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    Kapitel 6: Stilles Erkennen

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    Susanne Gavenis
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    Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Susanne Gavenis am Di Sep 09, 2014 3:52 pm

    Hier könnt ihr etwas zum 6. Kapitel schreiben.
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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Élandor am So Nov 02, 2014 7:05 pm

    ERSTER!!! Laughing

    Also: Ich fand, dass du die Suche nach der Lanhal und ihr Finden gut beschrieben hast! Ich konnte mich gut in Shaan hineinversetzen!
    Zur Lanhal selber: Vorher im Buch meine ich gelesen zu haben, dass die Lanhal am Tag ihres sechzehnten Geburtstags weiß, dass sie die Lanhal ist. Hier scheint es nun aber so, dass sie immer noch gar nichts weiß, nur, dass der dunkelhaarige Junge, den sie im Hof gesehen hat, etwas besonderes ist und, dass sie immer nur darauf gewarteter Lanha hat. Oder habe ich das falsch verstanden?

    Außerdem wird gesagt, dass Shaan die Lanhal vor dem Kampf treffen muss, aber wieso? Er kann doch einfach die Shai'yinyal suchen und ausschalten, oder?

    LG Él


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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Susanne Gavenis am Mo Nov 03, 2014 7:15 pm

    Respekt, Elandor! Kranksein zahlt sich aus, scheint mir!

    Deleja hat durch ihren Geburtstag bedauerlicherweise nicht mehr Ahnung, dass sie die Lanhal ist, als vorher. Das ist ja gerade das Problem für Shaan, vor das ihn die vielen Regeln des verborgenen Kampfes stellen. Einerseits muss er Deleja vor den Angriffen der Shai'yinyal schützen und andererseits muss er sie an ihre wahre Identität als Lanhal heranführen, ohne dass er sich als ihr Shai zu erkennen geben oder seine magischen Kräfte offen vor ihr zeigen darf. Die Regeln dieses Kampfes sind von mir so gewählt, dass sie Shaan so viele Hindernisse bei der Erfüllung seiner Aufgabe in den Weg legen, wie es möglich war.

    Theoretisch hast du recht. Shaan könnte durchaus schnurstracks zur Shai'yinyal marschieren und sie um die Ecke bringen, dann wäre der Kampf vorbei, und er könnte in aller Ruhe ein Eis essen gehen. Das Problem ist allerdings, dass er ja nicht die geringste Ahnung hat, wer die Shai'yinyal ist und wo er sie suchen muss. Letztlich könnte es jedes 16jährige Mädchen in Golgamat sein, das gerade durch die Straßen läuft. Im Grunde bleibt Shaan nur, die Augen offenzuhalten und zu hoffen, irgendwo einen Hinweis aufzuschnappen. In der Zwischenzeit ist es genauso wichtig, Deleja behutsam beizubringen, wer sie in Wirklichkeit ist, und zugleich zu verhindern, dass die Shai'yinyal - wenn sie herausfindet, wer die Lanhal ist - Deleja umbringt und den Kampf damit für sich und den Yinyal entscheidet.


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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Drachenprinzessin am Mo Nov 03, 2014 9:14 pm

    Hallo Susanne!

    Der Platz des gerechten Maßes wirkt so, als ob Du dir viel Mühe damit gemacht hättest. Auf mich als Leser macht es den Eindruck, dass wer auch immer Golgamat regiert, versucht den Bürgern ein Stück Recht und Ordnung zu vermitteln. Dass Shaan dem Platz nicht so viel Beachtung schenkt, verstehe ich voll und ganz, aber warum nimmt der dann das Haus der Albites so genau war? Er ist aufgeregt, weil die Lanhal dort wohnt, okay, aber trotzdem verstehe ich das nicht. (Vielleicht mache ich auch den Fehler von mir auszugehen, ich nehme irgendwie grundsätzlich nicht so viel war wie andere.)

    Interessant finde ich, dass Deleja Shaans Anwesenheit spürt. Ich bin davon ausgegangen, dass sie es nicht mitbekommen würde, wenn er in de Stadt auftaucht. Kann ich das so verstehen, dass er ein verschlüsseltes "hallo hier bin ich" sendet?
    Gerade wegen ihrer bevorstehenden Verlobung mit Trist wirkt sie auf mich, als hätte sie sich aufgegeben. Wenn ich sie aus dem vierten Kapitel richtig in Erinnerung habe, neigt sie eh dazu alles pessimistisch zu sehen (Ich hoffe ich habe jetzt nichts durcheinander gebracht)
    Materielle Dinge scheinen ihr nicht so wichtig zu sein, da sie die teure Kette wieder zurück legt. Find ich ja sympathisch.

    Interessant ist übrigens auch, dass Senshaan kleine Seeschwalbe bedeutet.


    Herzliche Grüße
    Drachenprinzessin


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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Susanne Gavenis am Di Nov 04, 2014 4:25 pm

    Hallo Drachenprinzessin!

    Bei dem Platz des gerechten Maßes muss ich fairerweise zugeben, dass nicht ich mir diese Mühe gemacht habe, sondern eine solche Einrichtung gab es tatsächlich in manchen mittelalterlichen Städten - zwar nur in den reichen und relativ modernen, in denen viele Bürger von Dienstleistungen und dem Handel lebten, aber immerhin. Dieses fortschrittliche Denken hat mich bei meinen damaligen Recherchen auch überrascht, es kam aber meiner eigenen Vorstellung von Golgamat perfekt entgegen.

    Dass Shaan so auf das Haus der Albites fixiert ist, liegt tatsächlich nur daran, dass er die Gegenwart der Lanhal in seinem Inneren spürt und deshalb mit allen Sinnen voll konzentriert ist. Letztlich ist ihm klar, dass er damit am Ziel seiner Suche angelangt ist und es ab jetzt darum geht, mit Deleja in Kontakt zu kommen - für Shaan mit all seinen Ängsten und Selbstzweifeln eine geradezu herkulische Aufgabe, vor der er entsprechend Bammel hat.

    Bei deiner Deutung, was Delejas Erspüren von Shaans Anwesenheit angeht, hast du völlig recht. Ebenso wie die ganzen Albträume, die sie schon so lange hat, sollten diese Details eine Grundlage schaffen, auf der es Deleja überhaupt möglich sein konnte, irgendwann zur Erkenntnis ihrer Identität als Lanhal zu gelangen. Bestimmte unterschwellige Wahrnehmungen und Gefühle begleiten sie zum einen bereits ihr ganzes Leben und sind zum anderen durch ihren sechzehnten Geburtstag noch intensiver geworden (gleiches gilt allerdings auch für den Yinyal). Das hat durchaus etwas Magisches (obwohl die Magie ja erst mit dem Sieg des Yinyal wieder in vollem Umfang in die Welt kommen würde).

    Ja, Deleja ist ein Mädel mit einem eher gering ausgeprägten Selbstwertgefühl. Als ihr Vater mit ihr über die Verlobung spricht, ist es deshalb auch gar nicht in ihrer Wahrnehmung, aufzubegehren und seine Erwartungen damit zu enttäuschen. Lieber nimmt sie ihr Schicksal resignativ hin und fügt sich in das scheinbar Unvermeidliche.

    Das mit der kleinen Seeschwalbe war wieder eine kleine Spielerei von mir. Außerdem sollte damit auf der Namensebene noch einmal Shaans Verbundenheit zu Wasser und Meer aufgegriffen werden (und damit im indirekten Gegenzug seine Abneigung gegen Feuer und Hitze).


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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Drachenprinzessin am Mi Nov 05, 2014 1:20 pm

    Also ist Magie eher etwas schlechtes oder missverstehe ich das jetzt?
    Außerdem wundere ich mich schon seit einiger Zeit über die Elementeverteilung, die mir doch recht menschlich vorkommt (die Himmelselemente Wasser und Luft auf der "guten" Seite und die Erdelemente Feuer und Erde auf der "bösen" Seite). Wenn ich Mutter Erde wäre, dann würde ich dafür sorgen, dass mein Element Erde der guten Seite zugeschustert wird und dann in Kombination mit einem Himmelselement. Vielleicht hast Du da einen anderen Hintergedanken, der vielleicht erst im Verlauf der Geschichte klar wird. Ich lasse mich auf jeden Fall mal überraschen Wink


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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Élandor am Mi Nov 05, 2014 4:00 pm

    Okay, das ist verständlich, aber trotzdem bin ich mir sicher, dass du geschrieben hast, dass sie von ihrem 16 Geburtstag an weiß, wer sie ist! Und eine Frage: Warum darf er sich nicht zu erkennen geben? Es wäre doch viel einfacher, wenn er ein Gespräch mit ihr führt, ihr alles erklärt und fertig! Ja, es steht in den Regeln, aber wieso?


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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von SilbenPrinz am Mi Nov 05, 2014 6:14 pm

    Ha! Hier wird ja schon heiß diskutiert.

    Shaan findet seine Lanhal. Der Magnetismus  ist in der Tat überirdisch. Im Prinzip schilderst du, wie sich jemand auf den ersten Blick verliebt. Ich habe ihn schon die Fassade hochklettern oder winken sehen. Aber als sie aus seinem Blickfeld verschwindet, geht er recht sachlich und planvoll vor. Er verhört ein Straßengör, als ob es sein Täglich Brot wäre.

    Kleine Anmerkung am Rande. Warum verkauft die Göre ihm die Information nicht, wenn wir uns in einer Stadt befinden, wo die Fenster zur Straße erst im zweiten Stock einsetzen? Sie hätte ihm auch einen überteuerten Ramsch anbieten können, oder versuchen ihn zu beklauen. Das mit der Auskunft geht mir fast zu glatt.

    Deleja geht es ähnlich wie ihrem Shai. Sie muss zum Fenster hinausblicken. Schicksal! Die beiden sind da vollkommen ihrem Ruf ausgeliefert. Langsam interessiert es mich, welche Macht so stark sein kann, dass sie ihre Protagonisten Marionettengleich bewegen kann.
    Obwohl sie weiß, dass sie genau auf diesen Typen da unten am Brunnen schon immer gewartet hat, verharrt sie in ihrer durch die angesetzte Heirat ausgelösten Resignation. Das macht so den Eindruck als sein Gut = passiv und einfallslos. Könnte sie nicht auch gut = gleich selbstbewusst und einfallsreich sein?

    Zum Schmunzeln fand ich das 'anmutige Raunen ihrer Seele'.
    Der Lockruf ist also mit der ersten Sichtung verstummt, damit beide klar denken können, wenn es gefährlich wird?

    LG SilbenPrinz


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    In einem guten Buch lebt die Seele seines Schöpfers in tausend Facetten weiter.




    Hilfe! Ich habe ein Ork-Buch gelesen! Und obwohl der Autor angeblich ein Mann ist, bin ich überzeugt, dass Er nur eine Sie sein kann. Solche Schmuse-Orks sind mir noch nie begegnet!
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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Susanne Gavenis am Do Nov 06, 2014 6:31 pm

    @Elandor: Eigentlich würde ich sogar meine Seele darauf verwetten (jetzt mal angenommen, ich hätte eine), dass ich ganz bestimmt nicht geschrieben habe, dass Deleja von ihrem 16. Geburtstag an weiß, dass sie die Lanhal ist, weil ja der ganze Plot der Geschichte auf dem Gegenteil aufbaut. Wenn du tatsächlich eine solche Stelle finden würdest, würde ich dir zur Anerkennung eine fette Torte zukommen lassen!

    Ja, du hast recht. In den Regeln steht, dass Shaan und die Shai'yinyal ihren jeweiligen Schützlingen nichts über ihre wahre Identität verraten dürfen, weil der Kampf sonst automatisch für sie verloren wäre. Und natürlich ist deine Frage mehr als berechtigt. Wieso steht es in den Regeln, und wer hat denn diese dämlichen Regeln überhaupt verfasst? Ein Grund - für den Leser im Moment sicherlich nicht wirklich befriedigend - ist, dass es ohne diese Regeln die gesamte Geschichte gar nicht gäbe. Das ist die Ebene meiner Setzungen als Autor, die ich bei meiner Planung gemacht habe, um Shaan möglichst große Hindernisse in den Weg zu legen. Die andere Ebene ist die inhaltliche, die natürlich ebenso im Raum schwebt. Da kommt dann das ins Spiel, was Silbenprinz in ihrem letzten Beitrag angemerkt hat. Das ganze Regelwerk ist den Protagonisten (Shaan und Deleja ebenso wie der Shai'yinyal und dem Yinyal) derart gottgegeben von oben aufs Haupt gedrückt worden, dass man tatsächlich das Gefühl bekommen kann, sie würden passiv wie Marionetten an den Fäden unsichtbarer Mächte zappeln. Da die Geschichte allerdings sehr stark den Fokus auf die Perspektive von Shaan und Deleja legt (also die Handlung quasi durch die Augen der Marionetten verfolgt) und deren Wissen um die Hintergründe des verborgenen Kampfes praktisch Null ist, ist es sehr schwierig, zugleich diese Hintergründe ebenfalls zu beleuchten. Das würde eine völlig andere Herangehensweise an die Geschichte bedeuten.

    Im Grunde befindet sich der Leser in der gleichen Situation und auf dem gleichen Wissensstand wie Shaan und die Shai'yinyal. Auch sie stellen sich die Frage nach den Mächten, die die Regeln in ihrer jetzigen Form ins Leben gerufen haben und gewöhnliche Menschen als Stellvertreter für sich kämpfen lassen, statt selbst auf der Bühne in Erscheinung zu treten. Es wäre sicherlich reizvoll gewesen, diese Mächte ebenfalls in der Handlung auftauchen zu lassen, um damit sowohl Shaan als auch den Lesern einige ihrer Fragen zu beantworten. Allerdings birgt so eine Entscheidung auch Gefahren. Diejenigen, die mal Perry Rhodan gelesen haben, wissen, was ich meine. Über viele hundert Hefte war der Universen umspannende Kampf zwischen den Kosmokraten und den Chaotarchen lediglich indirekt in der Handlung präsent. Beide Mächte haben ihre Hilfsvölker und einzelne Lebewesen rekrutiert, die für sie die Drecksarbeit erledigt haben, und sind lange Zeit nicht leibhaftig in Erscheinung getreten. Das war geheimnisvoll und mysteriös, und die Leser haben hitzig über den Ursprung und die Pläne von Kosmokraten und Chaotarchen diskutiert. Als diese dann aber anfingen, sich menschliche Körper zu erschaffen und sozusagen von ihrem Olymp herabstiegen, um mit Perry und seinen Kumpels direkt zu sprechen, war der ganze Zauber weg. Plötzlich waren es nur noch Typen wie du und ich, die genauso engstirnig und borniert waren wie alle anderen auch. Die einstigen kosmischen Mächte hatten sich aufs Übelste gesund geschrumpft und alles Geheimnisvolle verloren, auch wenn sich viele der Fragen, die die Leser hatten, dadurch geklärt hatten.

    Einen solchen Weg wollte ich bei "Shaans Bürde" nicht gehen. Es sollte kein "Kampf der Titanen" oder "Percy Jackson" werden, wo Menschen und Götter gemeinsam am Mittagstisch sitzen und miteinander diskutieren. Das Gefühl der Fremdbestimmung und des Ausgeliefert-Seins an anonyme Mächte sollte ein durchgängiges Motiv der Geschichte sein. Man kann darum - ebenso wie Shaan und ich selbst - viel über die Motive und Hintergründe der Mächte spekulieren, die auf diese Weise um das zukünftige Schicksal der Welt kämpfen. Offen erklären werden sie sich den Figuren nicht.

    Eine mögliche Richtung, die diese Spekulationen dabei einschlagen können, hat Drachenprinzessin mit ihrer Frage nach der Bedeutung der Magie berührt. Von ihrem eigenen spontanen Gefühl her würden vermutlich die meisten Leser sagen: "Aber wieso kämpft denn Shaan für eine Welt OHNE Magie? Magie ist doch was Tolles!" Aber offenbar kann das so nicht ganz stimmen, da ja die "Bösen", wenn sie gewinnen, dafür sorgen würden, dass die Magie wieder in vollem Umfang in die Welt Einzug halten würde. Hier mag dann Peter Parkers Lieblingsspruch ins Spiel kommen, dass große Macht auch große Verantwortung bedeutet. Die Frage ist, wie die Mächte, die hinter dem Regelwerk und dem verborgenen Kampf stehen, diese Macht und diese Verantwortung in Bezug auf den Menschen beurteilen.

    @Silbenprinz: Ich hatte eigentlich gar nicht das Gefühl, dass Shaan bei der Befragung des kleinen Mädchens sehr sachlich und planvoll vorgeht. Ich fand eher, dass er schon ins Schwimmen gerät, wenn es nur darum geht, mit einem fünf oder sechs Jahre alten Kind zu reden. Bei den forschen Fragen der Kleinen steht Shaan ja ruck, zuck innerlich mit dem Rücken zur Wand und gerät ins Schwitzen. So cool wie in einem Verhör war er, finde ich, nicht.


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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Élandor am Fr Nov 07, 2014 4:22 pm

    Sorry an die "Mächte", die die Regen verfasst haben, aber die sind doof Mad
    Also ich muss zugeben: Ja, ich fühle mich benutzt und das nicht wenig!


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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Susanne Gavenis am Fr Nov 07, 2014 6:31 pm

    Gerade ist mein Computer so ziemlich komplett abgeraucht. Ich bin froh, dass ich uberhaupt noch ins Internet gekommen bin. Auch meine Tastatur funktioniert nur noch teilweise. Ich werde wohl morgen einen neuen Computer kaufen mussen und wahrscheinlich die nachsten Tage keine Moglichkeit haben, hier vorbeizuschauen. Ich hoffe, ich bin schnell wieder mit dabei.


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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Susanne Gavenis am Mo Nov 10, 2014 6:20 pm

    Armer Elandor! Du fühlst dich von den Mächten benutzt? Das finde ich witzig. Dann bist du ja von deinen Gefühlen her ganz dicht bei Shaan und kannst sehr gut nachempfinden, wie es ihm die ganze Zeit über geht. Ich finde auch, es macht keinen Spaß, sich von irgendwelchen anonymen Mächten am Gängelband führen zu lassen und ohne Einblick in die Hintergründe des Ganzen den Erfüllungsgehilfen spielen zu müssen. Die Mächte des Guten und des Bösen sind, was die Transparenz ihrer Handlungen und Anweisungen angeht, definitiv miese Vorgesetzte, unter denen ich nicht würde arbeiten wollen.


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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Lucy2138 am Fr Nov 14, 2014 8:06 pm

    Also. Kapitel 6.
    Wir beginnen mit einer Runde Lanhal-Geo-Catching (bitte einmal rechts, denn das Raunen in meiner Seele führt mich zuverlässiger als jeder Kompass). Das fand ich mal erstens irgendwie lustig und zweitens ein bisschen lächerlich. Als Shaan im 3. Kapi die Richtung gespürt hat, in die er gehen muss, hatte ich noch nichts dagegen, aber dieses immer auf den Meter spüren wo der anderen ist, macht mich irgendwie fertig. Wo bleibt denn da bitte die Privatsphäre? Natürlich wäre es für Shaan sonst wahnsinnig schwer die Lanhal im Auge zu behalten und überhaupt einmal zu finden, das ist mir schon klar. Aber dieses genaue Orten ist mir ein bisschen zu viel des Guten (allerdings später im Buch auch unablässig, als das ganze in die andere Richtung läuft und Delija ohne den Ruf Shaan nicht retten könnte).

    Der Moment in dem sich die beiden ansehen, gefällt mir wirklich gut. Schlägt ein wie ein Blitz und genauso sollte es doch auch sein, wenn die Inkarnation des Guten auf ihren Beschützer trifft, oder?
    Auch der Perspektivenwechsel ist hier ziemlich interessant. Eigentlich finde iches ja nicht besonders spannend ein und dieselbe Stelle zweimal zu lesen, aber indiesem Fall hat das sehr gut gepasst, muss ich zugeben.

    Was ich noch erwähnen wollte: Das Kind. Die Menschen in Golgomat sind nur auf den eigenen Vorteil aus und wollen keinem "einfach so" helfen. Jetzt stellt sich bei mir die Frage: Warum verlangt das Mädchen nichts für die Auskunft? Sie müsste es von ihren Eltern doch auch genaus so eingetrichtert bekommen haben, wie Trist, dass die Welt nur aus Nehmen und Geben und nicht nur Geben besteht?

    Gut. Das wars dann auch schon wieder!
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    Re: Kapitel 6: Stilles Erkennen

    Beitrag von Susanne Gavenis am Sa Nov 15, 2014 12:51 pm

    Zweifellos, das Lanhal-Geo-Catching (bzw. ebenso das Yinyal-Geo-Catching) ist für den Leser zuweilen schon eine etwas härtere Nummer, das will ich gern zugeben. Es sollte hier von Anfang an klar werden, dass bei der Anziehung zwischen dem Shai und seinem jeweiligen Schützling nicht bloß eine natürliche Sympathie eine Rolle spielt, sondern dass der magische Einfluss der anonymen Mächte dabei stark im Vordergrund steht. Letztlich werden die Figuren wirklich wie Marionetten an ihren Fäden zueinander hingezogen (das wäre jetzt eine eher negative Deutung), und der freie Wille (und die Privatsphäre) sind in dieser Hinsicht nicht wirklich von Bedeutung.

    Ich bin eigentlich auch kein Freund davon, ein und dieselbe Szene (oder Teile davon) aus einer anderen Perspektive noch einmal zu schreiben, sondern folge, wann immer es möglich ist, der zeitlichen Chronologie der Handlung. Die nächste Szene nach dem Ende der vorherigen zeitlich deutlich zurückspringen und sich dann teilweise mit der vorangegangenen Szene überlappen zu lassen, sollte man als Autor, wie ich finde, nur dann tun, wenn man wirklich gute Gründe dafür hat, und es nicht zur Regel machen, damit beim Leser kein "Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück"-Gefühl entsteht, das unnötig Tempo aus der Story nehmen kann. Ich denke, dass ein solches Vorgehen in den meisten Fällen dann sinnvoll ist, wenn eine Szene an einem Punkt der Handlung endet, wo eine andere Figur (die ebenfalls eine eigene Perspektive besitzt) zur Handlung dazu stößt und man als Leser durch einen gewissen Vorlauf der nachfolgenden Szene und eine zeitliche Überlappung beider Szenen Informationen erhält, wie es schließlich zu diesem Zusammentreffen kommt (und diese Informationen in der vorherigen Szene nicht gegeben werden konnten). Ich denke aber ebenso, dass man als Autor versuchen sollte, den Szenenablauf so zu konzipieren, dass man mit einem Minimum an zu starken Überlappungen auskommt, um den Leser nicht zu verwirren (leichte Überlappungen hingegen sind normal und m.E. oft auch gar nicht zu vermeiden).

    In der Szene mit Shaan und Deleja war es mir - wie du auch sagst - wichtig, die Sichtweise beider aus ihrer Warte heraus darzustellen, da es ja eine Situation ist, auf die sowohl Shaan als auch der Leser von Beginn der Geschichte an gewartet haben. Das Besondere dieses Moments war für beide zu bedeutsam, um ihr Zusammentreffen lediglich aus einer Perspektive zu beschreiben.

    Na ja, bei dem Kind, das Shaan hilft, ist es einfach so, dass zwar viele Menschen in Golgamat (so munkelt man zumindest) auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, aber doch auch nicht alle. Es wird überall trotz aller miesen Säcke auch nette und hilfsbereite Menschen geben, die nicht sofort irgendwelche niederträchtigen Hintergedanken bei ihren Taten haben. Das ist mir bei meinen Geschichten auch wichtig, dass es - neben dem Bösen und der Niedertracht - auch das Gegenteil gibt. Mit dem kleinen Mädchen hat Shaan einfach mal Glück gehabt.


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