz vorsichtig vom Boden auf.
    Eine fantastische Erfindung von Folianos Rübenkauer die sie dem älteren Zentauren und Ingenieur damals für einen lächerlichen Preis abgeluchst hatte.
    Die Holzkugel verschwand in einer Schublade Ihrer Kommode und Raimee begann sich auf den heutigen Tag vorzubereiten.
    Als sie sich im Bad die Haare einseifte überlegte sie noch flüchtig ob sie nicht doch das Ratsmitglied umbringen sollte wie sie es gestern schon vorgehabt hatte. Doch es würde wahrscheinlich nicht besonders gut ankommen wenn sie zum Rat zitiert wurde und kurz davor oder danach einen aus Ihrer Mitte eliminierte.
    Außerdem, vielleicht bekam sie ja auch Gold oder einen offiziellen Auftrag der Hauptstadt. Wer konnte das schon so genau voraussehen.
    Als sie mit wallender4 roter Mähne aus dem Bad kam ging sie sofort zum Kleiderschrank um sich die Kluft für den heutigen Tag auszusuchen.
    Das Fell von Aren würde sie wohl nicht nehmen das könnte den Eindruck erwecken sie sei Jägerin toter Tiere. So entschied sie sich für eine einfache graue Robe mit passendem grauen Beinkleid. Staubfarbene Schuhe und ein einfacher Mantel dazu eine schlichte Schwarze Spange im zu einem einfachen Zopf geflochtenen Haar ließen sie harmlos und schlicht erscheinen.
    Perfekt genau das was sie wollte.
    Keiner würde Ihre Waffen bemerken. Die kleinen Klingen die Sie im Ärmel eingenäht hatte. Die obligatorischen Rauchbomben in den etwas zu großen Stiefeln und die mit Nervengift bestrichenen Fingernägel über denen sie einfache Handschuhe trug.
    Jetzt wurde es aber langsam wirklich Zeit. Sie steckte das schreiben des Rates in Ihre Umhangtasche und verließ das Haus bereit für alles was kommen mochte.
    Im Laufschritt erreichte sie den Ratspalast, doch sie keuchte nicht einmal, denn das Rennen, schleichen und warten war Ihr tägliches Brot.
    Die Türen waren schon zu, bedeutete das dass sie zu spät war?
    Prüfend drückte sie an der rechten großen Tür und zu Ihrer Überraschung war sie nicht verschlossen. Raimee trat ein und befand sich in der großen runden Eingangshalle in der sie gestern schon gewesen war. Diesmal war sie jedoch mit anderen Absichten gekommen.
    Auf der anderen Seite der Halle befand sich eine stabile Holztür darüber stand auf einem etwas schief sitzenden Messingschild „Ratssaal“ Noch einmal holte die junge Frau tief Luft strich sich ein paar widerspenstige Strähnen aus dem Gesicht und zog die Tür zum Ratssaal auf.
    „ Entschuldigt werte Ratsherren das ich so spät erschienen bin“ rief sie laut und alle Personen die an dem runden Tisch in der Raummitte gesessen und debattiert hatten drehten sich zu Ihr um.

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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Untergrundpudel am Mo Dez 02, 2013 10:16 pm

    Unsere Welt verpesten, wieder mal so eine Lüge von imperialistischen Vampiren - dreckiges Blutsaugergesindel! Oder vielleicht steckte auch nur so ein kriegslüsterner Zentaurenclan dahinter. Lodrin hatte von der Verseuchung ihrer Welt nichts mitbekommen. Und was viel gewichtiger war - er kannte niemanden der etwas davon mitbekommen hatte - lediglich Grüchte kursierten. Un die waren recht diffus, von Störungen der Kraftorte - bis zu seltsamen Müllhalden die aus dem nichts auftauchten war alles dabei. Schließlich ertönte, während andere sich respektlos in Gesprächen ergingen und dem Erzmagier nicht einmal mehr zuhörten. Eine Laute Stimme ertönte, Lodrin drehte sich um und erblickte eine - sehenswerte Dame. Feuerrotes Haar, groß - eine katzenartige Aura - genau der Typ Frau der ihn faszinierte. Er deutete eine galante Verbeugung an, auch wenn er sich fragte ob man ihn überhaupt bemerkte. "Jaja." er seufzte. "Ihr hab meine Axt mein Schwert und meine Ehre, oder was auch immer." knurrte Lodrin. "Das wolltet ihr doch hören oder? Dann können wir ja jetzt endlich zu den wichtigen Punkten kommen! Zum Beispiel wie ihr euch diese Reise gedacht habt. Lodrin interessierte sich überhaupt nicht dafür ob man ihn verachtete, er war stocksauer und das sollte dieser alte Weißbart auch hören!


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    Die vertretenen Meinungen und weltanschaulichen Ansichten der Charaktere sind frei erfunden und müssen nicht zwangsläufig die des Autors (also meine eigenen) wiederspiegeln.
    Sollten sie es doch tun werde ich es euch schon noch mitteilen 


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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Gast am Mo Dez 02, 2013 10:51 pm

    “Also in diesem Fall teile ich die Interessen unseres kleinwüchsigen Freundes hier.“ meldete sich nun auch Cifer zu Wort.“Wie soll das alles lauf? Spazieren wir einfach in die andere Welt hinein? Existieren vielleicht.“ er zuckte mit den Schulter.“Portale oder irgend etwas in der Art, denn ich bin nie über eins gestolpert auf meinen Reisen.“ Die Sache mit der Tarnung bereite dem Gestaltenwandler weniger Sorge.
    Zumindest für ihn würde es wohl wenig Schwierigkeiten geben, so dachte er, schließlich waren Ratten keine besonders auffälligen Wesen.
    Die Anderen würden schon etwas finden. Obwohl es dem Engel wahrscheinlich sichtlich schwerer Fallen würde, das hieß, wenn sie sich bereit erklärte, sich der Gruppe anzuschließen.
    Cifer hatte bis jetzt nur sehr wenig Geschichten über die andere Welt gehört. Aber Reichtum hatte in ihnen immer einen großen Teil ausgefüllt. Hoffentlich würde er weit genug kommen, um wenigstens ein paar Souvenirs mitzunehmen. Das hieß, wenn sie nicht alle vorher einen qualvollen, grausamen Tod starben. Womit sein Gedankengang schon wieder bei der Reise war.

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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Grazine am Mo Dez 02, 2013 10:56 pm

    Ellyn blickte Korbin an und versuchte möglichst schnell seine Worte abzuwiegen. Von einer Verbindung beider Welten hatte sie nichts gewusst. Das machte die Sache schwerer. Wenn sie sich recht erinnerte, hatte sie auch von der verpestung ihrer antelalten Welt durch die Menschen nichts gewusst.
    Warum wissen es scheinbar alle, außer ich?, fragte sie sich.
    Vieleicht hatte sie sich zu sehr abgeschottet. Aber Ellyn mochte nun mal keine großen Menschenmassen, sie fühlte sich bedrängt.
    Außerdem wusste sie aus eigener Erfahrung, dass man bei einem so volle Raum schnell anhand Handlung und Aussehen beurteilt wurde. Ihr Aussehen gefiel Ellyn zwar, sie war rein und von natur aus schön, wie jeder Engel, aber ihre Selbstbewusstsein war mickrig.
    Sie kniff kaum merklich die Augen zusammen und versuchte, sich wieder auf Korbins Worte zu konzentrieren.
    Schließlich antwortete sie: »Ich wusste nichts von einer Verbindung. Bist du dir da sicher? Wenn das der Fall ist, und Magie unsere Welten nicht trennen kann, bin ich dafür, vorsichtig an die Sache ranzugehen. Ich habe keine Ahnung, wie ein Mensch reagieren wird, wenn unsere Tarnung, sofern wir denn eine haben, auffliegt.«
    Sie versuchte es sich nicht anmerken zu können, aber im Gegensatz zu dem Gestaltenwandler, der so schlau und konsequent sprach, kam sie sich wie ein kleines Kind vor.
    Bevor Korbin jedoch antworten konnte, schwang die Tür auf und eine junge Frau mit haselnussbraunem Haar trat ein. Sie endschuldigte sich für ihre Verspätung, und Ellyn bemerkte, dass alle Augen auf die Neue gerichtet waren.


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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Silphiel am Di Dez 03, 2013 1:01 pm

    Azurita wartete noch auf die Antwort des Erzmagiers, als eine weitere Person einen pompösen Auftritt feierte. Es war eine rothaarige Frau, die in eine Kutte gehüllt war. Ihr Auftritt ließ Azurita schmunzeln, anscheinend hatte sie erwartet den gesamten Hohen Rat vor Ort zu finden, und nich nur den Erzmagier.
    Die Dozentin ließ jedoch nicht lange ihre Aufmerksamkeit auf der Neuen weilen, sondern wandte sich wieder der Runde zu. Es war offensichtlich, daß zumindestens der Zwerg nicht gerade das war, was man einen selbstaufopfernden Helden nannte. Wobei sie sich selbst auch nicht für soetwas hielt.
    Sie dachte über die Fragen und Anmerkungen der anderen nach. Sie wußte, daß es möglich war Portale zwischen den Welten zu erschaffen, schließlich mussten ihre Urahnen auch einst in die Anderswelt gekommen sein.
    Die junge Magierin hatte jedoch keine Ahnung wie. Sie war weder in den stellaren Quellen noch in ihren grenzwertigen Forschungen darauf gestoßen.
    Der Zwerg, welcher sich als Lodrin Eisenbart vorgestellt hatte, versuchte auf ziemlich respektlose Art den Erzmagier wieder auf den Plan zu bringen. Azurita musste Lächeln. Hoffentlich würde das den Erzmagier ordentlich aus dem Konzept bringen. Eigentlich müsste sie noch einen geeigneten Zeitpunkt abpassen, um ihn nach den Daimonias Quellen zu befragen. Sie durfte diese zwar erforschen, aber wäre es ihr erlaubt, diese zu ihrem vollen Ausmaß in der alten Welt auszuschöpfen?
    Sie schaute sich erneut in der Ratshalle um und schüttelte mit einem enttäuschten Seufzer den Kopf. Alle redeten durcheinander und der Erzmagier tat nichts. Ellyn, wie nach ihrem Wissen der Engel hieß, machte das auch nicht besser. Es reizte sie immer mehr irgend einen Zauber zu wirken, der ordentlich Aufmerksamkeit auf sich zog. Doch sie beließ es beim demonstrativen Zurücklehnen und die von ihrer Warte aus interessanteste Person im Raum zu beobachten, Ellyn. Sie war noch keinem der Engel persönlich begegnet. Sie gönnte sich die Zeit die zerbrechlich wirkende Lichtgestalt in Augenschein zu nehmen. Ihre Haut war unnatürlich hell, wirkte aber nicht krank. Ihre Haare waren schwarz und ziemlich lang, was Azurita etwas traurig mit ihren Haaren spielen ließ. Die erste oder zweite Frage die ihr immer gestellt wurde, bezog sich auf ihre Haare. Der weiß-silbrig glitzernde Kranz auf ihrem Haupt zog Azuritas Blick wie magisch an. Sie mußte lächeln, bei dieser gedanklichen Formulierung, schien doch dieser Kranz nicht aus normalen Werkstoffen gefertigt zu sein. Sie kam nicht auf einen geeigneten Vergleich und entschied sich, irgendwann den Engel danach zu fragen. Das schlicht geschnittene Gewand der jungen Engelin war ihr ebenso ein Rätsel. Es sah aus als würden sich Ranken aus purem Licht um den zierlichen Körper des Engels schmiegen. Und zwischen all dieser Magie lag das Gesicht Ellyns. Eisblaue Augen und ein filigranes Gesicht drängten der Magierin den Vergleich einer Skulptur aus Eis auf. Sie hatte so etwas bei einem sehr seltsamen Zwergeneinsiedler einst gesehen. Er hatte Blöcke aus Eis über der Schneegrenze aufgestellt und in diese die sonderbarsten Figuren gehauen. Ellyn wirkte wie eine solche Skulptur. Solange Azurita nicht den Ausdruck in ihren Augen bedachte. Dadurch wirkte sie nahbar. Azurita wusste nicht genau was Ellyns Augen ausdrückten, aber es schien ihr, als wäre sie aufjedenfall unsicher.
    Ein unsicherer Engel. Der Gedanke brachte Azurita erneut zum Schmunzeln.
    Eine weitere Frage drängte sich in Azuritas Gedanken, eine deutlich mehr Praxis bezogene als die vorherige: musste es nicht total unbequem sein auf normalen Stühlen sitzen zu müssen, mit riesigen Schwingen die aus den Schulterblättern sproßen?
    Wenn sie auf ihrer Reise einmal einen geselligen Abend haben würden, hätte sie sicherlich das eine oder andere zum Schmunzeln und zu erfahren. Natürlich nur wenn sie je diese Besprechung zu Ende bringen würden. Sie merkte erneut warum sie eine totale Niete in der Alchemie gewesen war. Ihre Ungeduld wenn nichts passierte war kein guter Charakterzug dafür.


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    "You've taught me skill is not enough. It cannot compare to Love!

    "I'll praise You in this storm,
    and I will lift my hands,
    for You are who You are,
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    "Mit Feder in der Hand habe ich, mit gutem Erfolg, Schanzen erstiegen, von denen andere mit Schwert und Bannstrahl bewaffnet zurückgeschlagen worden sind."

    "Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
    Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
    Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
    lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
    Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
    Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Synthoras am Di Dez 03, 2013 2:16 pm

    Alle anwesenden sahen zu Ihr auf und sie setzte sich an einen freien Stuhl ohne ein weiteres Wort zu sagen. Sie rfuhr von der geplanten Reise und von den Vorbereitungen die zu treffen waren aus den Gesprächen der anderen. Ein kleiner Zwerg wirkte besonders erregt und fuchtelte mit seinen knotigen Händen in der Luft herum. Zu Ihrer Überraschung erblickte Raimee auch einen Engel der in seiner Reinheit so vollkommen schien.
    Als es nach einer Weile ruhiger wurde ergriff sie das Wort.
    „Der Engel soll uns also ein Portal öffnen ja?“ Fragte sie in die Runde und wartete die Antwort gar nicht erst ab.
    „Ist das denn klug? Wisst Ihr überhaupt was uns auf der anderen Seite erwarten wird?
    Vielleicht grunzende Rohlinge vielleicht aber auch eine Rasse die weit höher entwickelt ist als wir.“
    Sie merkte wie sich der Zopf zu lösen begann und strich sich die Haare aus dem Gesicht.
    Was soll eine kleine Gruppe von Geschöpfen gegen eine andere Seite ausrichten die vielleicht gar nicht gewillt ist zu verhandeln oder sonstwas?“
    Herausfordernd sah sie in die Runde...
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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von wilpito am Di Dez 03, 2013 2:58 pm

    Korbin
    "Die Sache ist doch eigentlich ganz einfach", meldete sich Korbin lautstark zu Wort. "Wir gehen rüber und schauen nach, was uns da eigentlich erwartet. Wenn wir uns in einem Monat oder so noch nicht gemeldet haben, dann sind wir eben hoffnungslos unterlegen.
    Spielt das irgendeine Rolle, ob wir hier vor Langeweile sterben oder oder in einer anderen Welt im Kampf fallen? So wichtig ist das Leben nun auch nicht!"
    Er sah von einem zum Anderen, dann blickte er den Erzmagier wieder an: "Was ist jetzt? bekommen wir heute noch Antworten oder sollen wir uns erst mal richtig ausschlafen und morgen wieder kommen?"


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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Synthoras am Di Dez 03, 2013 6:05 pm

    Raimee stand auf und begann unruhige Kreise im Raum zu drehen.
    Sie bereute nun Ihre Kleiderwahl und wünschte sich ihren Fellmantel an den Körper.
    Als sie hinüber zu Korbin sah wirkte auch er ungeduldig.
    "Nun Erzmagier, wollt Ihr uns heute noch etwas sagen?"
    Sie setzte sich wieder auf ihren Stuhl und starrte den älteren Mann herausfordernd an.
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    Re: Die Rückkehr - Kapitel 1

    Beitrag von Scáth am Di Dez 03, 2013 6:55 pm

    Aiden hielt sich gekonnt im Hintergrund. Diese Entscheidung war durchaus sinnvoll, wenn man bedachte welch' Auffuhr die Worte des Erzmagiers erzeugt hatten. Sie musterte die Anderen im Saal und konnte sich ein Grinsen nicht vergreifen als sie hörte wie manche sich gegen die Worte des Magiers auflehnten. Aiden fand den Plan selbst nicht besonders durchdacht, doch es reizte irgendwie. Es reizte die Hexe etwas zu erleben, das sich womöglich zu einem Abenteuer entwickeln konnte.
    'Aiden, die Hexe die die Welt zurückeroberte', wie schön wäre es als eben solche bekannt zu sein.

    Der Erzmagier schwieg eine kurze Weile, während die Runde begann zu sprechen und diskutieren. Es war eine Sache der Höflichkeit andere aussprechen zu lassen, bevor man selbst wieder zu Wort griff. Er mahnte Raimee jedoch mit einem strengen Blick ab, und auch Korbin wurde von diesem Blick nicht verschont. Der Magier ließ noch ein paar Sekunden vergehen bis völlige Ruhe im Saal eingekehrt war, dann räusperte er sich.
    "Ihr brecht auf sobald es geht. Selbstverständlich steht euch noch Zeit zur Verfügung um leichtes Gepäck zusammen zu suchen und euch zu verabschieden. Ihr reist durch ein Portal, richtig. Und was eure Tarnung angeht: Wir haben für Tränke gesorgt, die euch ein möglichst menschliches Aussehen verleihen. Wir werden dafür sorgen, dass an einer bestimmten Stelle in der Welt ebenfalls ein Portal entsteht, das euch wieder in unsere Welt bringt. Momentan sind es eher Informationen, die den Rat interessieren. Es besteht noch kein Grund in die Offensive zu gehen. Bitte bedenkt das.
    Ich wäre euch sehr verbunden, wenn ihr euch morgen um die gleiche Zeit wieder hier im Ratssaal eintrefft."


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    “Blood is really warm.
    It's like drinking hot chocolate...but with more screaming.”




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