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    Existenz von Fantasywesen/ gab/gibt es sie ?

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    Incendium
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    Re: Existenz von Fantasywesen/ gab/gibt es sie ?

    Beitrag von Incendium am Sa Jun 04, 2016 3:22 pm

    Naja ... nicht jedem geht's in dieser Welt gut. Ich quäle mich zB gerade durchs 3. Jahr Arbeitslosigkeit ... Das kann einem das Lebensgefühl mitunter echt verbeulen ...
    Das tut mir Leid.

    Ich kann mir auch innerhalb weniger Sekunden eine Utopie zusammenbasteln, in der ich lieber leben würde, als in dieser Welt, doch Welten, in denen paradiesische Zustände herrschen (und bestehen bleiben) werden es niemals in Geschichten schaffen. Und ansonsten sollte jede Welt mindestens genauso blöde sein, wie die unsere - denn sie wird nicht zuletzt auch von Menschen bevölkert.

    Die träumerische Sehnsucht nach dem Neuen und Unbekannten ist mir schon bewusst und sie hat auch einen gewissen Charme, aber ich bleibe bei so etwas eher realistisch. Ich schätze auch, man würde sich schnell an die neue Welt gewöhnen, womit sie dann genauso wird wie unsere: Alltäglich.

    Und außerdem: Warum sollte ich in meiner Welt als normaler Bürger leben wollen, wenn ich doch eh schon ihr Gott bin? ;)


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    "Lachend gab Gustav Antwort: »Junge, du redest wunderbar klug, es ist eine Freude und bingt Gewinn, diesem Weisheitsborn zu lauschen. Und vielleicht hast du soagr ein bisschen Recht. Aber sei so gut und lade jetzt deine Flinte wieder, du bist mir ein wenig zu träumerisch. Jeden Augenblick können wieder ein paar Rehböckchen gelaufen kommen, die können wir nicht mit Phliosophie totschießen, es müssen immerhin Kugeln im Rohr sein.«"

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    Mimi
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    Re: Existenz von Fantasywesen/ gab/gibt es sie ?

    Beitrag von Mimi am Sa Jun 04, 2016 5:49 pm

    Ohne jetzt mal alles gelesen zu haben, möchte ich gerne meine 5 Cent in den Topf werfen.

    Ich finde die Vorstellung, dass es Dinge gibt, die die Menschen nicht verstehen und noch nicht entdeckt haben, ehrlich gesagt eine spannende – wenn auch sehr unrealistisch.

    Ich habe in den letzten Jahren (als Recherche für meine Romane) viel Fachliteratur gelesen und viel Zeit auf Wikipedia verbracht. Mit dem ernüchternden Ergebnis, dass es für vieles Erklärungen gibt – wenn auch nicht unbedingt so, wie man sie erwartet.

    Die meisten Mythologien lassen sich begründen und auf natürliche Phänomene zurückführen. Man muss beachten, dass es in Zeiten, in denen zB die griechischen oder auch die ägyptischen Götterglauben, Sagen und Mythen entstanden sind, ein gänzlich anderes Weltverständnis herrschte und es niemanden gab, der einen zum Beispiel mit Hilfe von Wissen über elektrische Ladungen und Schall, die Entstehung von Blitz und Donner erklären konnte. Deshalb hat man es eben den Göttern zugeschrieben.
    Auch der Wandel von geozentrischem zu heliozentrischem Weltbild hat vieles verändert, genauso wie Galileis Entdeckung, dass die Erde rund sei (man beachte, dass er vor 500 als Ketzer verurteilt wurde).

    Auch die katholische Kirche (und sämtliche anderen Glaubensrichtungen) verbreiten das, was wir aus der Antike als Mythen und Sagen kennen. Und um hier mal mein Gebrabbel an der Geschichte Jesu zu verdeutlichen (will hier niemanden auf den Schlips treten, ist nur das, was ich herausgefunden habe): Die gesamte Geburt von Jesus Christus inkl der Geburts durch die Jungfrau Maria, dem Stern im Osten und den drei Weisen lassen sich mit dem Lauf der Sonne und Sternenkonstellationen begründen.
    Hier am Beispiel von Datum, Stern im Osten und die Drei Könige: Der Stern Sirius bildet am 24. Dezember mit den 3 Sternen des Gürteln des Orions (heißen ironischer Weise "Drei Könige") eine Linie. Diese Linie zeigt auf den Punkt des Sonnenaufgangs am 25. Dezember. "Die Drei Könige folgen dem Stern im Osten, um den Ort des Sonnenaufgangs zu finden."

    Man könnte diesen Mythos (der sich übrigens quer durch viele Kulturen und Götterglauben zieht; u.a. auch der Geburtsgeschichte von Horus) jetzt einfach als real betrachten, da er ja auf Fakten basiert (wenn auch anders als erwartet) oder als Mythos abstempeln – das will ich jedem selbst überlassen.

    Was ist also mit in der Popkultur beliebten Gestalten, wie etwa Vampir und Werwolf?
    Der beliebte Zwist Vampir vs Werwolf lässt sich weder historisch noch mythologisch begründen. Den einzigen Anhaltspunkt, den ich hierzu gefunden habe und dem ich diese beliebte Geschichte auch zuschiebe, sind die Geschichten um die Romanfigur (!) Graf Dracula. Und das meiste beider Gestalten ist nicht älter als 500 Jahre – was den schönen Mythos des 2000 Jahre alten Vampirs ordentlich ins Gras beißen lässt, wenn man mich fragt.
    Während sich der Werwolf noch relativ einfach mit etwa dem Rabi-Virus (eher bekannt als Tollwut) erklären lässt, muss man beim Vampir schon etwas tiefer in die Literaturgeschichte schauen. Wer mir hier mit dem griechischen Wrykolakas kommen will, dem lege ich nahe, sich diese Gestalt mal genauer anzusehen – der ist nämlich halb (moderner) Vampir, halb Werwolf. Auch nett, wenn man sich die heutigen, literarischen Erzfeinde Vampir und Werwolf ansieht Very Happy
    Der Begriff "Vampir", wie wir ihn heute kennen, taucht in historischen Aufzeichnungen erst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf. Damals und damit während der Osterweiterung Europas schwappte der Begriff (dort eher bekannt als "upir" oder "strigoi"; aber das sind wieder andere Mythen und Gestalten) auf unsere Breitengrade und jenseits über. Dank der Aufklärung und vieler neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, konnte man aber viele Symptome, die den Vampiren zugeschrieben wurden (Blut bei einer ausgegrabenen Leiche, weiterwachsen von Haaren und Fingernägeln) erklären, weshalb das bald für Unfug abgetan wurde. Bram Stoker hat die Gestalt mit seinen Dracula-Romanen erst richtig geprägt (die scheinbar aus einer Fehlübersetzung entstanden ist). Wer sich mit der historischen Figur Vlad Tepes ein wenig beschäftigt merkt schnell, dass dieser recht wenig mit einem Vampir gemeinsam hat. Ein weiterer, spannender Fall von "Vampirismus" ist hier die ungarische Gräfin Elizabeth Bathory.

    Wie gesagt, ich finde den Gedanken höchst spannend und ein Spiel damit in der Literatur finde ich auch immer wieder schön zu sehen, aber das für bare Münze zu nehmen, fällt mir sehr sehr schwer.
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    Re: Existenz von Fantasywesen/ gab/gibt es sie ?

    Beitrag von Incendium am Sa Jun 04, 2016 6:25 pm

    Wow, das mit der Jesus-Geschichte fasziniert mich!

    Wie lange wird es wohl noch dauern, bis der Mensch die komplete Welt entzaubet hat? Ein wohlangemerkt exponentiell steigender Vorgang. Was die Existenz von Dingen angeht, die unser Verstand nicht fassen kann: Seit jeher ist der Mensch fleißig dabei alle Geheimnisse zu lüften, die uns das Universum hinterlassen hat, doch man muss einmal darüber nachdenken, ob wir überhaupt im Stande sind alles zu durchleuchten. Höchstwahrscheinlich mag es Dimensionen und Kräfte geben, die wir niemals entdecken und messen können. Vielleicht ist alles, was wir denken, woraus das Universum aufgebaut ist, nur ein so winzig kleines Quäntchen der großen Wahrheit, dass es gesamtbildlich betrachtet kaum seiner Nennung bedarf? Unser größtes Problem dabei sind wir selbst: Wir können nur das erforschen, was wir auch wahrnehmen und messen können, also was unsere Sinne erfassen. Selbst unsere Warnehmung ist nur ein verzerrtes Bild der Realität, ein Abbild und das schränkt uns massiv ein, wenn es um die Erforschung von Zusammenhängen geht. Mittlerweile basiert doch alles nur noch darauf, dass wir mit Hilfe von Mschinen unsere Sinne erweitern, um Dinge sehen zu können, die wir vorher nicht sahen. Wir können nun bis auf die atomare Ebene schauen, Farbfrequenzen erkennen, die für unsere Netzhaut unsichtbar sind, Töne messen, die unser Gehör ignoriert. Aber was ist denn mit Sinnen, die zu empfnagen wir gar nicht imstande sind? Stellt euch vor, dass wir ein Organ hätten, mit dem wir beispielsweise Zeit fühlen könnten, wie feste Materie - man kann es einfach nicht beschreiben, da wir niemals dazu imstande sind uns Dinge vorzustellen, die wir nicht erfassen können! Für uns selbst existieren wir in lediglich drei Dimensionen, aber die String-Theorie arbeitet mit an die 10. Unsere komplette Existenz würde einfach auf den Kopf getsellt werden, würden wir etwas anderes wahrnehmen, als wir es tun und das ist so faszinierend, denn was befindet sich in jenen Dimensionen, die wir nicht zu duchdringen imstande sind? Und weden wir es niemals sein. Vielleicht liegt ja dort jene Fantastik verborgen. Nur, dass sie natürlich gänzlich anders aussehen wird, als unsere klassischen Vorstellungen davon - es wird im Bezug zu unserer Wahnehmung nicht einmal "aussehen". Ein kurzer Blick in die Mathematik, oder sonst wo hin, zeigt uns: Die Unendlichkeit ist überall. Eine Funktion, die sich amplitudisch der x oder y-Achse annähert wird diese niemals erreichen, aber immer näher an sie herankommen. Dem Menschen wird es wahrscheinlich ähnlich ergehen, mit der Wissenschaft - wir nähern uns der großen Erkenntnis und bleiben trotzdem unendlich weit von ihr entfernt. Dementsprechend gäbe es in unserem Universum wohl genügend Platz für Fantastik.


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    Re: Existenz von Fantasywesen/ gab/gibt es sie ?

    Beitrag von Enki am Sa Jun 04, 2016 7:00 pm

    Und das meiste beider Gestalten ist nicht älter als 500 Jahre
    Mit den Vampiren ist das so eine Sache. Zweifellos ist der Vampir, wie wir ihn kennen, eine Erfindung der Neuzeit. Das Verbrennen durch Sonnenlicht etwa kam erstmalig in dem Film "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" vor, also sogar Jahrzehnte nach Dracula. Ansonsten kann man einzelne Elemente, aus denen später der Vampir hervorging, schon wesentlich früher finden. Das Blutsaugen etwa ist zwar erst seit wenigen Jahrhunderten Eigenheit der Untoten, war aber schon seit der frühesten Antike etwa bei Dämonen verbreitet. Übermenschlich starke Untote, die man nur durch Enthauptung töten kann, kommen auch schon in den isländischen Sagas um die Jahrtausendwende vor (dort die sogenannten Draugar - über die ich schon einige Geschichten schrieb). Selbst im sumerischen Gilgamesch-Epos wird vor auferstehenden Toten gewarnt, die die Lebenden fressen.
    Zweifellos ist "der Vampir" ein Kunstprodukt, wenn auch aufbauend auf diversen älteren Archetypen. Was mich daran fasziniert, ist die anscheinende Universalität ebendieser Elemente. Da kann man nun natürlich wieder tiefenpsychologisch ansetzen (Urangst vor dem Tod, Tabu von Kannibalismus...).

    Des Weiteren muss man noch andere Aspekte betrachten, die womöglich zur Entstehung von Legenden über Ungeheuer etc. führen:
    Unser Gehirn ist natürlich von der Evolution darauf ausgerichtet, andere Lebewesen bzw. potenzielle Fressfeinde (etwa in der Nacht oder im Wald) zu entdecken. Da es für das Überleben natürlich sinnvoller ist, wenn der Sinn so gut ist, dass man eher dort etwas entdeckt, wo nichts ist, als ein tatsächliches Raubtier zu übersehen, kommt es womöglich zu Fehlinterpretationen.
    Bei Göttern muss man zudem die kulturellen Aspekte berücksichtigen, denn Religion ist schlicht und einfach evolutionär sinnvoll, weil sie zu einer Abgrenzung der eigenen von anderen Gruppen und somit dem Überleben ersterer führt. Es lässt sich auch leicht ermessen, wie viele Urbedürfnisse die Vorstellung eines Gottes befriedigt (etwa als moralische Autorität, um Verantwortung abzugeben).

    Jetzt könnte man natürlich noch einmal in Tradition der Präastronautik in den Raum werden, dass Götter und vergleichbare Wesen eigentlich Außerirdische waren, deren moderne Technologie der primitive Mensch nicht verstand...


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    Re: Existenz von Fantasywesen/ gab/gibt es sie ?

    Beitrag von Lordenkrieger am Mi Jun 08, 2016 10:14 am

    Na ja, wenn eine Freundin, die meine Bücher liest, sich morgens um halb 6 in der U-Bahn fragt, ob es Arben gibt, irgendwie der Meinung ist, ja, und sich anschließend fragt, wo, verdammt noch mal, sie leben, dann könnte man durchaus meinen, all diese Völker, die meiner Fantasie entsprungen sind, sie leben unter uns.
    Zumal sie auch meint, der Drachenkrieger wohnt nebenan.
    Ein Gestaltwandler in ihrem Haus? Dann wollen wir hoffen, dass keiner den Drachen in ihm weckt.
    Wolderlov, Erdgreis, Baumratten, Kurzhörner, Halbhörner, Einhörner, Retwild, sie leben unter uns. Da es auch Kurzlebige (Wir) zu Massen auf unserer Welt gibt, solltet ihr euch in Acht nehmen vor den Arben, Wolfskriegern, Schlangenkriegern, Lordenkriegern, Waldenvolk, Norsche, Hochzarie. Sie sind hier und flüstern mir ihre Geschichten in mein Ohr. Da sie ein junges Aussehen haben und ewig leben, werden sie auch noch hier sein, wenn wir, die Kurzlebigen längst zu Asche verfallen sind.
    Also, seid nett zu eurem Nachbarn, er könnte einer von ihnen sein.
    Wo, wo kommen denn sonst all diese Geschichten her???

    @Viskey
    2020, das hört sich so weit weg an.
    Band 1 noch nicht fertig?
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    Re: Existenz von Fantasywesen/ gab/gibt es sie ?

    Beitrag von Viskey am Mi Jun 08, 2016 4:09 pm

    Lordenkrieger schrieb:
    2020, das hört sich so weit weg an.
    Band 1 noch nicht fertig?

    Naja ... "fertig". Er braucht noch eine Kurskorrektur in einem Bereich. Und bevor nicht alle 5 Bücher inhaltlich fix stehen, wollen wir nicht veröffentlichen, weil sich in der Vergangenheit gezeigt hat: Eine Entwicklung im 3. Band kann eine Überarbeitung des 1. Bandes erforderlich machen.

    Mit etwas Glück kommt der 1. Band ja schon 2019 ...


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